9. bis 12. September 2011: Laurentiusmarkt Usingen - Kreistierschau und mehr
| 05.09.2011 13:45 |
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Hochtaunuskreis. Bald ist es wieder soweit: Usingen feiert die Laurentiuskerb und den Laurentiusmarkt mit Kreistierschau. Die Laurentiuskerb ist das größte Volksfest im Usinger Land. Festzelt, Fahrgeschäfte und Verkaufsstände stehen ebenso für die Kerb wie der Markt und die Kreistierschau am Kerbesonn- und -montag.
„Mit der Kreistierschau präsentieren die Landwirte ihre besten Zuchtergebnisse. Bei der Bezirkspferdeschau am Sonntagvormittag werden Großpferde, Kaltblüter und Ponies in verschiedenen Klassen vorgestellt und prämiert. Am Montag muht, mäht, meckert und kräht es: Milchkühe, Schafe und Ziegen stellen sich der Jury“, berichtet Landrat Ulrich Krebs.
Gleichzeitig ist die Kreistierschau immer auch ein Forum, auf dem sich die Landwirte der Region austauschen und präsentieren und die Gäste, vor allem die Kinder am Grundschultag über ihre Arbeit informieren.
Geschichte des Laurentiusmarktes: Der Laurentiusmarkt hat eine lange Tradition und das Stadtarchiv in Usingen hat sich auf die Suche nach der Geschichte begeben. Die erste Erwähnung als Kirchweih (Kerb) geht auf das Jahr 1430 zurück, der Name leitet sich von den beiden Kirchen in Usingen ab. Damit wird die Kerb im September seit über 580 Jahren gefeiert, „damals“ mit anderer Bedeutung, so zum Beispiel im Jahr 1866: da wurden zum Viehmarkt 150 Ochsen, 100 Kühe und 50 Rinder aufgetrieben. Die Verkäufer - hauptsächlich aus der Wetterau - machten „gute Geschäfte“. Auch die nachfolgenden Jahrzehnte zeigten, dass der damalige Viehmarkt in Usingen für die Landwirte große Bedeutung hatte und eine Schnittstelle zwischen dem Usinger Land und der Wetterau war. 1891 wird der erste Schafmarkt abgehalten, es kamen auf Anhieb 700 Schafe - neben über 1000 Schweinen und Ferkeln und etwa 400 Rindern. 1894 waren gar 1.500 Tiere auf dem Viehmarkt und 1894 rühmte sich Usingen schon stolz, als einer der schönsten Schafmärkte in der Umgebung anerkannt zu sein. Sogar Händler aus Köln kamen und kauften teilweise bis zu 150 Tiere.
Anfang der 1900er Jahre verlor der Viehmarkt an Bedeutung, „nur“ noch um die 500 Tiere wurden auf dem Viehmarkt angeboten. In den Jahren des Ersten Weltkrieges gibt es keine Unterlagen über den Viehmarkt und ob er überhaupt stattfand. Erst 1921 wird wieder über den Markt berichtet, der „ganz im Zeichen der Not“ stand. 1922 standen auf dem Viehmarkt nur 208 Ferkel zum Verkauf, die - so wird berichtet - „goldene Schwänzchen“ hatten. Ein Ferkel kostete damals 25.000 Mark. Bis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Zeiten schwer. Das Jahr 1953 war Start der „neuen“ Laurentiuskerb auf dem neuen Marktplatz in der damaligen Markthalle. Neu war auch der Termin: Ursprünglich im Oktober um den Gallustag gefeiert, wurde die Kerb vom damaligen Veranstalter Gustav Matthes (liebevoll Onkel Gustav genannt) nun auf das zweite Wochenende im September gelegt. Ab Ende der 1960er Jahre übernahmen die Usinger Vereine die Bewirtschaftung auf der Laurentiuskerb. 1975 wurde die Pferdeschau auf den Sonntag verlegt.
Das Programm der Usinger Laurentiuskerb war und ist ein kleiner Spiegel seiner Zeit: Gab es „früher“ am Freitagabend Blasmusik, so ist der Freitagabend heute eher für den Geschmack der Jugend ausgerichtet. Auch die Sportveranstaltungen wechselten mit dem Zeitgeist: So stand das Jahr 1975 ganz im Zeichen der aktuellen Trimm-Dich Bewegung, besonders hervor gehoben wurde dabei das Tauziehen auf dem Reitplatz. Als erster Preis winkte ein Hammel.
Der landwirtschaftliche Teil des Laurentiusmarktes hat sich ebenfalls gewandelt - und wird dies auch in der Zukunft tun. So erlangte im Lauf der Jahre die Pferdeschau eine immer größere Bedeutung und die Kreistierschau am Montag zeigt heute Klasse statt Masse. Immer wichtiger wird die Information der Landwirte und Tierzüchter über ihre Arbeit und die natürlichen Zusammenhänge. Am „Kerbemontag“ gibt es viele Mitmachaktionen für Kinder mit Wissenswertem über Natur, Landwirtschaft und Forst.
Programm siehe Anhang |






