|
|
|
| 12.10.2011 11:36 |
|
Hochtaunuskreis. Die Untere Naturschutzbehörde des Hochtaunuskreises und das Amt für den Ländlichen Raum haben ein Projekt zur Rettung des Feldhamsters im Hochtaunuskreis gestartet. „Bis vor einigen Jahren war der Feldhamster weit verbreitet und wurde vielerorts als Schädling verfolgt. Vor dem Hintergrund sich drastisch verringernder Bestände, ist die Situation des Feldhamsters heute als dramatisch zu bezeichnen. So ist der Feldhamster auch im Hochtaunuskreis massiv vom Aussterben bedroht“, erläutert Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Uwe Kraft. Kraft bezeichnet umfangreiche Arterhaltungsmaßnahmen des Hochtaunuskreises als absolut notwendig, um diese Tierart auch zukünftig auf den heimischen Feldern beobachten zu können.
In enger Kooperation von Unterer Naturschutzbehörde, dem Amt für ländlichen Raum und den ansässigen Landwirten wurden bereits in diesem Sommer sogenannte Nacherntestreifen bzw. Mutterzellen für den Feldhamster angelegt. Hierbei wurde auf ausgewählten Getreideäckern im Bereich eines zwei Meter breiten Streifens (Nacherntestreifen) bzw. auf einer Fläche von 1200 m2 (Mutterzelle) auf die Ernte verzichtet. „Derartige Maßnahmen ermöglichen es den Feldhamstern in ausreichender Deckung genügend Futtervorrat für ihren Wintervorrat zu sammeln“, erklärt der Wildbiologe Dr. Dr. Dieter Selzer von der Unteren Naturschutzbehörde. Im Rahmen einer ersten Begehung verschafften sich Kraft und Selzer gemeinsam mit dem Leiter des Amtes für den ländlichen Raum, Dr. Karl-Heinz Heckelmann sowie Hermann Römmelt vom Amt für den ländlichen Raum, dem Kreislandwirt Georg Kopp und dem Landwirt Heinz Reinhardt einen ersten Eindruck über die Situation auf diesen Flächen. Die Anwesenden waren sich einig, dass die durchgeführten Maßnahmen nur einen ersten Schritt zum Schutz des Feldhamsters darstellen können. Übereinstimmend stellten Kraft und Selzer fest, dass es eines ganzen Maßnahmenpaketes bedürfe, um den Feldhamster im Hochtaunuskreis vor dem Aussterben zu retten. „In enger Kooperation von Unterer Naturschutzbehörde, dem Amt für den ländlichen Raum und den Landwirten wird derzeit bereits an einem Arterhaltungskonzept gearbeitet“, so Kraft. Ein erster vielversprechender Schritt sei dabei die geplante Etablierung eines auf die speziellen Bedingungen im Hochtaunuskreis abgestimmten „Hamsterackers“. Auf diesen „hamstergerecht“ bewirtschafteten Flächen, sollen Luzerne, verschiedenen Getreidearten und Klee in nebeneinander angelegten Streifen angebaut werden. „Mit derartigen Maßnahmen sollte es uns gelingen den Feldhamster, als das charakteristische Säugetier unserer heimischen Feldflur, auch für zukünftige Generationen erhalten zu können“, sind sich Kraft, Selzer und Römmelt einig.
Foto (von links nach rechts): Georg Kopp, Dr. Karl-Heinz Heckelmann, Hans Kellner, Heinz Reinhardt, Kreisbeigeordneter Uwe Kraft, Dr. Dr. Dieter Selzer, Hermann Römmelt
|
Hochtaunuskreis
- Der Kreisausschuss -
Ludwig-Erhard-Anlage 1-5
61352 Bad Homburg v.d. Höhe