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Sozialpsychiatrischer Dienst: Jahresbericht 2009/2010 weist stabile, leicht steigende Zahlen aus


13.10.2011 09:37

Hochtaunuskreis. „Psychische Probleme gelangen immer mehr an die Öffentlichkeit. Der Mantel des Schweigens wird damit etwas gehoben. Das macht es auch vielen Betroffenen leichter, sich Hilfe zu suchen. Eine wichtige Anlaufstelle hierfür ist der sozialpsychiatrische Dienst des Hochtaunuskreises“, leitet Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wolfgang Müsse die Vorstellung des Berichts des Sozialpsychiatrischen Dienstes für die Jahre 2009 und 2010 ein, der dem Kreisausschuss vorgelegt wurde. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 436 Klienten, im Jahr 2010 insgesamt 418 Klienten vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Hochtaunuskreises betreut. „Die Gesamtzahl an Klienten ist in den letzten Jahren bemerkenswert konstant geblieben. Es sind allerdings vermehrt neue Klienten hinzugekommen, während der Anteil langfristig betreuter Klienten etwas abgenommen hat“, so Dr. Müsse. „Auffällig ist jedoch, dass der Aufwand pro Klient im Gegensatz zu den Vorjahren gestiegen ist. Die Probleme der Betroffenen sind komplexer geworden, damit steigt auch die Zahl der Kontakte pro Person“. Kamen noch 2008 3627 Kontakte auf 420 Betroffene, so waren es 2009 3932 Kontakte auf 436 Betroffene und 2010 3775 Kontakte auf 418 Betroffene.

 

Den Großteil der in den Jahren 2009 und 2010 betreuten Klienten bilden nach wie vor psychisch Kranke bis 65 Jahre, die rund 50 Prozent der Gesamtzahl ausmachen. Der Anteil der Klienten über 65 Jahren mit psychischen Problemen ist von 12 Prozent in 2009 auf 17 Prozent in 2010 angestiegen. Der Anteil der Suchtkranken ist mit 14 Prozent (2009) bzw. 15 Prozent (2010) stabil geblieben.

 

Als Diagnosen weist der Bericht für das Jahr 2009 und das Jahr 2010 schizophrene Erkrankungen an der Spitze aus, gefolgt in 2009 von Abhängigkeitserkrankungen und affektiven Störungen. Im Jahr 2010 waren die affektiven Störungen, im Wesentlichen depressive Erkrankungen, die zweithäufigste Erkrankung, gefolgt von neurotischen Störungen.

 

Zu den Aufgaben des Sozialpsychiatrischen Dienstes gehört auch die Erstellung von Gutachten. Im Jahr 2009 betrug die Anzahl an fachärztlichen Gutachten 546. In 2010 hat sich die Zahl um 86 auf 632 erhöht. „Die Steigerung ist im Wesentlichen auf die weitere Zunahme der Erwerbsfähigkeitsgutachten für psychisch kranke Antragsteller von Leistungen nach dem SGB II zurückzuführen“, berichtet Dr. Müsse.

 

Der Erste Kreisbeigeordnete erinnerte zudem an das bundesweite Filmfestival ausnahme/zustand, das der Sozialpsychiatrische Dienst mit einer Reihe von Partnern auch im Hochtaunuskreis durchgeführt hat. „Die Resonanz war durchweg positiv und es zeigte sich, dass diese Art von Auseinandersetzung mit dem weiten Feld psychischer Erkrankungen gerade für Jugendliche sinnvoll war. An der Veranstaltung nahmen einige hundert Schülerinnen und Schüler sowie rund einhundertfünfzig Erwachsene teil“, so Dr. Müsse.

Die acht Filme wurden vormittags für Schulklassen und abends in einer offenen Vorstellung gezeigt. Verbunden waren die Filmvorführungen mit einem Gesprächsangebot von Fachleuten, Konzerten von lokalen Bands, einem „Glücksparcour“ und einem Poetry-Slam.

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Der Sozialpsychiatrische Dienst ist seit 1985 wichtiger Bestandteil der umfassenden Versorgung der psychisch Kranken und seelisch Behinderten im Hochtaunuskreis.

Die Aufgaben des Sozialpsychiatrischen Dienst umfassen im Wesentlichen die unmittelbare Hilfeleistung für psychisch Kranke, seelisch Behinderte und deren Bezugspersonen, die Koordination der psychiatrischen Versorgung im Landkreis sowie die Gutachtenerstellung.

Um die Arbeit des Sozialpsychiatrischen Dienstes auch nach außen zu verdeutlichen, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Gesundheitstagen und -messen vertreten. Informationen zum Sozialpsychiatrischen Dienst gibt es zudem in einem eigens gestalteten Flyer oder auf der Website des Hochtaunuskreises unter www.hochtaunuskreis.de, Suchbegriff: Sozialpsychiatrischer Dienst. Telefonisch ist der Sozialpsychiatrische Dienst über den BürgerInfoService unter der Telefonnummer 06172 999-0 erreichbar.


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