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10 Jahre Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt im Hochtaunuskreis


11.11.2010 13:01

Hochtaunuskreis. Seit 10 Jahren gibt es das Hochtaunusinterventionsprojekt gegen häusliche Gewalt (HIP). Dieses Jubiläum nimmt Kreisbeigeordneter Uwe Kraft zum Anlass, die Bedeutung der Zusammenarbeit herauszustellen und allen Beteiligten für ihren Einsatz zu danken. "Ziel ist es, den Betroffenen Wege aus der häuslichen Gewalt aufzuzeigen. So ist es gelungen, mit dem Arbeitskreis im Interesse und zum Schutz der Opfer eine konsequente Vorgehensweise und Strafverfolgung gegenüber Gewalttätern zu erreichen. Die Zusammenarbeit hat bei diesem schwierigen Thema bereits in vielen Fällen Früchte getragen", freut sich Kreisbeigeordneter Uwe Kraft. In seinem Dezernat ist die Koordinierungsstelle des HIP angesiedelt.

 

Im HIP finden sich Vertreterinnen und Vertreter aller Polizeistationen im Kreis, Vertreterinnen beider Frauenhäuser und der Beratungsstelle "Frauen helfen Frauen e.V." sowie die Erziehungsberatung des Hochtaunuskreises und der Stadt Bad Homburg, pro familia, Diakonisches Werk, Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Hochtaunuskreis, die Frauenbeauftragten im Hochtaunuskreis, die Köpperner Institutsambulanz, der Weiße Ring, Amtsanwaltschaft und Gerichtshilfe, Rechtsanwältinnen, Therapeutinnen und Therapeuten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe und des Hochtaunuskreises zusammen.

 

Mit der Einführung des Gewaltschutzgesetzes im Jahr 2002 wurden die Rechte und Schutzmöglichkeiten der Opfer häuslicher Gewalt gestärkt und die Täter zur Verantwortung gezogen. Nach den Handlungsleitlinien für die Polizei muss beim Einsatz der Polizei bei häuslicher Gewalt eine Anzeige an die Amtsanwaltschaft oder nach Schwere des Deliktes an die Staatsanwaltschaft gefertigt werden. Die betroffene Frau kann ebenfalls noch einen Strafantrag stellen, der Vorgang wird aber auch ohne Strafantrag von der Amtsanwaltschaft bearbeitet.

"Im Arbeitskreis wurde die Absprache getroffen, dass nach solchen Einsätzen eine Beratung für die Betroffenen angeboten werden soll. Deshalb wurden Flyer mit Informationen zum Gewaltschutzgesetz und mit Anlaufstellen gefertigt, die beim Polizeieinsatz ausgehändigt werden", so der Sprecherinnenkreis von HIP. "Daraus ist der sogenannte 'pro aktiv Ansatz' entstanden, was bedeutet, dass bei einem Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt mit Einverständnis der betroffenen Frau ihre Telefonnummer von der Polizei an die Beratungsstelle des Vereins "Frauen helfen Frauen e.V." weitergegeben wird, damit die Mitarbeiterinnen auf die Frau zugehen und ihr Beratung anbieten können", berichten die Sprecherinnen weiter.

 

Die Arbeit von HIP werde zudem in Informationsmaterialien, an Infoständen, in Ausstellungen und auf Fachveranstaltungen vorgestellt. Interne Fortbildung zu spezifischen Gewaltthemen sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung der Interventionsarbeit stünden ebenfalls auf der Agenda.

In diesem Zusammenhang hat der Arbeitskreis zum 10-jährigen Bestehen einen Reader herausgegeben, in dem alle Mitglieder mit ihrem speziellen Angebot aufgeführt sind.

In der Zeit vom 20. bis 27. November 2010 findet anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November eine landesweite Brötchentütenaktion "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte" der Frauenbeauftragten in Kooperation mit der Bäckerinnung statt. Landesweit gehen Brötchentüten mit dem Aufdruck "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte" und Adressen von Hilfeeinrichtungen der Region über die Theke. In verschiedenen Städten des Hochtaunuskreises werden Mitglieder des HIP und Innungsmitglieder der Bäckereien an Aktionen teilnehmen.

 

Weitere Informationen können Interessierte und Betroffene bei der Leitstelle Frauen, Senioren, Behinderte und Krankenhilfe, als Koordinierungsstelle des HIP, unter der Telefonnummer 06172-999-5410 erhalten.