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Oberurseler Werkstätten feiern 40jähriges Jubiläum


28.10.2011 10:42

Oberursel. 40 Jahre bestehen die Oberurseler Werkstätten für behinderte Menschen im Hochtaunuskreis in diesem Jahr. Mit einem Festakt wird das Jubiläum nun gefeiert.

„Die Geschichte der Werkstätten ist eine Erfolgsgeschichte“, bilanziert Landrat Ulrich Krebs in seiner Funktion als Vorsitzender der Betriebskommission der Oberurseler Werkstätten, „wir können auf eine Entwicklung blicken, in deren Verlauf die behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf immer mehr Angebote zugreifen und immer bessere Förderung erfahren konnten. Und wir können auf eine Entwicklung blicken, in deren Verlauf die Werkstätten auch quantitativ gewachsen sind.“ Dabei blieben die Werkstätten ihrer Maxime treu, die behinderten Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, sie entsprechend ihrer Neigungen zu fördern und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Krebs bedankt sich für das große Engagement, mit dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Eltern und Förderer, diese 40 Jahre mitgestaltet und geprägt haben.

Der Landrat erinnert zudem daran, dass die Oberurseler Werkstätten sich zu einem Unternehmen entwickelt haben, das sich durch die Arbeitsleistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voll und ganz in das Wirtschaftsleben des Hochtaunuskreises integriert hat, sich mit seinen Produkten und Dienstleistungen behauptet und auf einen großen Kundenstamm blicken kann.

„Eine Behindertenwerkstatt muss immer wieder aufs Neue einen Kompromiss zwischen den Anforderungen des Kunden und der individuellen Leistungsfähigkeit der Menschen mit Behinderung finden. Dies ist den Oberurseler Werkstätten in den vergangenen 40 Jahren gelungen“, so Krebs.

 

Krebs freut sich auch über die zahlreichen Aktivitäten, die die Werkstätten entfalten, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. „Die Ausstellungen der Künstler unter den Mitarbeitern, die Auftritte der Gruppe „Hörsturtz“ und der Zimmersmühlenlauf sind Zeichen gelebter Integration“, befindet der Landrat.

 

Heute finden 515 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 416 behinderte und 99 nicht behinderte, einen Arbeitsplatz in den Oberurseler Werkstätten

Die Oberurseler Werkstätten laden alle Interessierten am Samstag, 29. Oktober von 13 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Alle Standorte sind geöffnet und geben Einblick in die unterschiedlichen Berufsfelder. Zudem gibt es Mitmachaktionen und für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

 

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Zur Geschichte der Werkstätten:

 

Am 2. August 1971 nahmen die Oberurseler Werkstätten, damals noch als „Beschützende Werkstatt“ mit 27 behinderten Menschen „An den drei Hasen“ in Oberursel ihre Arbeit auf. Als das angemietete Gebäude „An den Drei Hasen“ zu klein wurde, erfolgte 1981 der Umzug in das neue, eigene Werkstattgebäude in der Oberurseler Straße, das später den Namen „Werner-Herr-Haus“ erhielt. Zum neuen Werkstattgelände kam 1988 eine 450qm große Lagerhalle hinzu, 1991 erfolgte der Anbau für den Schwerbehindertenbereich an das Hauptgebäude. Im Zuge der Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung der Oberurseler Werkstätten wurde im Jahr 1993 die Aktenvernichtung als Dienstleistungsangebot aufgenommen und auch die sichtbare Öffnung der Werkstätten nach außen nahm mit der Eröffnung des Werkstattladens im Zimmersmühlenweg ihren Lauf.

1994 richteten die Oberurseler Werkstätten eine Zweigwerkstatt für psychisch behinderte Menschen in der Benzstraße in Bad Homburg ein, die jedoch 2002 zurück nach Oberursel zog. Eine weitere Zweigwerkstatt, diesmal für geistig behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, konnte 1996 in der Folkbertusstraße in Oberursel eröffnet werden.

Die Erweiterung der Werkstätten setzte sich auch im neuen Jahrtausend fort. 2002 kam die Außenstelle Zimmersmühlenweg 67 hinzu, seit 2003 bietet hier auch das Bistro „Café & More“ den zahlreichen Beschäftigten der Unternehmen im Gewerbegebiet leckere Speisen an. Ebenfalls 2003 zog es die Oberurseler Werkstätten mit dem Ladengeschäft „Schawellsche“ ins Freilichtmuseum Hessenpark.

2009 konnte für das Angebot an Bürodienstleistungen in einem Gebäude in der „Oberen Zeil“ in Oberursel eine Außenstelle eingerichtet werden.

Ein Um- und Erweiterungsbau im Haupthaus in der Oberurseler Straße brachte den Oberurseler Werkstätten 2009 auch ein neues Qualifizierungs- und Förderzentrum. Mit dem Umzug der Schreinerei in den Zimmersmühlenweg 67 vergrößerte sich dieser Arbeitsbereich auf 1095 m². Es sind vor allem die zahlreichen Produkte der Schreinerei, die im Werkstattladen angeboten werden. Dieser wird seit seinem Bestehen so gut angenommen, dass er 2010 in größere Räume in der Oberurseler Straße 81 umzog. Seit April 2011 gibt es zudem eine Außenarbeitsgruppe im Freilichtmuseum Hessenpark.

 

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Zu den Arbeitsfeldern der Oberurseler Werkstätten:

 

Lang ist die Liste an Dienstleitungen, die die Oberurseler Werkstätten anbieten und zahlreich die Produkte, die hergestellt werden. Damit haben die Werkstätten einen festen Platz im Wirtschaftsleben des Hochtaunuskreises eingenommen und können auf viele langjährige Geschäftskontakte stolz sein. Unter dem Motto „wir können fast alles was Maschinen nicht oder nur unvollständig können“, weisen die Werkstätten auf eine Reihe von handwerklichen Tätigkeiten hin, die ihren Kunden das Leben erleichtern.

 

Industrielle Dienstleistung:

So können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedene Produkte magazinieren, um sie für Automaten verarbeitbar zu machen. Sie montieren und demontieren Messgeräte und Halbwerkzeuge, schneiden, isolieren ab, verzinnen und verlöten Kabel und Drähte. Sie bestücken Beutel und Faltschachteln und wenn sich ein Fehlerteufel in eine Broschüre geschlichen hat, dann werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch gerne beauftragt um Korrekturaufkleber einzukleben.

 

Aktenvernichtung:

Die Oberurseler Werkstätten sind ein professioneller Entsorgungsfachbetrieb. Akten werden nach Sicherheitsstufe 3 DIN 32757-1 von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vernichtet und das Papier dem Recycling zugeführt. Die Oberurseler Werkstätten stellen ihren Kunden zur Aktenvernichtung auch Sicherheitscontainer bereit und sorgen für deren datenschutzsicheren Transport und die Zwischenlagerung.

 

Holzverarbeitung:

Die niedliche Holzente entsteht ebenso in der Schreinerei der Oberurseler Werkstätten wie der praktische Apfelweinträger. Aber auch die passgenaue Transportkiste wird mit der gleichen Leidenschaft gefertigt wie die individuelle Spielebene für Schule und Kindergarten in Modulbauweise. Mit der Herstellung von Spielzeug, Haushalts- und Dekorationsartikeln oder Sonderanfertigungen aus Holz bieten die Oberurseler Werkstätten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, die ganzheitliche Entstehung eines Produktes zu erleben.

 

Mailing und Büroservice:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oberurseler Werkstätten erledigen für ihre Kunden auch die Briefpost, von der Erstellung von Serienbriefen, über den individuellen Ausdruck, bis hin zu Kopier-, Sortier- Kommissionier- und Kuvertierarbeiten. Hinzu kommt das Angebot, Sendungen zu frankieren und zu versenden oder auch Schriftstücke bis zur Größe DIN A 3 auszudrucken, zu laminieren, zu schneiden, zu falzen, zu lochen oder zu heften. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pflegen ebenso Daten ein oder speichern diese zum Versand auf DVDs oder USB-Sticks.

 

Scannen und Dokumentenmanagement:

Viele zufriedene Kunden greifen auch auf das Dokumentenmanagement der Oberurseler Werkstätten zurück. Die hier arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter scannen Dokumente, indizieren diese nach den Kundenvorgaben und übergeben die Daten unter Einhaltung strengster und aktuellster Sicherheitsregelungen auf den Kundenserver oder als DVD.

 

Bistro:

Ein täglich wechselndes Angebot gibt es im Bistro der Oberurseler Werkstätten im Zimmersmühlenweg 67. Die Firmenmitarbeiter aus dem Gewerbegebiet wissen das Angebot an Frühstücksbrötchen, einem guten Eintopf oder frischen Salaten zu schätzen und genießen hier in ruhiger Atmosphäre Speisen und Getränke.


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