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Hochtaunuskreis investiert in Katastrophenschutz: Landrat Krebs übergibt Ausstattung


12.03.2010 13:18

Hochtaunuskreis. Rund 145.000 Euro hat der Hochtaunuskreis in neue Ausstattungsgegenstände für den Katastrophenschutz investiert. "Die großen Stürme der letzten Jahre, aber auch Überschwemmungen und Tierseuchen haben uns gezeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung und Ausstattung für den Ernstfall ist. Mit den neuen Gerätschaften sind die Einsatzkräfte gut vorbereitet", so Landrat Ulrich Krebs bei der Übergabe im Landratsamt.
Krebs hob dabei die Bedeutung des Katastrophenschutzes für die Bevölkerung hervor und bedankte sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz: "Im Hochtaunuskreis stehen die Freiwillige Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz und der Malteser Hilfsdienst für die immer komplexer werdenden Aufgaben des Brandschutzes, der technischen Hilfeleistung und der Notfallversorgung bereit. Die Städte, Gemeinden und vor allem der Kreis sind auf diesen ehrenamtlichen Einsatz angewiesen und schätzen ihn sehr."

 

Der Landrat wies darauf hin, dass die Neuanschaffungen zwar an einzelnen Feuerwehrstandorten gelagert werden, jedoch Verwendung im gesamten Kreisgebiet finden.
So nahm Kreisbrandinspektor Carsten Lauer, der für die Weitergabe der Neuanschaffungen an die jeweiligen Einheiten zuständig ist, aus den Händen des Landrats den Schlüssel für ein Wechselladerfahrzeug entgegen, das je nach Einsatzart mit unterschiedlichen Abrollcontainern bestückt werden kann.

 

Für die Tierseuchenbekämpfung stehen künftig sechs Hochdruckwaschgeräte zur Verfügung. "Sie ergänzen die vorhandenen Dekontaminationswannen, die bei möglichen Ausbrüchen von Maul-und-Klauen-Seuche, Vogelgrippe oder anderen Tierkrankheiten verhindern, dass sie sich ausbreiten", so Krebs.

 

Für die Führungsgruppe Technische Einsatzleitung sind sowohl ein Faltzelt als auch ein so genannter Rollwagen Führung, ein mobiles Katastrophenstabbüro, angeschafft worden.

 

Zudem gibt es im Kreisgebiet nun eine Sandsackfüllanlage. "In Zeiten der Schneeschmelze wird am deutlichsten, welche Gefahr von steigenden Flusspegeln ausgeht. Mit der neuen Sandsackfüllanlage können, unabhängig von äußeren Gegebenheiten, egal an welchem Ort, Sandsäcke befüllt und verteilt werden", erläuterte Krebs. Die neue Anlage besteht aus einem Sandtrichter mit vier Abfüllstutzen, zwei Nähtischen mit zwei Nähmaschinen und verfügt über eine eigene Stromversorgung für Maschinen und Beleuchtung.
30.000 leere Sandsäcke hat der Kreis ebenfalls erworben.

 

Im Bereich Strahlenschutz stehen neue Messgeräte und eine Dekontaminationsdusche für Einsatzkräfte zur Verfügung. Die Teleskopsonde ermöglicht die Messung der Strahlung aus der Ferne. Mit dem neuen Oberflächenmessgerät kann die Strahlungskraft direkt am Material festgestellt werden. Neue Alarmdosimeter warnen die Einsatzkräfte vor zu hoher Strahlung am Einsatzort. "Die neuen Messgeräte helfen, Gefahren besser einzuschätzen und Risiken zu verringern", so der Landrat.

 

Ein besonderes Augenmerk legte der Kreis bei den Ausstattungsgegenständen auch auf die Jugend. Auf den zwei neuen Wettkampfbahnen mit einem Parcours aus Leitern und Kriechtunneln können die Jugendlichen nicht nur das Erlernte ausprobieren, sondern sich auch mit anderen Kameradinnen und Kameraden messen. "Die Jugendfeuerwehren im Kreis schneiden bei den Wettkämpfen regelmäßig erfolgreich ab", berichtet Krebs und hofft mit den Neuanschaffungen auch die Attraktivität für das Ehrenamt zu steigern: "Wer sich in seiner Freizeit für die Sicherheit der anderen in Gefahr begibt, der muss bei seinen Einsätzen auf modernes Gerät zurückgreifen können. Sich mit neuen Geräten auseinanderzusetzen und den Umgang mit ihnen zu erlernen, motiviert und gibt neue Anreize für die ehrenamtliche Betätigung."

 

Im Rahmen der Übergabe im Landratsamt konnte Landrat Krebs zudem ein aufblasbares Zelt und zwei Fahrzeuge an die Sanitäts- und Betreuungszüge übergeben. Der Rettungswagen ist zukünftig in Königstein stationiert, der Gerätewagen Betreuung in Friedrichsdorf. Sie wurden vom Land Hessen für die überörtliche Gefahrenabwehr angeschafft.

 

Krebs bedankte sich abschließend für die große Einsatzbereitschaft aller Rettungskräfte und sieht den Landkreis mit den neuen Investitionen in der überörtlichen Gefahrenabwehr gut aufgestellt.

 

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Im Hochtaunuskreis gibt es 68 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt 2.274 Mitgliedern, davon 279 Frauen.
In den Jugendfeuerwehren sind 917 Jugendliche aktiv.
Im Jahr 2009 wurden von den Feuerwehren 4.771 Einsätze abgearbeitet.