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Energiekonzept für Bauprojekte des Kreises: Hochtaunuskreis setzt auf regenerative Energiequellen


16.03.2011 11:40

Hochtaunuskreis. Für den Neubau und die Sanierung kreiseigener Gebäude hat der Hochtaunuskreis bereits im Jahr 2008 umfangreiche Baustandards beschlossen, die auch weitreichende Vorgaben und Regelungen zur Energetik von Gebäuden und dem Einsatz regenerativer Energien enthalten. „Die Bauausführung wird entsprechend dieser Standards geplant und umgesetzt“, so Landrat Ulrich Krebs.

In seiner letzten Sitzung hatte der Kreistag den Kreisausschuss aufgefordert, sein Konzept zum Einsatz regenerativer Energien bei kreiseigenen Gebäuden zu erläutern. In diesem Zusammenhang solle auch berichtet werden, an welchen Stellen regenerative Energien bereits zum Einsatz kommen und in welchem Umfang sie im Rahmen des Schulbauprogramms Berücksichtigung finden.

„Alle Neubauten sind so zu planen und zu errichten, dass eine 30 Prozent bessere Energieeffizienz, als es die gültige Energieeinsparverordnung verlangt, erreicht wird. Bei unseren Neubauten soll in der Regel mindestens 25 Prozent des Energieverbrauchs aus regenerativen Energiequellen gewonnen werden“, berichtet Krebs. Als regenerative Energiequellen gelten beispielsweise solare Energieanlagen, Holzfeuerungen, Erdsondenanlagen (Geothermie), Blockheizkraftwerke oder Feuerungsanlagen mit Biobrennstoffen.

„Bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen von Dächern ist die Möglichkeit zum Bau von Solarstromanlagen zu prüfen. Bei Neubauten sind alle für die Nutzung von Solarenergie geeigneten Dachflächen statisch so auszulegen, dass eine Solar- oder Photovoltaikanlage nachgerüstet werden kann“, ergänzt Umweltdezernent, Kreisbeigeordneter Uwe Kraft.

Wie die Vorgabe des Einsatzes regenerativer Energien umgesetzt wurde, zeigt die Auflistung im Bericht. Blockheizkraftwerke, die Wärme als regeneratives Produkt erzeugen, kommen in der Adolf-Reichwein-Schule (Neu-Anspach), der Buchfinkenschule, der Christian-Wirth-Schule (beide Usingen), der Dornbachschule, der Grundschule Weißkirchen (beide Oberursel), der Grundschule „Am Kastanienhain“ (Königstein), der Friedrich-Ebert-Schule, der Hölderlinschule, der Ketteler-Francke-Schule, der Grundschule Dornholzhausen (alle Bad Homburg), der Kronthalschule (Kronberg), der Grundschule im Weiltal, der Max-Ernst-Schule (beide Weilrod) und der Grundschule Schloßborn (Glashütten) zum Einsatz. Auch das Taunusbad in Usingen und das kreiseigene Wohnhaus in der Wirthstraße in Usingen verfügen über ein Blockheizkraftwerk.

Luft-Erd-Wärmetauscher liefert an der Christian-Wirth-Schule in Usingen sowohl Kühl- als auch Wärmeenergie.

Geothermie findet an der Buchfinkenschule (Usingen), der Dornbachschule (Oberursel), der Grundschule „Am Kastanienhain“ (Königstein), der Grundschule Schloßborn (Glashütten) und dem Wohnhaus in der Wirthstraße in Usingen Anwendung.

Solaranlagen sind an der Grundschule im Eichwäldchen (Oberursel), der Grundschule am Hasenberg (Neu-Anspach), der Max-Ernst-Schule (Weilrod) und der Wiesbachschule (Grävenwiesbach) installiert.

Photovoltaik wird am Gymnasium Oberursel, der Humboldtschule (Bad Homburg), der Kronthalschule (Kronberg) und der Max-Ernst-Schule (Weilrod) eingesetzt.

Eine Holzhackschnitzelheizung liefert die Energie an der Grundschule im Weiltal (Weilrod).

 

Bei den zurzeit im Bau befindlichen Gebäuden der Feldbergschule, des Gymnasiums Oberursel und der Grundschule Mitte (alle Oberursel), der Gesamtschule am Gluckenstein (Bad Homburg), der Geschwister-Scholl-Schule (Steinbach), der Philipp-Reis-Schule (Friedrichsdorf), der Adolf-Reichwein-Schule und der Grundschule am Hasenberg (beide Neu-Anspach) werden folgende regenerative Energiequellen als Teile der Energieversorgung eingesetzt. So erhält die Feldbergschule einen Holzpelletsheizkessel, am Gymnasium setzt der Kreis auf Geothermie, Luft-Erd-Wärmetauscher und eine Photovoltaikanlage, die Grundschule Mitte wird mittels einer Solaranlage mit Energie versorgt. Die Gesamtschule am Gluckenstein erhält einen Luft-Erd-Wärmetauscher und an der Geschwister-Scholl-Schule setzt der Kreis auf Geothermie und einen Holzpelletskessel. Die Philipp-Reis-Schule wird sowohl mit einem Holzpelletskessel und einem Blockheizkraftwerk ausgestattet, als auch durch geothermische Energie versorgt. Bei der Sporthalle der Adolf-Reichwein-Schule und dem Betreuungszentrum an der Grundschule am Hasenberg sind Blockheizkraftwerke vorgesehen.

„Insgesamt erzeugt der Kreis rund 7,26 Millionen Kilowattstunden Energie aus regenerativen Quellen“, fasst Kraft zusammen. Würde diese Energiemenge aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz eingespeist werden, könnten damit 2.074 private Haushalte, bei einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 3.500 Kilowattstunden versorgt werden, rechnet Kraft vor.

 

Neben der Energiegewinnung sind im Energiekonzept des Kreises auch Aussagen zum Energieverbrauch enthalten. So geht das Konzept auf die Wärmeregelung in den Räumen ein. Es hält auch fest, wie das Beleuchtungskonzept in Schulen auszusehen hat und dass in Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäuden grundsätzlich keine Glühlampen mehr verwendet werden sollen. Bei größeren Sanierungsmaßnahmen sind ältere Leuchtstoffröhren auszutauschen.

 

„Unsere im Konzept festgelegten Zielvorgaben gewährleisten, dass beim Neubau und der Sanierung von Gebäuden des Hochtaunuskreises in hohem Maße energieeffiziente Bauweisen umgesetzt werden. Sie tragen zur Verminderung des Energieverbrauchs bei und schonen durch den Einsatz regenerativer Energien die Ressourcen. Das alles ist wichtig, aber wir müssen auch festhalten, dass uns diese Vorgaben Geld kosten. Sie stellen einen hohen Anspruch an unsere Gebäude“, macht Krebs deutlich.

 

„Doch neben diesem wertvollen ökologischen Beitrag des Hochtaunuskreises im Rahmen der Schulbauinitiative, steht der Hochtaunuskreis auch bei der Erzeugung regenerativer Energie durch seine Firmenbeteiligungen an der Rhein-Main-Deponie GmbH, der Main-Taunus-Recycling und der Biomasse GmbH gut da“, berichtet Kraft. Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis halten jeweils einen 50 prozentigen Anteil an diesen Unternehmen. Gemäß dem Energiebericht 2010 dieser Firmen, wurden im Jahre 2010 insgesamt rund 160 Millionen Kilowatt Strom aus erneuerbaren Quellen produziert und ins Stromnetz eingespeist. Bei insgesamt rund 453.000 Einwohnern und damit 150.980 Haushalten in beiden Landkreisen, so Umweltdezernent Kraft weiter, bedeute dies bei einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 Kilowatt pro Haushalt, dass rein theoretisch knapp 31 Prozent aller privaten Haushalte in beiden Landkreisen mit erneuerbarer Energie versorgt werden könnten. Damit lägen die beiden Landkreise schon jetzt rechnerisch alleine durch die zukunftsweisenden Beschlüsse und Entscheidungen in den Gremien dieser Gesellschaften über dem durch Landes- und Bundesregierung formulierten Ziel. Land und Bund planen 20 Prozent des Energiebedarfs der privaten Haushalte bis zum Jahre 2020 aus regenerativen Quellen zu gewährleisten.

Die Gesamtmenge der erzeugten Energie, die in das Stromnetz der SÜWAG im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis eingespeist wird, stammt zum Großteil aus den Biomasse-Anlagen auf den Deponien in Flörsheim-Wicker und Brandholz in Neu-Anspach (116 Millionen Kilowatt), aus den Biogas-Kraftwerken Flörsheim und Neu-Anspach (10,2 Millionen Kilowatt), aus den Deponiegas-Kraftwerken (32,1 Millionen Kilowatt) und den Photovoltaik-Anlagen in Flörsheim, Neu-Anspach und Grävenwiesbach (1,18 Millionen Kilowatt).


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