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Grundschule Schloßborn: Schulbau wirkt sich förderlich auf Pädagogik aus


13.07.2010 17:57

Hochtaunuskreis. "Ein neues, durchdachtes Gebäude fördert gute Pädagogik". So die Aussage, die Landrat Ulrich Krebs immer wieder tätigt, wenn Schulbauten nach der Sanierung, Erweiterung oder dem Neubau eingeweiht werden.

Eine jüngst vom Institut für Qualitätsentwicklung durchgeführte Schulinspektion stellte der Grundschule Schloßborn ein hervorragendes Zeugnis aus. Landrat Krebs und die Schulleiterin der Grundschule Schloßborn, Kora Krauß, führen dieses Ergebnis auch auf das Gebäude zurück. "Wir können hier beispielhaft zeigen, wie die neuen Räume den Schulalltag befruchten", so Krebs. "Sie sind aber kein Allheilmittel. Ein guter Schulalltag hängt vor allem vom Engagement der Lehrerschaft und dem guten Miteinander in der gesamten Schulgemeinde ab", will Krebs betont wissen.

 

"Der Schulbau hat uns neue Impulse gegeben", so das Fazit von Schulleiterin Kora Krauß. Die Einführung einer neuen Pädagogik, die das Unterrichtskonzept "Beurteilen und Fördern" in den Mittelpunkt stellt, sei zeitlich in die Phase des Architektenwettbewerbs, der Bauzeit und des Einzugs der Schule gefallen. "In enger Abstimmung mit allen Beteiligten konnten wir unsere Wünsche äußern. Das trug dazu bei, dass wir heute unser pädagogisches Konzept erfolgreich umsetzen", so Krauß. Als bauliche Beispiele nennt sie die großzügige Halle. Sie könne für klassen- und jahrgangsübergreifendes Arbeiten genutzt werden. Dies sei vor allem auch dadurch möglich, das ein speziell geplanter Garderobenraum die Schulhalle frei von Jacken, Schuhen und Turnbeuteln halte und damit wohnlich und für Unterrichtszwecke nutzbar mache. Die beiden Lehrer- und Lehrerinnenarbeitszimmer mit zehn Arbeitsplätzen förderten die Teamarbeit unter den Lehrkräften. Die Differenzierungsräume zwischen den Klassenräumen ermöglichten eine individuelle Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler durch zusätzliche Lernangebote. "Die Schulbibliothek ist viel mehr als eine Bücherei. Wir nutzen sie für Gespräche, Arbeitsgruppen und ähnliches", so Krauß.

 

Der Inspektionsbericht ist in dem Abschnitt, in dem es um den Bau geht, nüchtern. Die ganze Palette an Räumlichkeiten ist aufgelistet und wird mit dem Wort "vorhanden" gekennzeichnet.

"Es ist aber keineswegs selbstverständlich, einen solchen Standard vorzufinden. Hier ist der Hochtaunuskreis mit seinem Schulbauprogramm im Vergleich zu anderen Schulträgern vorbildlich", verdeutlicht Krebs und betont: "Ich sehe die Investitionen in unsere Schulen nach wie vor als den Schwerpunkt unserer Kreispolitik. Somit steht für mich außer Frage, auch die anderen Schulen baulich auf einen guten Stand zu bringen. Dabei müssen wir aber auch unsere Finanzen fest im Blick behalten."

 

Der Schulbau:

Das 3.540 qm große Schulgebäude steht auf einem 4.515 qm großen Grundstück und liegt an der Ringstraße im Glashüttener Ortsteil Schloßborn. Es wurde von 2003 bis 2006 komplett neu errichtet. Der zentrale Ort der Grundschule ist der großzügig gestaltete, Foyer- und Veranstaltungsbereich mit einer lichtdurchfluteten Halle - hervorgerufen durch ein großzügig gestaltetes Glasdach.

 

Von diesem zentralen Foyer aus sind alle Schulbereiche unmittelbar zu erreichen.

Der Multifunktionsraum kann komplett zum Foyer hin geöffnet werden und lässt so eine großzügige Aula entstehen. Weiterhin verfügt die Schule über acht Unterrichtsräume und vier Differenzierungsräume sowie sechs Fachräume.

Unterhalb der zentralen Erdgeschossebene finden sich über eine Aufzugsanlage behindertengerecht erreichbar, weitere Klassenräume sowie der Mensabereich mit Küche und Nebenräumen.

 

Durch die Hanglage des Schulgeländes sind Freibereiche auf unterschiedlichem Niveau entstanden. Der Pausenhof orientiert sich nach Südwesten und wird über eine Terrasse im Erdgeschoss auf dem Mensabereich erweitert. Auf der unteren Ebene befindet sich ein Spiel- und Wasser-Erlebnisbereich. Der Schulgarten wurde im Westen des Hanggrundstückes angelegt.

 

Auch die Grundschule Schloßborn wurde nach dem hohen, für alle Neubauten des Landkreises geltenden ökologischen Standard gebaut. Das anfallende Regenwasser der Dachflächen wird in einer Zisterne gesammelt und als Brauchwasser für die Toilettenspülung und Gartenbewässerung weiterverwendet. Die Beheizung der Schule erfolgt größtenteils über Erdwärme, zusätzlich wurde ein Blockheizkraftwerk gebaut.

 

Das Betreuungszentrum mit Mensa wurde erst im Jahr 2007 eingeweiht, als der Bedarf an Ganztagesbetreuung auch in Schloßborn anstieg. Es grenzt mit seinen drei Betreuungsräumen und Nebenräumen an das Eingangsfoyer an. Derzeit sind zwei Gruppen in Betrieb.

 

Der Hochtaunuskreis investierte sieben Millionen Euro in den Neubau der Grundschule Schlossborn. Gebaut wurde nach den Plänen der Architekten Leitenbacher Spiegelberger aus Traunstein.

 

Schulinspektion:

Die externe Evaluation von Schule basiert auf dem "Hessischen Referenzrahmen Schulqualität" (HRS). Bei der Schulinspektion werden ausgewählte Qualitätskriterien dieses Referenzrahmens betrachtet und als Ausgangspunkt für die Evaluation genutzt.

Das Evaluationsteam bediente sich bei der Inspektion der im Bildungsbereich üblichen Datenerhebungsmethoden, Dokumentenanalyse, Fragebögen, Beobachtungen und Interviews.

 

Die Inspektion fand nach der Einsendung der angeforderten Dokumente am 8. und 9. Februar 2010 statt.

Die Auswertungskonferenz, in der der Bericht sowohl dem Staatlichen Schulamt als auch der Schulleitung übergeben wurde, war am 10. Juni.

Im Inspektionsbericht heißt es u. a.:

"…Ein gezielter Aufbau fachlicher Kompetenzen wird in der Schule sehr erfolgreich hinsichtlich der Anwendungsorientierung, dem Einbezug von Erfahrungen der Schülerschaft, einer gezielten Übungs- und Wiederholungspraxis sowie der Aktivierung im Unterricht umgesetzt…

 

…Unter großem Engagement der Lehrkräfte in ihre professionelle Fort- und Weiterbildung wird Unterrichtsentwicklung als Schulentwicklung und Chancenvermittlung für Schülerinnen und Schüler betrieben…

 

…Wertschätzung, gegenseitige Unterstützung und ein freundlicher Umgang sind an der Schule in äußerst ausgeprägter Weise im zwischenmenschlichen Miteinander innerhalb und außerhalb der Klassenräume etabliert…

 

…Schülerinnen und Schüler sowie Eltern werden sehr gelingend in den schulischen Alltag eingebunden; sie übernehmen Verantwortung für die Schulgemeinde und bringen sich auf vielfältige Art und Weise ein…"