Kein Geocaching abseits der Wege!

Datum: 08.07.2011
Vor ökologisch nachteiligen Folgen des „Geocachings“, einer zunehmend beliebten Freizeitbeschäftigung, warnen das Forstamt Königstein und der Fachbereich Umwelt des Hochtaunuskreises. ...

Hochtaunuskreis. Vor ökologisch nachteiligen Folgen des „Geocachings“, einer zunehmend beliebten Freizeitbeschäftigung, warnen das Forstamt Königstein und der Fachbereich Umwelt des Hochtaunuskreises. Ziel des Geocachings sei es, versteckte „Schätze“, die von einzelnen Personen in der freien Natur, vor allem im Wald, versteckt werden, mit elektronischen Geräten zu finden.

 

Grundsätzlich sei es begrüßenswert, wenn die Nutzung neuer Medien dazu führt, weitere Bevölkerungsgruppen in die Natur zu bringen. Beide Dienststellen appellieren jedoch an die Geocacher, ihre Freizeitbeschäftigung naturverträglich auszuüben und die zum Schutz der Natur geschaffen Regeln einzuhalten.

 

Insbesondere beschränke sich entgegen anderslautender Annahmen der Biotop- und Artenschutz auch beim Geocaching nicht nur auf Naturschutzgebiete, in denen das Schatz-Verstecken in der Regel verboten sei. Das Stöbern nach den „Schätzen“ gehe vielmehr fast immer mit unnötigen und damit vermeidbaren Beunruhigungen natürlicher Lebensräume einher. Im gesamten Wald- und Feldflur sollen solche Lebensräume, beispielsweise umgekippte hohle Bäume, das ganze Jahr über nicht als Verstecke herangezogen werden.

Auch das Beklettern von Bäumen oder das Abseilen in Steinbruchwänden sei rechtlich nicht gedeckt und könne zu erheblichen Störungen von empfindlichen Tier-und Pflanzenarten führen. Auch ergäben sich daraus große Verletzungsgefahren für die Kletterer selbst.

 

Das neue hessische Jagdrecht schränke darüber hinaus das bei Geocachern beliebte nächtliche Herumstreifen abseits der Waldwege erheblich ein.

 

Problematisch sei zudem eine umfassende öffentliche Werbung für das Geocaching. Diese Dimension lasse allemal keine rechtfertigenden Vergleiche mit gelegentlichen Geländespielen (z.B. von Jugendgruppen) zu. Die für Geländespiele Verantwortlichen könnten sich mit den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes so vertraut machen, dass hierauf allgemein Verlass sei. Davon könne bei der Anonymität vieler Geocacher nicht ausgegangen werden.

 

Forstamt und Fachbereich Umwelt weisen abschließend darauf hin, dass Besitzer von Grundstücken weder Schatz-Verstecke oder eine Störung der Natur dulden müssen.

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