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Jahrbuch Hochtaunus 2010 – Schwerpunkt „Kulturlandschaft Wald“


26.11.2009 10:43

Hochtaunuskreis. Landrat Ulrich Krebs stellte offiziell das Jahrbuch des Hochtaunuskreises vor. Der 18. Band dieser Reihe beschäftigt sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem Thema "Kulturlandschaft Wald". Das 350 Seiten umfassende Werk bietet Texte von mehr als 40 Autorinnen und Autoren.

"Hessen ist eines der waldreichsten deutschen Bundesländer, wozu der Hochtaunuskreis besonders mit dem Naturpark Hochtaunus ein beliebtes Stück Grün beiträgt", erläutert Krebs. Der Landrat bedankte sich bei allen Autoren, die mit ihren Beiträgen die Geschichte und Kultur des Hochtaunuskreises veranschaulichen.

 

Das Thema "Kulturlandschaft Wald" wird in diesem Band aus unterschiedlichen Richtungen ergründet.

 

Aus naturwissenschaftlicher Perspektive schildert Silke Kettner, Geschäftsführerin des Naturpark Hochtaunus, Baumbestand, Pflanzen- und Tierwelt des Taunus. Martin Becker stellt die neuen Lehrpfade im Opel-Zoo vor, die sich der biologischen Vielfalt widmen. Neue Forschungsansätze des Instituts für Bienenkunde in Oberursel lernen die Leserinnen und Leser durch den Beitrag von Bernd Grünewald kennen. Der naturwissenschaftlichen Betrachtung der Kulturlandschaft Wald widmen sich auch die Beiträge von Richard Mohr mit dem Titel "Igitt - eine Spinne!" und von Kurt Baumann "Schraubenflieger und Nasenzwicker. Von Berg-, Feld- und Spitzahorn."

 

Eine historische Perspektive auf die "Kulturlandschaft Wald" nehmen die Beiträge ein, die sich mit der Geschichte der Hohen Mark (Alexander Wächtershäuser), mit dem Schloss Neuweilnau - dem dienstältesten Forstamtsgebäude Hessens - (Thomas Götz) oder mit dem Nachlass des Oberförsters Richard Valentin, der sich seit kurzem im Bestand des Kreisarchivs befindet (Maria Kobold), beschäftigen.

 

Eine dritte Möglichkeit der Annäherung an die "Kulturlandschaft Wald" ist die künstlerische. Die Maler der Kronberger Künstlerkolonie haben sich immer wieder durch die Schönheit der Landschaft inspirieren lassen, so auch Philipp Franck, einer der jüngeren Kronberger Maler, der Bilder in impressionistischem Stil schuf. Die heutige Kreativität und Forscherneugier soll ein ganz besonderes Projekt fördern, für das die ALTANA Kulturstiftung und der Waldkindergarten Bad Homburg kooperieren: Johannes Seel beschreibt, wie die drei- bis sechsjährigen Kinder unter fachlicher Anleitung an regelmäßigen Kulturtagen im Wald spielen, entdecken und künstlerisch gestalten.

 

Aber auch über das Fokusthema hinaus finden sich spannende und wenig bekannte Themen: Wer hätte schon gewusst, dass Landrat Ritter von Marx einmal die Idee hatte, olympische Spiele auf dem Feldberg austragen zu lassen, wie Gregor Maier darlegt? Oder dass sich Felix Mendelssohn Bartholdy bei einem Ausflug ins Krontal verlobte? Seine Aufenthalte dort und in Frankfurt schildert Walter Ried.

 

Nicht fehlen dürfen Beiträge aus der Feder der diesjährigen Saalburg-Preisträger: Katrin Richter vom Burgverein Kronberg stellt einen neuen Rundweg am Kronberger Burgberg vor, und die Förderpreisträgerinnen Melanie Mendetzki und Lisa Reiling berichten über die Geschichte der Maria-Ward-Schule im Nationalsozialismus.

 

Wieder sind Jahrestage Anlass zur Beschäftigung mit historischen Themen: Vor 125 Jahren wurde der Obst- und Gartenbauverein in Kronberg gegründet (Hanspeter Borsch), aber auch die St. Angela-Schule in Königstein (Brigitta Duvenbeck, Thomas Schmoranzer, Dirk Adé). Vor 100 Jahren eröffnete Wilhelm II. das "Offiziersheim Taunus" in Falkenstein, dessen Weg vom Genesungsheim zum Luxushotel Beate Großmann-Hofmann beschreibt. Lebendig in Erinnerung ist der Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren und die deutsche Wiedervereinigung. Wie schwierig zuvor die Anbahnung deutsch-deutscher Städtepartnerschaften war, erfahren die Leserinnen und Leser im Beitrag über Kronberg und Ballenstedt, den Susanna Kauffels verfasst hat.

 

Das Jahrbuch Hochtaunuskreis 2010, das beim Societätsverlag erscheint, ist ab sofort im Buchhandel und im BürgerInfoService des Landratsamtes, Haus 3, Ludwig-Erhard-Anlage 1-5, 61352 Bad Homburg v. d. Höhe, zum Preis von 10 Euro erhältlich. ISBN-Nr.: 978-3-7973-1165-8.