FSME/Zecken
Vorsicht vor Zecken
Schon ein kleiner Stich kann zu einer ernsthaften Erkrankung führen.
Sobald die Temperaturen milder werden, erwachen die Blutsauger aus ihrem Winterschlaf.
Bei Wald- und Wiesenspaziergängen, aber auch bei der heimischen Gartenarbeit steigt die Gefahr mit den Zecken in Kontakt zu kommen. Zecken können die Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt, übertragen. Nach bisherigen Schätzungen infizieren sich jährlich mindestens 60.000 bis 80.000 Menschen in Deutschland durch einen Zeckenstich mit Borreliose.
Genau Angaben liegen nur für FSME vor: 2010 wurden in Hessen 12 FSME-Fälle gemeldet, 2009 waren es 21 Fälle, 2008 waren es 13 FSME-Fälle, in 2007 14 Erkrankungen und 2006 51 Fälle.
In Hessen zählen der Odenwaldkreis, die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Groß-Gerau und Main-Kinzig, die Städte Darmstadt und Offenbach, sowie der Osten des Landkreises Marburg-Biedenkopf zu den Risikogebieten, in denen sich die FSME-übertragenden Zecken gehäuft finden. Weitere Risikogebiete liegen in Bayern, Baden-Württemberg und vereinzelt in Rheinland-Pfalz.
Informationen zu FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
In den meisten Fällen 70% - 90% verläuft die Infektion ohne Krankheitszeichen.
Wenn doch Symptome auftreten, beginnt FSME 2 bis 20 Tage nach dem Stich oft wie eine leichte Sommergrippe: Erste Symptome sind Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühle. Nach einer beschwerdefreien Zeit von einigen Tagen oder Wochen kommt es bei rund zehn Prozent der Patienten zur Beteiligung der Hirnhäute und des Gehirns. Schäden wie Lähmungen oder Kopfschmerzen können auftreten. In den meisten Fällen kommt es wieder zu einer Heilung. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Behandelt werden können lediglich die Symptome. Vor FSME schützt eine rechtzeitige Impfung.
Informationen zu Borreliose
Zur Vorbeugung gegen eine Infektion mit Borreliose gibt es derzeit noch keine Schutzimpfung.
Die Chance nach einem Zeckenstich zu erkranken beträgt 0,3% bis 1,4%. Erste Reaktionen zeigen sich meist ein bis zwei Wochen nach einem Zeckenstich. Rund um den Einstich bildet sich eine ringförmige Hautrötung, die Wanderröte. Weiter klagen Betroffene oft über Kopfschmerzen, Fieber, Gelenkschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen. Ein Rückgang der Wanderröte bedeutet keine Heilung. Die Borreliose wird mit einem Antibiotikum behandelt. Je früher die Therapie beginnt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder vollständig ausheilt. Unbehandelt kann eine Borreliose noch Wochen oder Monate nach der Infektion zu neurologischen Störungen führen.
Vorsorge ist der beste Schutz
Die Zecken werden ab etwa acht Grad aktiv. Besonders im Frühjahr und Herbst sind die winzigen Blutsauger auf der Suche nach einer Blutmahlzeit. Zecken leben in Bodennähe im hohen Gras, Unterholz, Sträuchern, Büschen oder im Laub. Gelangen sie auf die Kleidung begeben sie isch auf die Suche nach einer guten Stichstelle. Auf der Haut saugen sie sich fest, bevorzugt in den Kniekehlen, am Haaransatz, den Ohren oder am Hals. Der beste Schutz gegen eine Infektion durch einen Zeckenstich ist die Vorsorge. Damit es erst gar nicht zu einem Stich kommt, sollten Spaziergänger im Wald geschlossene Schuhe tragen. Die Bekleidung sollte Arme und Beine bedecken. Nach dem Ausflug ins Grüne sollte man die Kleidung ausschütteln und den Körper nach Zecken absuchen.
Dabei kann ein Partner hilfreich sein, da nicht alle Stellen gut eingesehen werden können.
Das gilt auch für Haustiere.
Was tun, wenn sich doch eine Zecke festgesaugt hat?
- Ruhe bewahren
- Die Zecke möglichst rasch und schonend mit einer Pinzette oder noch besser mit einer speziellen Zeckenzange entfernen. Wichtig ist es dabei, die Zecke nicht zu quetschen, damit sie nicht noch mehr infizierten Speichel absondert. Abgeraten wird von der Verwendung von Kleber oder Öl um die Zecke zu ersticken, weil sie dabei im Todeskampf besonders viel Speichel abgibt. Je früher die Zecke entfernt wird, umso geringer ist das Übertragungsrisiko für Borrelien.
Zecken-Impfung?:
Schon jetzt an ausreichenden Impfschutz für den Sommerurlaub denken
Bis zur kompletten Grundimmunisierung sind 3 Impfdosen erforderlich.
Bekannteste, durch Zeckenstiche verursachte Infektionskrankheit, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine entzündliche Erkrankung des Gehirns oder der Hirnhäute. Verursacht wird sie durch das FSME-Virus, übertragen durch den Stich einer damit infizierten Zecke. Gegen die FSME stehen Impfstoffe zur Verfügung, die sehr gut verträglich und hoch wirksam sind. Die von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfohlene komplette FSME-Impfung besteht aus drei Injektionen. Die ersten beiden werden im Abstand von ein bis drei Monaten verabreicht, der Impfschutz beginnt etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung.
Eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten schließt die so genannte Grundimmunisierung ab und verleiht einen Schutz für mindestens drei Jahre.
Wer seinen Sommerurlaub plant, sollte also bereits jetzt Impftermine mit seinem Hausarzt abstimmen und so für einen ausreichenden Impfschutz während der Reisezeit sorgen.
Dies gilt besonders für Reiseziele innerhalb Deutschlands, die als Risiko- oder Hochrisikogebiete gelten. Sie finden sich in weiten Teilen Bayerns, Baden Württembergs und vereinzelt in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Aber auch in anderen Teilen Deutschlands treten immer häufiger Infektionen durch verschleppte Zecken auf.
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Informationen zu Zecken und deren Gefahren erhalten Sie hier.
Eine interaktive Deutschlandkarte zu FSME- Risikogebiete finden Sie hier.
Informationen des Robert-Koch-Institut zu FSME erhalten Sie hier.
Ansprechpartner/in
| Ansprechpartner/in | Raum | Telefon | Fax | |
|---|---|---|---|---|
| Infektionsprävention - Abteilungsleitung | ||||
|
Bornhofen, Bernhard Dr.
Stellvertretender Fachbereichsleiter |
4-243 | 06172-999-5810 | 06172-999-9806 | |
| Kinder- und Jugendärztlicher Dienst - Abteilungsleitung | ||||
|
Piepenbring, Andrea Dr.
Ärztin |
4-209 | 06172-999-5870 | 06172-999-9806 | |





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