Fachstelle Demenz: Beratungsangebot wird sehr gut angenommen
| 14.06.2010 15:36 |
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Hochtaunuskreis. 236 mal wurde die gemeinsame Fachstelle Demenz des Hochtaunuskreises und der Stadt Bad Homburg im Jahr 2009 kontaktiert, 207 mal davon von Betroffenen, meist Angehörigen, und 29 mal von Fachleuten. Die Zahlen gehen aus dem Bericht hervor, der die Arbeit der Fachstelle Demenz für das Jahr 2009 zusammenfasst. "Hier zeigt sich, dass unser Angebot gleich im ersten Jahr des Bestehens gut angenommen wurde", freut sich Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Dr. Wolfgang Müsse. 146 der 236 Kontakte, meist konkrete Anfragen, konnten telefonisch beantwortet werden, zwei durch den Austausch von E-Mails. 49 Beratungen fanden direkt in der Fachstelle im Landratsamt statt, 39 mal wurde bei Hausbesuchen eine umfassenden Analyse der Situation und eine Beratung über vorhandene Hilfsmöglichkeiten durchgeführt. Themen die hierbei zur Sprache kamen, waren die Überlastung pflegender Angehöriger, die Überbrückung von Krisensituationen, die Suche nach geeigneten Einrichtungen und Kurzzeitpflegeplätzen sowie rechtliche Fragen zum Betreuungsrecht, zu Vollmachten und der Pflegeversicherung. Die Fachstelle wurde aus allen Teilen des Kreisgebietes kontaktiert, die meisten Anfragen kamen aus Bad Homburg (88), Oberursel (30), Kronberg (24) und Friedrichsdorf (21).
Im Hochtaunuskreis leben fast 50.000 Menschen im Alter von 65 Jahren und älter. Statistische Berechnungen lassen darauf schließen, dass davon ca. 3.500 Personen an einer Demenz erkrankt sind. "Die meisten Bürgerinnen und Bürger werden in ihrer Verwandtschaft oder ihrem unmittelbaren Umfeld, dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft mit der Erkrankung konfrontiert. Es besteht allgemein noch eine große Unsicherheit darüber, wie auf die Erkrankten und ihr oft auffälliges Verhalten reagiert werden soll und wie den Betroffenen, Erkrankten und Angehörigen, geholfen werden kann", berichtet Dr. Müsse. "Aufgabe der Fachstelle ist es, die Bürgerinnen und Bürger für das Thema Demenz zu sensibilisieren, ihnen Informationen an die Hand zu geben und durch Beratungen Hilfsangebote zu vermitteln. Oftmals geht Demenz mit gesellschaftlicher Isolation einher, dieser Isolation gilt es entgegenzuwirken", erläutert der Sozialdezernent. Um die Versorgung Demenzkranker sicher zu stellen, bedürfe es zudem einer kreisweiten Vernetzung medizinischer, pflegerischer, sozialer und ehrenamtlicher Hilfen. "Hierzu wurde im vergangenen Jahr das Demenzforum Hochtaunuskreis gegründet, an dem 45 Vertreter von Kliniken, Haus- und Fachärzten, Pflegediensten, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen teilnahmen. So erhalten wir zum einen den Überblick über bestehende Angebote, zum anderen werden gemeinsam abgestimmte Aktivitäten für das laufende Jahr geplant", informiert der Erste Kreisbeigeordnete. Dr. Müsse verwies zudem auf die beiden Publikationen, die von der Fachstelle Demenz herausgegeben werden. Der Flyer "Fachstelle Demenz" informiere grundsätzlich über das Angebot der Beratungsstelle im Landratsamt, der "Demenz-Wegweiser" stelle auf 40 Seiten die Hilfsangebote für Demenzkranke und ihre Angehörigen im Hochtaunuskreis und der Stadt Bad Homburg vor. Beide Publikationen sind über die Demenzstelle, den Bürger-Informations-Service des Kreises und alle Rathäuser der Hochtaunuskreis-Kommunen kostenlos erhältlich.
Die Fachstelle Demenz für den Hochtaunuskreis und die Stadt Bad Homburg wurde am 1. Juli 2008 gegründet. Sie ist im Landratsamt des Hochtaunuskreises angesiedelt und kann unter der Telefonnummer 06172 999-5161 oder der Mailadresse margareta.leuwer@hochtaunuskreis.de erreicht werden. Eine Anmeldung zu einem Gesprächstermin wird empfohlen. |






