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Schwerlastrettungswagen in Dienst gestellt: Spezialtechnik erleichtert Rettung und Transport schwergewichtiger Patientinnen und Patienten


24.11.2010 10:48

Hochtaunuskreis. Von außen sieht er aus wie ein ganz gewöhnlicher Rettungswagen, doch im Inneren verfügt er über eine Ausstattung, die speziell schwergewichtigen Patientinnen und Patienten zu Gute kommt: der neue Schwerlastrettungswagen des Rettungsdienstes des Hochtaunuskreises. "Wir reagieren mit diesem Fahrzeug auf die steigende Zahl schwergewichtiger Patientinnen und Patienten. Um auch sie optimal versorgen und transportieren zu können, haben wir den Schwerlastrettungswagen in die Flotte des Rettungsdienstes des Hochtaunuskreises aufgenommen", erläutert Landrat Ulrich Krebs bei der offiziellen Indienststellung des Spezialfahrzeugs. Das Fahrzeug wurde im Auftrag des Hochtaunuskreises vom Deutschen Roten Kreuz angeschafft. Das DRK investierte rund 21.000 Euro in den Umbau dieses speziellen Rettungswagens.

 

Das Fahrzeug verfügt über eine verbreiterte Spezialtrage mit einer Belastbarkeit von maximal 727 kg. Eine Seilwinde unterstützt die Retter beim Einschieben der Trage. Die Tragen der üblichen Rettungswagen sind für schwergewichtige Patienten zu schmal. Hinzu kommt, dass die normalen Rettungswagen den hohen Belastungen nicht standhalten, ihre Transportlast ist auf 228 kg beschränkt. "Mit dem Schwerlastrettungswagen sind diese Einschränkungen nun beseitigt und die Helfer haben zudem genügend Freiraum für ihre Arbeit", so Jürgen Banzer, Vorsitzender des DRK Hochtaunus.

 

Der Schwerlastrettungswagen ist in Bad Homburg stationiert, kommt jedoch im gesamten Hochtaunuskreis im Rettungsdienst und qualifizierten Krankentransport zum Einsatz. "Wenn vor Ort festgestellt wird, dass das Spezialfahrzeug benötigen wird, kann es über die Leitstelle des Hochtaunuskreises angefordert werden. Bis dahin wird der Patient in Notfällen durch das Rettungsteam des nächstgelegenen Rettungsmittels versorgt", erläutert Banzer weiter. Er stellte in diesem Zusammenhang fest, dass der Schwerlastrettungswagen die Gesamtzahl der für den Rettungsdienst vorgehaltenen Fahrzeuge nicht erhöht. Vielmehr wird er bei einem Notfall mit schwergewichtigen Patienten im Austausch gegen einen normalen Rettungswagen verwendet.

 

Landrat Krebs zeigte auf, dass bei den seit Beginn der Erfassung im März 2008 durchgeführten 21014 Einsätzen des Rettungsdienstes des Hochtaunuskreises, die Retter in 426 Fällen auf Patientinnen und Patienten mit einem Gewicht über 120 kg (rund 2,02 Prozent) trafen. 2009 waren es 739 Personen der Gewichtsklasse über 120 kg bei 27486 Einsätzen (rund 2,68 Prozent) und 2010 bereits 683 bei 25497 Einsätzen (rund 2,67 Prozent).

 

Auch das Statistische Bundesamt stellt eine Gewichtszunahme in der Bevölkerung fest. Zeigte die letzte repräsentative Stichprobe des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2005 in der Altersgruppe der über 55jährigen einen Anteil von 20 Prozent mit einem Body-Mass-Index (BMI) von größer 30, so gehen Hochrechnungen und Orientierungsdaten heute schon von einer Erhöhung dieser Zahl und damit einer Zunahme schwergewichtiger Menschen aus. "Wir sind auf diese Entwicklung vorbereitet", so Krebs. Der Landrat wies anlässlich des Termins auch darauf hin, dass die Hochtaunus-Kliniken auf schwergewichtige Patientinnen und Patienten eingestellt sind. So halte die Klinik elektrisch verstellbare Betten für schwergewichtige Patientinnen und Patienten, spezielle Patientenliegen sowie einen hoch belastbaren Roll- und Toilettenstuhl vor.