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6. Bericht zur Umsetzung des SGB II


01.12.2010 16:08

Vier Prozent beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote im Hochtaunuskreis. Im nun vorgelegten 6. Bericht zur Umsetzung des SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, zeigt sich, welche Maßnahmen der Hochtaunuskreis ergreift, um zu dieser guten Zahl beizutragen und Menschen in Arbeit zu bringen. „Das Rhein-Main-Gebiet bietet einerseits günstige Voraussetzungen für den Arbeitsmarkt, andererseits sind aber die Anforderungen an die Arbeitnehmer sehr hoch. Wir müssen die Qualifizierungsangebote für unsere Klienten konkret an die Erfordernisse der Arbeitgeberseite anpassen. Hierauf haben wir uns eingestellt“, so der für die Grundsicherung für Arbeitssuchende zuständige Erste Kreisbeigeordnete, Dr. Wolfgang Müsse, „für jeden Arbeitsuchenden wird ein individuelles Profil seiner speziellen Fähigkeiten und Fertigkeiten erstellt“.

„Hinzu kommt die durch den Fachbereich Arbeitsförderung intensiv betriebene Stellenakquise, die auch einen engen Kontakt zum Arbeits- und Stellenmarkt mit sich führt“, erläutert Kreisbeigeordneter Uwe Kraft, als Dezernent zuständig für den Bereich der Arbeitsförderung.

 

Von den rund 6.000 erwerbsfähigen langzeitarbeitslosen Personen  konnten im Jahre 2009 1.405 in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden, im ersten Halbjahr 2010 wiederum 703. Da die Ausbildungsverhältnisse erst im zweiten Halbjahr beginnen, wird für das Jahr 2010 mit einer Steigerung des Vorjahresergebnisses gerechnet.

 

Ein besonderes Augenmerk legt Kreisbeigeordneter Kraft auf den Bereich der arbeitslosen älteren Bürgerinnen und Bürger. Um sie gesondert zu fördern, hat sich der Hochtaunuskreis Anfang 2010 dem Bundesprogramm Perspektive 50plus angeschlossen. Gemeinsam mit vier Arbeitsgemeinschaften (zwischen Arbeitsagenturen und Kommunen) und einer Optionskommune aus der Rhein-Main-Region werden spezielle Maßnahmen, wie ein Jobclub, Gesundheits-, Ernährungs- und Bewegungsberatung entwickelt, um diese Personengruppe wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen und zu integrieren. „Wir haben uns zudem dazu entschieden, für die besondere Zielgruppe der arbeitsmarktfernen Klienten ein neues Angebot zu schaffen. Hierbei steht die aufsuchende Arbeit im Mittelpunkt“, so Kraft. Ein Diplom-Sozialpädagoge besuche die Personen und stelle den Kontakt zur Kreisverwaltung her. „Wir haben damit viele Menschen erreichen können, die uns vorher ablehnend gegenüberstanden. Jetzt können wir ihnen helfen, sich zunächst sozial und dann langfristig auch beruflich zu integrieren“, berichtet Kraft.

 

Positiv bewertet Kraft zudem die enge Betreuung von langzeitarbeitslosen erwerbsfähigen Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen durch die Leitstelle Rehabilitation. Einen Beleg hierfür liefere die Zahl an Integrationen von behinderten Menschen in den ersten Arbeitsmarkt. Im Jahr 2009 wurden von 985 geprüften Reha-Fällen 163 Personen wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert, im 1. Halbjahr 2010 von 909 geprüften Reha-Fällen 77.

Der Kreisbeigeordnete hob besonders den Erfolg des Reha-Netzwerks hervor, mit dessen Hilfe passgenaue Angebote für Langzeitarbeitslose mit Behinderungen unterbreitet werden könnten.

 

Der Hochtaunuskreis ist seit Januar 2010 eine von sechs hessischen Modellregionen für Integration und legt den Schwerpunkt auf die Integration in den Arbeitsmarkt. Hierbei konzentrieren sich die Bemühungen auf Menschen mit Migrationshintergrund, die sich seit längerem im SGB-II-Bezug befinden. Im Rahmen der Modellregion hat der Kreis ein eigenes Case-Management aufgebaut und fördert Projekte, die sich genau an diese Zielgruppe richten. Das Case- Management findet in Form von aufsuchender Arbeit mit 31 Familien aus den vier ausgewählten Kommunen Steinbach, Oberursel, Friedrichsdorf und Neu-Anspach statt. Die Familien haben einen Migrationshintergrund, sind seit mehreren Jahren im SGB II Bezug und haben mindestens zwei Kinder. Insgesamt sind es Familien aus 16 verschiedenen Ländern. „Das Ziel des Case-Managements ist, gemeinsam mit den Familienangehörigen Unterstützungs- und Förderungsmöglichkeiten zu erarbeiten, die ihnen helfen, sich in ihre Umgebung zu integrieren und sie in die Lage versetzen, auch auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, berichtet der für die Modellregion Integration zuständige Dezernent, Dr. Müsse.