|
|
|
| 02.02.2009 15:58 |
|
Hochtaunuskreis. Gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte veranstaltet der Hochtaunuskreis vom 26. bis 28. März eine wissenschaftliche Tagung zum Thema: "Preußen in der Rhein-Main-Region. 1866: Annexion als Modernisierung?". "Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der reichen und wechselvollen Geschichte des Taunus ist uns ein großes Anliegen. Preußen hat das Gesicht von Taunus und Mainebene bis heute geprägt. Kaiser Wilhelm II. steht für die Blütezeit des "Weltbades" Homburg als kaiserlicher Sommerresidenz. Aber die Zugehörigkeit zu Preußen bedeutete auch wichtige Weichenstellungen für Verwaltung, Recht, Kirche und Wirtschaft, die vielfach noch heute wirksam sind. Das Bewusstsein der eigenen Geschichte ist wichtig für die Orientierung in der Gegenwart", so Landrat Krebs zur Bedeutung der Tagung.
Ausgehend vom "Schicksalsjahr" 1866 beschäftigt sich die Tagung mit den Auswirkungen der Eingliederung großer Teile des heutigen Bundeslandes Hessen, speziell der Region um Rhein, Main und Taunus, in die preußische Monarchie. Betrachtet werden die Deutschen Bundesstaaten Herzogtum Nassau, Freie Stadt Frankfurt, Kurhessen und die ehemalige Landgrafschaft Hessen-Homburg als Teil des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Nahezu alle Bereiche des staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens waren von dieser Veränderung betroffen, die - je nach Standpunkt der Betroffenen oder der historischen Betrachter - unter den Aspekten "Annexion", "Expansion", "Integration", "Provinzialisierung" und "Modernisierung" gesehen werden kann. Durch die Eingliederung rückten die betroffenen Gebiete sowohl räumlich als auch politisch an die Peripherie der Macht, erlangten aber Teilhabe am administrativ und ökonomisch starken preußischen Staat. Daher steht im Mittelpunkt der Tagung die Ambivalenz von Vereinnahmung und Provinzialisierung einerseits und rechtlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Modernisierung andererseits.
Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 26. März, mit einem öffentlichen Vortrag des Historikers Prof. Dr. Heinz Duchhardt, Mainz, zum Thema "Preußen und das Rhein-Main-Gebiet - eine natürliche Verbindung?" im Landratsamt des Hochtaunuskreises.
Die Tagung setzt sich an den folgenden beiden Tagen im neuen Forschungskolleg Humanwissenschaften der Frankfurter Goethe-Universität in Bad Homburg fort.
Es referieren die Rechtshistoriker Prof. Dr. Barbara Dölemeyer und Dr. Stefan Ruppert vom Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte, die Historiker Dr. Andreas Anderhub (Mainz), PD Dr. Ralf Banken (Frankfurt am Main) und Gregor Maier (Fachbereich Kultur Hochtaunuskreis) sowie der Kunsthistoriker Prof. Dr. Gottfried Kiesow (Bonn).
Die Teilnahme an der Tagung kostet 45,- Euro, Schüler und Studierende zahlen 20,- Euro. Anmeldungen nimmt der Fachbereich Kultur des Hochtaunuskreises bis zum 28. Februar unter der Telefonnummer 06172 999-4610 oder per E-Mail unter kultur@hochtaunuskreis.de entgegen. Weitere Informationen erhalten Sie auch über die Internetseite des Hochtaunuskreises www.hochtaunuskreis.de. |
Hochtaunuskreis
- Der Kreisausschuss -
Ludwig-Erhard-Anlage 1-5
61352 Bad Homburg v.d. Höhe