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| 26.01.2009 15:15 |
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Hochtaunuskreis. Der Sprache und Sprachfähigkeit gilt in den Kindergärten im Hochtaunuskreis zurzeit erhöhte Aufmerksamkeit. Der Hochtaunuskreis beteiligt sich am "Kinder-Sprach-Screening", kurz KISS-Programm, des Hessischen Sozialministeriums. Ziel des Programms ist es, Sprachentwicklungen und Deutschkenntnisse fest zu stellen, um bei Bedarf rechtzeitig die richtige Förderung oder Therapie beginnen zu können. In spätestens drei Jahren sollen alle vier bis viereinhalb jährigen Kindergartenkinder im Hochtaunuskreis auf Sprachstörungen untersucht werden.
Nachdem bereits im letzten Jahr 14 Logopädinnen, Sprachheillehrerinnen und niedergelassene Sprachtherapeutinnen zu so genannten Sprachexperten ausgebildet wurden, sind diese in den Kindertageseinrichtungen im Kreisgebiet unterwegs, um die Erzieherinnen für die Durchführung der Tests zu schulen. In 17 Einrichtungen sind diese Schulungen bereits abgeschlossen. Hier werden die Sprachtest nach und nach durchgeführt. Aus sieben Einrichtungen liegen die Erfassungsbögen nun vor. Aus den so gewonnenen Daten erstellen die Sprachexperten des Kreisgesundheitsamtes ein Profil und entscheiden über die Förderung eines jeden Kindes. Entsprechend dem Ergebnis sollen sie optimal in der Kindertageseinrichtung - und durch die Sensibilisierung der Eltern - gefördert werden. "Durch die gezielte Förderung der Sprachfähigkeit können die Chancen des Kindes für sein weiteres Leben entscheidend verbessert werden", so Dr. Wolfgang Müsse, Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent des Hochtaunuskreises.
Hauptbestandteil des Screenings ist ein standardisierter Test, der etwa 15 Minuten dauert und die Spontansprache, Artikulation und Wortschatz sowie Wort- und Satzgrammatik umfasst. Zusätzlich erhalten Eltern und Erzieherinnen der jeweiligen Kindertagesstätten Fragebögen, um ihrerseits die sprachliche Entwicklung der Kleinen zu beurteilen. Mit Hilfe dieses Fragebogens soll möglichst objektiv festgestellt werden, wie weit die jeweiligen Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung sind. Die Eltern und Erzieherinnen werden in die Bewertung einbezogen. Die Sprachexperten des Hochtaunuskreises unterstützen die Erzieherinnen bei deren Testdurchführung und untersuchen sprachauffällige Kinder weitergehend.
"Sprache ist ein wesentlicher Schlüssel für Bildung und für Teilhabe an der Gesellschaft. Die Sprachentwicklung hat eine grundlegende Bedeutung für die Zukunft unserer Kinder. Deshalb müssen wir bereits im Kindergartenalter den Sprachstand testen, um die Kinder entsprechend zu fördern", erklärt Dr. Müsse. Dabei gehe es ausdrücklich um alle Kinder, unabhängig davon, ob sie einen Zuwanderungshintergrund haben oder nicht. Eine vom hessischen Sozialministerium beauftragte Studie bei 4-jährigen Kindern zeige, dass mehr als 90 Prozent der Kinder ihre Sprachbeeinträchtigung abbauen konnten. |
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