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Jugend-Sinfonie-Orchester Hochtaunus gegründet


04.12.2009 10:53

Hochtaunuskreis. "Wir suchen motivierte, musikbegeisterte Jugendliche, die im Hochtaunuskreis wohnen oder Instrumentalunterricht nehmen, und die Lust haben, in einem großen Orchester zu spielen. Diesen Jugendlichen möchten wir die Möglichkeit geben, das Jugend-Sinfonie-Orchester Hochtaunus mitzugründen". Mit diesen Worten stellt Landrat Ulrich Krebs als Vorstandsvorsitzender das erste Großprojekt der Johann-Isaak-von-Gerning-Stiftung - Stiftung für Kunst und Kultur im Hochtaunuskreis vor.

 

Mit dem Jugend-Sinfonie-Orchester Hochtaunus solle ein Auswahlorchester ins Leben gerufen werden, in dem die besten Nachwuchsmusiker aus dem Hochtaunuskreis gemeinsam musizieren können. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, intensive Orchestererfahrung unter der professionellen Leitung erfahrener Fachdozenten zu sammeln.
"Wir haben damit auch gleich das erste Projekt, mit dem wir konkret Sponsonen für die Arbeit der Stiftung gewinnen und sie mit einbeziehen können. Davon kann die Kulturarbeit des Landkreises nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich profitieren", wirbt der Landrat um Förderer.

 

Krebs hob hervor, dass alle Dozenten aus renommierten Institutionen stammen.
Die künstlerische Leitung liegt bei dem Pianisten und Dirigenten Lars Keitel, die Violinen werden von Dimiter Ivanov (Frankfurter Opern- und Museumsorchester) und Beate Lauer (Akademie für Tonkunst Darmstadt), die Viola von Prof. Jörg Heyer (ehemals hr-Sinfonieorchester und Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt), die Celli von Sabine Krams, die Kontrabasse von Hedwig Matros-Büsing, die Holzbläser von Prof. Paul Dahme und die Blechbläser von Thomas Bernstein (alle Frankfurter Opern- und Museumsorchester und Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt) betreut.

 

Die Modalitäten über Aufnahme in das Orchester erläuterte der künstlerische Leiter, Lars Keitel: "Geprobt wird in Sinfonieorchesterbesetzung. Jugendliche im Altern zwischen elf und 20 Jahren, die ein Orchesterinstrument gut spielen können, sind eingeladen, sich für ein Vorspiel anzumelden".
Das Vorspiel finde am 6., 7., 13. und 14. Februar statt und dauere rund zehn Minuten. Dabei seien ein schneller und ein langsamer Satz aus zwei unterschiedlichen musikgeschichtlichen Epochen vorzuspielen. "Wer das Vorspiel bestanden hat, ist Mitglied des Jugend-Sinfonie-Orchesters Hochtaunus", kündigt Keitel an. Für die Orchesterbesetzung stehen schon jetzt einige Termin fest: im April werden die eingerichteten Stimmen ausgegeben und vom 23. bis 30. Juni läuft die Probenphase in der Jugendherberge Bad Homburg.
"Ich lade schon heute alle Interessierten ein, dem Können des Orchesters zu lauschen. Nächstes Jahr wird es am 30. Juli in der Stadthalle Oberursel und am 1. Juli im Hessenpark ein Konzert geben", so Keitel.

 

Anmeldeformulare werden an die weiterführenden Schulen und Musikschulen im Hochtaunuskreis verteilt und sind außerdem erhältlich beim Hochtaunuskreis, Fachbereich Kultur (Telefonnummer: 06172 999-4610, kultur@hochtaunuskreis.de) oder hier.
Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2010.


Hintergrund Johann-Isaak-von-Gerning-Stiftung:

Die Stiftung wurde 2008 als Stiftung für Kunst und Kultur im Hochtaunuskreis gegründet. Vorstandsvorsitzender ist Landrat Ulrich Krebs. Ein Kuratorium berät über die inhaltliche Ausgestaltung.
Erklärtes Ziel ist es, Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen durch die Möglichkeiten, die eine Stiftung bietet, aktiv in die Kulturarbeit einzubeziehen. So sollen Zustifter und Unterstützer aus Wirtschaft und Gesellschaft gewonnen werden, um ihre Arbeit nach dem Vorbild von Bürgerstiftungen auf eine möglichst breite gesellschaftliche Basis zu stellen.
Der Hochtaunuskreis hat das Grundkapital von 560.000,- Euro zur Verfügung gestellt. Ansprechpartner ist Gregor Maier, Leiter des Fachbereiches Kultur im Hochtaunuskreis (Tel. 06172 999-4600 oder gregor.maier@hochtaunuskreis.de). Informationen gibt es unter www.hochtaunuskreis.de/kultur.


Namensgeber der Stiftung ist der Gelehrte und Dichter Johann Isaak von Gerning (1767-1837), der dem heutigen Kreisgebiet in besonderer Weise verbunden war. Seit 1802 verbrachte er den Sommer meist in seinem Kronberger Landhaus, das er "Tauninum" nannte; seit 1803 wohnte er auch in Homburg. 1804 erhielt er den Titel eines hessen-homburgischen Geheimrats. Seit der Aufnahme Hessen-Homburgs in den Deutschen Bund vertrat er die Landgrafschaft in der Bundesversammlung. Gerning ist damit den beiden Territorialherrschaften, an die der Hochtaunuskreis im Wesentlichen anknüpft, gleichermaßen eng verbunden: der Landgrafschaft Hessen-Homburg und dem Herzogtum Nassau, zu dem Kronberg gehörte.

Johann Isaak von Gerning kann als einer der Väter des Namens "Taunus" gelten. In seinem Lehrgedicht "Die Heilquellen am Taunus" (1813), das dem Landgrafen von Hessen-Homburg gewidmet ist, unternimmt der Autor eine imaginäre gelehrte Reise durch den Taunus; er trug dadurch wesentlich zur Durchsetzung des Namens "Taunus" statt der hergebrachten "Höhe" bei. Gerning erwarb sich auf zahlreichen Feldern des kulturellen Lebens - Literatur, bildender Kunst, Geschichte, Altertumskunde, Landeskunde - große Verdienste.


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