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Vortrag im Landratsamt über die Geschichte der Toleranz


03.09.2010 12:53

Hochtaunuskreis. Zum Auftakt der wissenschaftlichen Tagung über "Konflikt und Toleranz - Religiöse Vielfalt an Rhein, Main und im Taunus" lädt der Hochtaunuskreis gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte zu einem öffentlichen Vortrag ein. Der Vortrag findet statt am Freitag, 10. September, 19 Uhr, im Ludwig-Erhard-Forum des Landratsamtes. Der Eintritt ist frei.

 

Privatdozent Dr. Olaf Blaschke aus Trier spricht über "Theoretische Toleranz und konfessionelle Wirklichkeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert". Der Vortrag beleuchtet das Verhältnis der unterschiedlichen Konfessionen in Deutschland zueinander. Zwar hatte die Aufklärung den modernen Gedanken der Toleranz hervorgebracht, der sich in dem berühmten Satz Friedrichs des Großen bündelt: "Jeder soll nach seiner Façon selig werden." Die Wirklichkeit sah jedoch vielfach anders aus: Es gab nach wie vor erbitterte Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken - auf politischer Ebene wie im alltäglichen Leben. Wie sich Theorie und Praxis zueinander verhielten, wird Gegenstand des Vortrags sein.

 

Der Referent Olaf Blaschke, Jahrgang 1963, lehrt Geschichte des 19. Jahrhunderts an der Universität Trier. Er ist ausgewiesener Experte für die Geschichte der Konfessionen im 19. und 20. Jahrhundert. Bereits seine Dissertation beschäftigte sich mit "Katholizismus und Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich", seine Habilitationsschrift verfasste er zu einem zeitgeschichtlichen Thema. Aktuell arbeitet er unter anderem in einem Trierer Exzellenzcluster an einem Projekt über "Religiöse Differenz und interkonfessionelle Kooperation".

 

Informationen zur Tagung "Konflikt und Toleranz" gibt es beim Hochtaunuskreis, Fachbereich Kultur, Tel. 06172 999-4610, kultur@hochtaunuskreis.de, www.hochtaunuskreis.de.