Kriminalstatistik 2010: Aufklärungsquote erreicht Höchststand, Fallzahlen annähernd gleich
| 03.03.2011 13:34 |
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Hochtaunuskreis. „Die Aufklärungsquote hat einen Höchststand erreicht. Hier zeigt sich, dass die intensive Arbeit der Kolleginnen und Kollegen Früchte trägt. Für eine Polizeidirektion, die im Einzugsbereich Frankfurts liegt, stellt dies einen Meilenstein dar“, bilanziert Kriminaldirektor Gerhard Budecker anlässlich der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2010. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter, Kriminaloberrat Reiner Sinkel, zeigt Budecker auf, dass veränderte Konzepte und Maßnahmen der Qualitätssicherung dabei die Grundlage bilden. Die Aufklärungsquote sei aber nur ein Aspekt der Statistik. Die Kriminalstatistik zeige zudem, dass die Fallzahlen annähernd gleich geblieben sind. „Somit bleibt es eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Täter erst gar nicht zu Tätern werden zu lassen“, so Budecker und Sinkel. „Bei dieser Aufgabe arbeiten der Landkreis, die Städte und Gemeinden sowie gesellschaftliche Initiativen vertrauensvoll Hand in Hand“, betont Landrat Ulrich Krebs. Er richtete seinen Dank an die Polizistinnen und Polizisten, die mit ihrer engagierten Arbeit das Sicherheitsgefühl der Menschen im Hochtaunuskreis entscheidend erhöhten.
Fallzahlen und Häufigkeitszahl Die Kriminalstatistik 2010 weist für den Hochtaunuskreis insgesamt 11.625 Fälle auf. Damit ist die Gesamtkriminalität zwar leicht gestiegen (um 75 Fälle = 0,6 Prozent), bleibt aber die grundsätzlich auf dem Niveau der Vorjahre. Mit 6.796 Fällen wurden 578 Fälle mehr geklärt als im Jahre 2009. Die Aufklärungsquote liegt bei 58,5 Prozent und damit 4,7 Prozentpunkte höher als im Vorjahr und erstmals über dem Landesdurchschnitt von 58,3 Prozent.
Ein wichtiger Parameter der Kriminalstatistik ist die so genannte Häufigkeitszahl, die die statistische Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner aufzeigt. Im Hochtaunuskreis liegt diese Zahl bei 5.137 und damit auf Grund der leicht angestiegenen Fallzahlen über der Zahl des Vorjahres (5.117). Die Häufigkeitszahl im Hochtaunuskreis ist aber immer noch wesentlich niedriger als die des gesamten Polizeipräsidium Westhessens (5.929) und des gesamten Bundeslandes (6.629). Wie in den Vorjahren, zeigt sich auch 2010 deutlich, dass die Häufigkeitszahl grundsätzlich mit der Entfernung zu Frankfurt sinkt. Liegt sie für Bad Homburg noch bei 7.381, so sinkt sie in Weilrod auf 1.789.
Besondere Deliktbereiche Bei dem Blick auf die einzelnen Deliktgruppen ist festzuhalten, dass nur in den Deliktbereichen „Diebstahl unter erschwerenden Umständen“ und „Vermögens- und Fälschungsdelikte“ leichte bzw. mittlere Zuwächse zu verzeichnen sind. In allen anderen Deliktbereichen ist ein Rückgang der Fallzahlen zu beobachten. „Erfreulich ist hier insbesondere, dass sowohl die Gewalt- als auch die Straßenkriminalität rückläufig sind“, so Budecker.
Beim „Diebstahl unter erschwerenden Umständen“ (2.555 Fälle = plus 120 Fälle oder 4,9 Prozent) ist das Gesamtbild uneinheitlich. Rückgängen bei den Fallzahlen des Kraftrad-, Moped- (65 Fälle = minus 58) und Fahrraddiebstahls (303 Fälle = minus 98), stehen Steigerungen beim Einbruch in Dienst- und Büroräume (394 Fälle = plus 106), in Wohnungen (578 Fälle = plus 137) und beim schweren Diebstahl in und aus Kfz (643 Fälle = plus 48) gegenüber. Seit Jahren steigen auch die Fallzahlen der „Vermögens- und Fälschungsdelikte“ kontinuierlich, so auch 2010 mit plus 17,1 Prozent auf 2.526 Fälle. Einen großen Anteil hat der Betrugsbereich, wenngleich der Anteil des Waren- und Warenkreditbetruges mit jetzt „nur noch“ 427 Fällen (minus 109 Fälle oder minus 20,3 Prozent) seinen Zenit im Jahre 2007 überschritten haben dürfte.
Die Zahl der „Straftaten gegen das Leben“ ist von 17 auf zehn gesunken und liegt im Schnitt der Vorjahre.
Gesunken ist auch die Anzahl an „Straftaten gegen die sexuelle Selbststimmung“. 2010 waren insgesamt 90 Fälle (2009: 213) zu verzeichnen. Der Rückgang betrifft nahezu den gesamten Straftatenkatalog des Bereiches, mit der Ausnahme der exhibitionistischen Handlungen vor Kindern. Diese haben von zwei auf 13 zugenommen.
Waren die „Rohheitsdelikte“ in den Jahren 2006 bis 2009 stetig ansteigend und ließen eine Tendenz zu erhöhter Gewaltbereitschaft vermuten, so sind die Fallzahlen 2010 mit 1.329 doch um 10 Prozent (minus 158 Fälle) niedriger als noch 2009 mit 1.487. „Der Grund für den Rückgang dürfte auch in den Anstrengungen der Polizei zur Eindämmung von Alkoholexzessen und Streitigkeiten bei Volksfesten, wie dem Laternenfest, dem Brunnenfest, dem Burgfest oder dem Laurentiusmarkt zu suchen sein“, so Kriminaldirektor Budecker. Dies dürfte auch in Bezug auf den Rückgang von Körperverletzungsdelikten und Bedrohungen gesehen werden. |






