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Landrat Krebs hilft bei der Getreideernte


23.07.2010 18:07

Hochtaunuskreis. Landrat Ulrich Krebs hat auf den Feldern von Kreislandwirt Georg Kopp in Bad Homburg bei der Getreideernte geholfen. "Aufgrund der wochenlangen Dürre bekam das Getreide während der Wachstumsphase zu wenig Wasser und Nährstoffe. Die Folge ist die Notreife von Sommergerste, Roggen und Weizen, die weniger und kleinere Körner in den Ähren ausgebildet haben", weiß Krebs zu berichten. Nachdem der Landrat auf dem Mähdrescher und dem Traktor beim Einfahren der Ernte half, informierte er sich in einem Gespräch bei Kreislandwirt Kopp, Dr. Karl-Heinz Heckelmann (Fachbereichsleiter des Amtes für ländlichen Raum) und Karlheinz Gritsch (Vorsitzender des Gebietsagrarausschusses) über die Umfang und Qualität der Ernte im Hochtaunuskreis und in der Rhein-Main Region.

 

"Die Landwirte erwarten aufgrund der langen Trockenperiode bis zu ein fünftel weniger Ertrag. Ob und in wieweit davon auch die Verbraucher durch steigende Preise bei geringeren Erträgen betroffen sind, ist derzeit noch nicht zu prognostizieren", so Krebs.

 

So erfuhr der Landrat in dem Gespräch, dass auch die Maispflanzen in diesem Jahr längst nicht so hoch sind, wie es eigentlich um diese Jahreszeit üblich ist. Statt zwei Meter sind die meisten Maispflanzen kaum größer als einen Meter. Je kleiner die Maispflanze ist, desto weniger Maiskolben wachsen darauf. Gritsch und Kopp rechnen damit, dass die Maisernte um rund ein Drittel geringer ausfallen kann. Das bedeute weniger Futter für die Tiere in der Landwirtschaft und weniger "Input" für Biogasanlagen.

Beim Thema "Futter" spielen noch andere Faktoren eine Rolle: Nicht nur die Maisernte wird geringer ausfallen, auch das Gras, das eigentlich jetzt zum zweiten Mal geschnitten wird, ist knapp. Auf manchen Weiden finden Rinder, Pferde oder Schafe nicht genug zu fressen und müssen schon jetzt mit Heu zugefüttert werden. Üblicherweise ist das erst ab Oktober der Fall.

 

Auch bei den Kartoffeln hat das Wetter seine Spuren hinterlassen. "Natürlich fällt eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt schwer. Die Erzeuger rechnen aber mit Ertragsausfällen von zehn bis 30 Prozent", so Dr. Heckelmann. Deutschlandweit sei die Situation in diesem Jahr vielerorts ähnlich bedrückend wie in den Trockenjahren 2003 und 2006. "Große und dicke Kartoffeln, wie sie zum Beispiel für die Herstellung vom Pommes frites gebraucht werden, könnten in diesem Jahr Mangelware werden", gibt Dr. Heckelmann zu Bedenken. Einen kleinen Ausgleich zur geringeren Ernte schaffe der Preis, der derzeit leicht über dem Niveau der vergangenen Jahre liege. Grund hierfür sei die Tatsache, dass auch in anderen europäischen Ländern die Kartoffeln unter Hitze und Trockenheit leiden und auch hier geringere Ernten erwartet würden.

 

Auch für Spargel und Erdbeeren war 2010 kein gutes Jahr: erst zu nass und kalt, dann zu trocken. Wie die Apfelernte 2010 ausfallen wird, ist noch völlig offen. Hier kommt es darauf an, wo die Streuobstweisen liegen. Während für die Apfelernte im Apfeldorf Wehrheim geringe Mengen erwartet werden, wird in Kronberg mit einer normalen Ernte gerechnet.