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Bundesweites Filmfestival Ausnahme|Zustand läuft im Hochtaunuskreis an


05.03.2009 11:16

Hochtaunuskreis. Der Hochtaunuskreis organisiert gemeinsam mit dem Diakonischen Werk, dem Haus Altkönig, der Jugendberatung und Suchthilfe JJ und der Stadt Oberursel das Filmfestival Ausnahme|Zustand, das sich mit der psychischen Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auseinandersetzt. Vom 21. bis 25. April werden im Kino Bluebox Portstraße in Oberursel Spiel- und Dokumentarfilme präsentiert, die Einblicke in die jugendliche Gedanken- und Gefühlswelt geben.
Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Dr. Wolfgang Müsse, der die Schirmherrschaft für das Festival übernommen hat, stellte heute die Werbematerialien vor. Plakate und Flyer werden in den kommenden Wochen auf das Festival aufmerksam machen. "Das Projekt soll Jugendlichen einen Anstoß geben sich mit psychischen Problemen auseinander zu setzen bzw. diese offen anzusprechen und sie nicht als Tabu zu verstehen. Gleichzeitig wird die Chance größer einer psychischen Erkrankung vorzubeugen, sie zu erkennen und sie zu behandeln", erläutert Dr. Müsse.
An den Vormittagen sind Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte aller weiterführenden Schulen im Hochtaunuskreis eingeladen die Filme anzuschauen. Die Abendvorstellungen, die jeweils um 20 Uhr beginnen, richten sich an alle Interessierten.

 

Die acht Spiel- und Dokumentarfilme, die während des Filmfestivals gezeigt werden, geben Einblick in die jugendliche Lebenswelt mit allen Gedanken und Gefühlen, die die psychische Gesundheit beeinflussen können. Sehnsucht nach Liebe und Halt, Freundschaft, Respekt, aber auch Einsamkeit, Angst, Krisen, Krankheit sogar Suizid spielen eine Rolle.

 

"Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang auch die Kooperation zwischen den Schulen und lokalen sowie regionalen Einrichtungen des Hilfs- und Beratungssystems auf dem Gebiet der psychische Gesundheit zu vertiefen und zu festigen", so der Erste Kreisbeigeordnete mit Blick auf die Kooperationspartner Diakonisches Werk, Haus Altkönig und Jugendberatung und Suchthilfe JJ. Neben Mitarbeitern des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Hochtaunuskreises stehen erfahrene Gesprächspartner der genannten Institutionen den Schülerinnen und Schülern nach den Aufführungen zur Verfügung.

 

Mit diesem Filmfestival ist der Hochtaunuskreis Partner des bundesweiten Projekts, dass der Verein Irrsinnig Menschlich ins Leben gerufen hat. Seit vielen Jahren hat der Verein zahlreiche Erfahrungen in der Beratung und Sensibilisierung zur psychischen Gesundheit erarbeitet. Das Filmfestival läuft bundesweit schon seit Oktober 2008.

 

Dr. Müsse erläutert auch die Beweggründe für die Entscheidung zur Durchführung des Filmfestivals. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2007 habe gezeigt wie wichtig dieses Thema gerade für Heranwachsende ist. Folglich gelten 12% aller Kinder und Jugendlichen als psychisch auffällig und 8% als wahrscheinlich auffällig. Über 1,5 Millionen Kinder lebten mit Eltern zusammen, die an einer schweren psychischen Erkrankung leiden. Daneben konnte die Untersuchung erstmals dokumentieren, dass Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien häufiger psychisch auffällig sind und grundsätzlich einen schlechteren Gesundheitszustand haben.

 

Informationen zum Filmfestival finden Interessenten auch auf der Homepage des Kreises unter www.hochtaunuskreis.de direkt auf der Startseite.

 

 

Foto (von links): Christian Küpper, Einrichtungsleiter Casa Reha "Haus Altkönig"; Daniela Laue, Leiterin Kulturabteilung Portstrasse, Stadt Oberursel; Dr. med. Roland Pauly, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes Hochtaunuskreis; Pia Sohns-Riedl, Leiterin Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Hochtaunuskreis; Dr. Wolfgang Müsse, Erster Kreisbeigeordneter; Stefanie Limberg, Stellvertretende Leiterin Diakonisches Werk Hochtaunus


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