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| 30.11.2011 13:14 |
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Hochtaunuskreis. Die Römer waren im April Gegenstand einer wissenschaftlichen Tagung des Hochtaunuskreises. Nun sind die Erkenntnisse in einem reich bebilderten Sammelband dokumentiert der sich mit seiner allgemein verständlichen Darstellung an ein breites Publikum wendet. Darin lässt sich zum Beispiel nachlesen,
- dass die römische Reichsgrenze, der Limes, keineswegs einheitlich gestaltet war; - dass die Römer nicht erst um 85 n. Chr., sondern schon zwischen 10 und 14 n. Chr. die Provinz Obergermanien mit Mainz als Hauptstadt gründeten; - dass sich im südmainischen Gebiet mit Erlaubnis der Römer bereits um Christi Geburt Germanen am Rhein ansiedelten; - dass am Ende des 1. Jahrhunderts römische Siedler aus Gallien einwanderten und im nordmainischen Gebiet mehr als 470 Gutshöfe errichteten; - dass das Hessische Ried durch Militärlager und Zivilsiedlungen stärker erschlossen war als bislang angenommen.
„Die Tagungen zur Regionalgeschichte, die wir regelmäßig in den Räumen der Werner-Reimers-Stiftung veranstalten, zeigen eindrucksvoll, dass unsere Region wesentlich durch die gemeinsame Geschichte verbunden ist“, so Landrat Ulrich Krebs. „Die Grundlagen dafür, die in der spannenden römischen Geschichte von Rhein, Main und Taunus liegen, können jetzt auf dem neuesten Stand nachgelesen werden.“ In den letzten 30 Jahren seien insbesondere durch archäologische Funde und die Neuinterpretation von Schriftquellen viele neue Erkenntnisse gewonnen worden, die in den Tagungsband Eingang gefunden hätten. Heutige Maßstäbe angelegt, muss man sich die Situation im Rhein-Main-Gebiet vor knapp 2000 Jahren so vorstellen: Nachdem die Kelten ihre Städte rechts des Rheins aufgegeben hatten und die Einwanderung von Germanen gestoppt worden war, gingen die Römer vor allem seit Kaiser Augustus dazu über, ihre Herrschaft in unserem Gebiet zu organisieren. Bis zum Anfang des 2. Jahrhunderts bauten sie sie kontinuierlich aus. Das Rhein-Main-Gebiet war damals kein polyzentrisches, sondern ein einheitliches Gebilde, aufgeteilt in mehrere fast gleichgroße Landkreise mit Mainz als Metropole. An der Mündung des Mains in den Rhein trafen sich alle Verkehrswege. Dort pulsierte das wirtschaftliche Leben, trafen sich Kaufleute und führende Politiker aus den verschiedenen Nachbarregionen. Frankfurt war eine von mehreren Kleinstädten im Umfeld von Mainz. Wirtschaftlich und politisch war es von der Metropole abhängig, da es sich in einer Randlage befand. Frankfurts Honoratioren engagieren sich deshalb mit großzügigen Spenden und Schenkungen in Mainz, um so ihre Verbundenheit mit der Führungsschicht des Landes zu bekunden.
„Die Römer im Rhein-Main-Gebiet“, herausgegeben von Frank M. Ausbüttel, Ulrich Krebs und Gregor Maier, 224 S., ist erschienen im Theiss-Verlag, ISBN 978-3-8062-2420-7, und kostet im Buchhandel 24,95 EUR. Zugleich ist der Band auch bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienen, wo Mitglieder ihn zum Preis von 19,90 EUR beziehen können.
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