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| 20.10.2011 14:52 |
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Hochtaunuskreis. Eine Delegation aus China hat kürzlich auf ihrer Informationsreise zur „biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft“ auch dem Amt für den Ländlichen Raum einen Besuch abgestattet und neue Erkenntnisse zum Thema gewonnen. „Im Taunus spielen Streuobstwiesen und Blühflächen im agrarisch genutzten Bereich eine wichtige Rolle und dienen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Teilnehmer der chinesischen Delegation stehen auch in ihrer Heimat vor dem Problem der Spezialisierung von Pflanzen und Nutztieren und suchen nach Maßnahmen, die Artenvielfalt in der Landwirtschaft zu erhalten“, berichtet Landrat Ulrich Krebs über den Besuch. Im Hochtaunuskreis wird der Artenvielfalt in der Landwirtschaft eine große Bedeutung beigemessen. Auf so genannten Blühflächen, d.h. Ackerflächen, die gezielt aus der landwirtschaftlichen Produktion herausgenommen werden, wachsen Blütenpflanzen wie Malven und Buchweizen, Wiesenmargerite und Wilde Möhre, die Wild- und Honigbienen, aber auch ungezählten anderen Insekten als Nahrung dienen. Bodenbrütern wie Rebhuhn und Feldlerche finden hier ebenfalls einen neuen Lebensraum. „Rund 100 ha solcher Blühflächen wurden in den letzten Jahren im Hochtaunuskreis neu angelegt“, erläutert Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, stellvertretender Leiter des Amtes für den Ländlichen Raum. Und auch die Streuobstwiesen sind ein Refugium für viele Pflanzen und Tiere. „Hier überleben selten gewordene, traditionelle hochstämmige Apfel- und andere Obstsorten, die in ihrem Bestand durch Nutzungsaufgabe bedroht sind. In Streuobstwiesen finden viele spezialisierte Vogelarten wie Steinkauz, Wendehals und Gartenrotschwanz, aber auch Schmetterlinge, verschiedene Fledermausarten und Sieben- und Gartenschläfer einen weitgehend ungestörten Lebensraum“, informiert Bretschneider-Herrmann. 1.276 ha solcher Streuobstwiesen sind im Hochtaunuskreis noch zu finden. Im Rahmen einer kleinen Exkursion hat sich die chinesische Delegation zum Schluss ein Bild über die vielfältigen Aspekte und Aktionen zum Erhalt der Streuobstwiesen im Hochtaunuskreis machen können.
Foto: Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, stellvertretender Leiter des Amtes für den Ländlichen Raum (Mitte) begrüßt die Delegation aus China vor dem Landratsamt |
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