Hochtaunuskreis feiert Jahresempfang – Saalburgpreis verliehen
| 15.09.2009 14:43 |
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Hochtaunuskreis. Im Beisein von rund 500 Gästen hat Landrat Ulrich Krebs heute im Rahmen des Jahresempfangs des Hochtaunuskreises den Saalburgpreis an den Burgverein Kronberg e.V. übergeben. Der Förderpreis zum Saalburgpreis ging an die Schülerinnen Melanie Mendetzki und Lisa Reiling für ihre Arbeit zur Geschichte der Maria-Ward-Schule in der Zeit des Nationalsozialismus. In seiner Begrüßungsrede hob Krebs die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements hervor: "In einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Staat und Bürgern können auch schwierige Situationen, wie die derzeitige Wirtschaftskrise gemeistert und überwunden werden." Mit Blick auf die Preisträger fügt er hinzu: "Alle Preisträger treten mit Ihrem Engagement dafür ein, dass die Geschichte unseres Landkreises lebendig bleibt und so der Bevölkerung immer wieder nahe gebracht wird" und würdigte somit die Arbeit des Burgvereins und der Schülerinnen.
Laudator Dr. Reinhard Friedrich, Leiter des Europäischen Burgeninstituts der Deutschen Burgenvereinigung stellte bei der Preisübergabe heraus:" In Anbetracht dieser beeindruckenden Serie von Erfolgen bei der Erhaltung und Belebung der Burg Kronberg, ist es nur folgerichtig, dass der Burgverein Kronberg durch die Verleihung des Saalburgpreises in aller Deutlichkeit und mit großer öffentlicher Beteiligung und Wirkung eine ehrenvolle Auszeichnung erhält."
"Die Arbeit des Burgvereins Kronberg ist die beste Garantie dafür, dass die Kronberger Burg als eines der bedeutendsten historischen Denkmäler im Hochtaunuskreis auf Dauer erhalten und lebendig bleibt", fasste Krebs bei der Preisübergabe zusammen. Die zahlreichen Aktivitäten der vergangenen zwanzig Jahren haben dazu geführt, dass die Burg Kronberg ihrer historischen Bedeutung entsprechend wieder in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt sei.
Anlass der Gründung des Burgverein Kronberg e. V. 1989 war der drohende Verkauf von Burg Kronberg durch die Hessische Hausstiftung an einen privaten Investor. Der erste Erfolg der Tätigkeit des Burgvereins Kronberg war der Erwerb der Burg durch die Stadt Kronberg und damit der Übergang dieses bedeutenden Denkmals in die öffentliche Hand. Seit 1994 tragen der Burgverein Kronberg e. V. und die Stiftung Burg Kronberg im Taunus die Verantwortung für die Kronberger Burg. Das Jahr 2008 bedeutete dabei einen Meilenstein in der Geschichte des Vereins: die Eröffnung des neuen Burgmuseums im Flügelstammhaus der Mittelburg, das größtenteils in ehrenamtlicher Arbeit realisiert wurde und sowohl didaktisch als auch atmosphärisch überzeugend gestaltet ist. Das Museum dokumentiert die unterschiedlichen Nutzungen der Burg durch die Jahrhunderte. Seit 2008 gewährleistet der Burgverein außerdem den Betrieb des Stadtmuseums am Burgtor.
Bei den Preisträgerinnen des Förderpreises bedankte sich Krebs für das greifbare Ergebnis ihrer Arbeit. So haben Melanie Mendetzki und Lisa Reiling eine umfangreiche Präsentation mit dem Titel "Die Maria-Ward-Schule Bad Homburg während der Zeit des Nationalsozialismus" erstellt. Die Präsentation zeigt die Auswirkungen von Propaganda und Diktatur auf die kirchliche Schule. Die wachsenden Schwierigkeiten, sich unter dem NS-Regime unauffällig zu verhalten, um die Schule vor der Schließung zu bewahren, werden dabei ebenso anschaulich dargestellt wie der schleichende Prozess der Entrechtung. "Die beiden Preisträgerinnen haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit gerät", würdigt Landrat Krebs die Arbeit.
*** Der Saalburgpreis des Hochtaunuskreises wird seit 1992 für herausragende Verdienste um die Geschichts- und Heimatpflege im Hochtaunuskreis verliehen. Er geht an Personen oder Personengruppen, die sich über einen langen Zeitraum ehrenamtlich mit dem kulturellen Erbe des Landkreises beschäftigt haben. 1995 wurde der Saalburgpreis um einen Förderpreis ergänzt, der jedoch nicht jährlich vergeben wird. |






