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Adolf-Reichwein-Schule: Gutachten schließt Gesundheitsgefährdung aus. Erneute Messungen Ende Oktober


01.10.2010 12:43

Hochtaunuskreis. Nach der Sanierung von zwei Klassenräumen im 6-Klassen-Container der Adolf-Reichwein-Schule, auch F-Container genannt, hat das Gutachten der TÜV SÜD Life Service GmbH eindeutige Aussagen dazu getroffen, dass im gesamten Klassencontainer keine gesundheitlichen Risiken für die Nutzer bestehen.

Die anhaltende Diskussion nimmt der Kreis zum Anlass, dies noch einmal mit Aussagen des Gutachtens zu verdeutlichen:

· "Es ergaben sich keine Hinweise auf in den Räumen liegende Quellen für luftgetragene mesophile Schimmelpilze. Damit ergaben sich auch keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch diesen Parameter.

· Es ergaben sich keine Hinweise auf in den Räumen liegende Quellen für luftgetragene thermophile Schimmelpilze bzw. Aspergillus fumigatus. Damit ergaben sich auch keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch diesen Parameter.

·  Die Abklatschproben ergaben keine erhöhte Besiedlung der beprobten Oberflächen mit Schimmelpilzen",

heißt es in dem Gutachten.

 

Das Gutachten trifft darüber hinaus Aussagen zu so genannten MVOC (microbial volatile organic compounds), flüchtige mikrobielle organische Verbindungen, die durch Mikroorganismen wie z. B. Bakterien beim Abbau von organischen Substanzen erzeugt werden, aber auch in anderen organischen Verbindungen wie beispielsweise Lösungsmittel oder Alkoholen (Ethanol, Propanol, Butanol, etc.) enthalten sind. Der Kreis macht deutlich, dass das Gutachten im Hinblick auf MVOC-Messungen zwar in vier von sechs Räumen erhöhte Werte feststellt, die in drei Räumen so hoch sind, dass Mikroorganismen vorhanden sein müssen. Aber auch zu den erhöhten Messwerten sagt das Gutachten ganz klar: "Die gefundenen MVOC-Werte geben keinen belastbaren Hinweis auf ein gesundheitliches Risiko für Raumnutzer". Im Raum mit dem höchsten Messwert werden als mögliche Ursache die dort gelagerten Farben und Kunstobjekte genannt.

"Das Gutachten sieht in den Farben und Kunstobjekten einen wesentlichen Grund für die erhöhten Werte. Wir haben in einem Gespräch mit der Schulleitung und dem Elternbeirat vereinbart, dass die Farben und Kunstobjekte entfernt werden, wie es im Übrigen auch das Gutachten empfiehlt. Zudem soll das ebenfalls im Gutachten empfohlene regelmäßige und gründliche Lüften umgesetzt werden", so Landrat Ulrich Krebs.

Das Gutachten tritt auch der Behauptung entgegen, MVOC seien Indiz für Schimmelbefall: "Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass in der neueren Literatur die Funktion von MVOC als zuverlässiger Indikator für Schimmelbefall mehr und mehr angezweifelt wird. … Für die meisten MVOC konnte keine Korrelation zwischen Schimmelstatus und MVOC-Konzentration gefunden werden. … MVOC [sind] als Indikator für Schimmelbefall … wenig geeignet", heißt es im Gutachten.

 

Landrat Krebs betont noch einmal, dass er dem Schulelternbeirat eine erneute Messung nach den Herbstferien zugesagt habe. "Erst wenn wir ausschließen können, dass nicht Farben und Kunstwerke allein die Ursache für die erhöhten Werte sind, können wir über weitere Schritte beraten. Wir tun jedoch gut daran, bedacht vorzugehen. Als zentrale Aussage des Gutachtens bleibt festzuhalten, dass keine gesundheitliche Gefährdung der Raumnutzer besteht."

Dass das F-Gebäude zwingend ersetzt werden müsse, zeichne sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ab.


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