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Kranich

 

Otto Firle, Grafiker und Architekt, war es, der 1918 als Werbeleiter der DLR (Deutsche Luft-Reederei) einen aufsteigenden Vogel - noch ohne Kreis herum - für die DLR entwarf. Otto Firle hatte keinen bestimmten Vogel als Gestaltungs-Vorlage. Seit 1928 trägt das Logo aber zutreffend den Namen "fliegender Kranich". Ein Jahr später hat der Warschauer Künstler und Grafiker Tadeusz Gronowski, Gewinner eines Wettbewerbs, einen Kranich als Logo für sie polnische Fluglinie LOT entworfen. Auch dieser hat bis heute überlebt (Foto 1).

 

Die ökologische Komponente der Sache zeigt sich nicht nur in der exemplarischen Ausdauer des Kranichs beim Fliegen. Als um den abstrakten Lufthansa-Kranich der bis heute vorhandene Ring gelegt wurde, stellte sich, so das Goethe Institut, die Frage, ob der Vogel in diesen Ring "gezwängt" worden sei und daraus habe sich die weitere Frage ergeben: "Ist  der Kranich im Kreis gefangen wie der Passagier in der Economy Class?" Ob sich adaequate Institutionen auch ähnliche Gedanken über den LOT-Kranich gemacht haben, ist hier nicht bekannt.

 

1981 mußte die Lufthansa (dabei auch vor Gericht unterlegen) ein künstlerisches Attentat auf ihren Kranich hinnehmen. Das hat sie jedoch nicht derart verdrossen, daß sie sich nicht umsomehr als Projektmitglied der Arbeitsgemeinschaft "Kranichschutz Deutschland" nicht nur für den Schutz des Graukranichs in Deutschland einsetzt, sondern auch Maßnahmen unterstützt, die zum internationalen Kranichschutz beitragen. Darüber hinaus fördert die Fluggesellschaft das vom Kranichschutz Deutschland unterhaltene Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf in der Rügen-Bock-Region in Mecklenburg-Vorpommern. Die Region ist eine der wichtigsten Kranich-Rastplätze in Mitteleuropa.

 

Ende 2009 hat sich der Kranichschutz Hessen e.V. konstituiert.

 

Damit wären wir beim

 

Kranich in natura

 

• ....über'm Landratsamt am 17.11.2008

 

der rechtlich weit besser vor Attacken geschützt ist, als der Lufthansa-Kranich, zumal, wenn Menschen bewußt auf Kraniche Rückscht nehmen.

 

Der Graukranich, auch Grauer oder Eurasischer Kranich genannt, (wissenschaftlicher Name Grus grus) erreicht aufrechtstehend eine Größe von ca. 1,20 Meter. Damit ist er deutlich größer als Graureiher und Weißstorch, mit denen er verwechselt werden könnte. Mit einer Flügelspanne von 2,20 Meter kann er sich darin mit manchem Adler messen. Im Flug ist der Kranich an seinem langen, gerade vorgestreckten Hals zu erkennen. Die Beine sind so lang, dass sie den Schwanz beim Fliegen weit überragen.

 

Vom grauen Gefieder heben sich deutlich die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die rote federlose Kopfplatte ab. Letztere schwillt bei Erregung leuchtend rot an. Der schönste Schmuck des Kranichs ist seine "Schleppe". Diese über den kurzen Schwanz herabhängenden Federn sind die verlängerten Armschwingen der Flügel, die im Erregungszustand und während der Balz buschig aufgestellt werden. Der Vogel erscheint dann noch größer und majestätischer.

 

Männchen (Hahn) und Weibchen (Henne) sind am Gefieder nicht zu unterscheiden. Nur wenn sie nebeneinander stehen, zeigt sich, dass der männliche Vogel meist etwas größer und kräftiger ist und seine Schmuckfedern prächtiger ausfallen. Männchen wiegen bis 7 Kilogramm, Weibchen bis 6 Kilogramm. Jungvögel tragen anfangs ein zimtbraunes Dunengefieder. Ihr fertiges Jugendkleid ist - bis auf den sandfarbenen Kopf - braun gefärbt.

 

In der Gefangenschaft sind Graukraniche bis zu 40 Jahre alt geworden. In der freien Wildbahn ist die Lebenserwartung weit geringer.

 

Überwinterung

 

Auf der westeuropäischen Zugroute überwintern heute etwa 65.000 bis 70.000 Kraniche in Spanien, etwa 50.000 in Frankreich sowie jeweils wenige tausend Vögel in Portugal und Nordwestafrika. Noch 1970 wurde Marokko als wesentliches Überwinterungsgebiet angesehen.

 

Änderungen in der Landnutzung durch verstärkten Mais- und Reisanbau, milde Winter und verbesserte Schutzbedingungen an den Rastplätzen führten zur Verlagerung der Überwinterung nach Norden. Inzwischen verbringen bereits etwa 8.000 Kraniche den Winter am Lac du Der Chantecoq im Nordosten Frankreichs. Weitere 22.000 bleiben in Südwestfrankreich.

 

In der Laguna de Gallocanta, einem flachen Salzsee in der Hochebene Nordostspaniens überwintern 5.000 bis 15.000 Vögel. Hauptüberwinterungsregion ist zur Zeit mit über 50.000 Kranichen die Extremadura in Westspanien.

 

Dort suchen die Vögel in den "Dehesas", den lichten mediterranen Eichenwäldern, nach den Früchten der Stein- und Korkeichen. Diese traditionell genutzten Wälder sind das Ergebnis einer Jahrhunderte langen extensiven Landnutzung. Sie erinnern mit ihren durchschnittlich 40 bis 50 Bäumen je Hektar auf Weideland oder Getreide an eine weitläufige Parklandschaft.

 

(Q. Graukranich ff.: Kranichschutz Deutschland)

 

Vogelzug

 

 

Die europäischen Brutpopulationen ziehen auf unterschiedlichen Routen in ihre Winterquartiere. Der osteuropäischen Zugweg führt Kraniche aus Finnland, dem Baltikum, Polen und Westrussland über Ungarn nach Nordostafrika.

 

Den westeuropäischen Zugweg nutzen Kraniche aus Mitteleuropa, Skandinavien sowie in den letzten beiden Jahrzehnten zunehmend auch aus den baltischen Staaten, aus Finnland und Weißrussland. Ihre Überwinterungsgebiete liegen in Frankreich, Spanien und zu einem geringen Teil in Nordafrika.

 

Der Frühjahrszug der Kraniche geht rascher und zielstrebiger voran als der durch wochenlange Rastperioden unterbrochene Zug im Herbst.

 

Zwischen Mitte März und Anfang April legen 5.000 bis 8.000 Kraniche gleichzeitig in der Rügen-Bock-Region einen Zwischenstopp ein, bevor sie die Ostsee überqueren. Ein weiterer wichtiger Rastplatz für viele tausend Kraniche auf ihrem Zug nach Norden ist der Hornborgasee im schwedischen Västergotland.

 

Die Vögel fliegen oft viele hundert Kilometer pro Tag und überwinden Entfernungen von insgesamt mehreren tausend Kilometern auf dem Weg in ihre Winterquartiere und zurück. Kraniche sind Schmalfrontzieher, deren jährliche Flugroute durch West- oder Ostwinde verdriftet werden kann. Die Hauptrastplätze, Tankstellen auf der Reise, werden in der Regel immer angeflogen. In diesen Regionen rasten die großen Vögel in Abhängigkeit von der Jahreszeit, der individuellen Kondition und den Zugbedingungen für wenige Tage oder einige Wochen.

 

(Q. Vogelzug: Kranichschutz Deutschland)

Standortsicherung

 

Gerade weil die Hauptrastplätze regelmäßig angeflogen werden, sind diese und deren Umfeld von Störungen freizuhalten. Gleiches gilt für die Zugkorridore.

 

Hierbei ist auch hinsichtlich des Fluges zu beachten, daß der Kranich auch zu einem großen Teil nachts unterwegs ist. Untersuchungen, die die Verträglichket eines Projektes (z.B. Windenergiepark) mit dem Kranich abprüfen sollen, müssen daher vorab (!) tags- und nachts gegebenen Standortverhältnisse berücksichtigen. Gerade die nächtlich zu erhebenden Daten können zwar nur relativ kosteninensiv gewonnen werden, aber die Notwendigkeit dieser Datenerhebung ist in der Fachliteratur (siehe unter Windenergie) unbestritten bzw. wird zum Standarduntersuchungsumfang gezählt.

 

 

Im Hochtaunuskreis

 

Über den Hochtaunuskreis fliegen regelmäßig viele tausend Kraniche, also in beträchtlicher Anzahl, vor allem im November, seltener schon im Oktober, noch weniger im September (z.B. aber am 29.09.2005 um 17:40 h in Friedrichsdorf), selten auch noch im Dezember. Sie werden vor allem über Friedrichsdorf, Wehrheim, Oberursel und Bad Homburg, auch über dem Landratsamt (!) beobachtet. Im Jahr 2000 konnten sie noch Weihnachten und Silvester über Seulberg beobachtet worden. Aber auch im Hintertaunus kreuzen Kraniche den Landkreis und das muß bei der Planung von Windkraftanlagen-Standorten aber auch bei der Errichtung anderer hoher Einrichtungen (Masten,...) berücksichtigt werden. Kraniche wurden 2007 beim Vogelzug in Hessen am häufigsten beobachtet, zahlenmäßig gefolgt von Staren und Zuggänsen.

 

Die Vögel kommen aus Richtung Wetterau, die sie am späten Nachmittag überfliegen, abends, auch nach Einbruch der Dunkelheit, sieht bzw. hört man sie dann im Hochtaunuskreis in Richtung Rheinland-Pfalz und Saarland fliegen.

 

Sowohl bei Waldems im Nachbarkreis als auch bei Hasselbach rasten die Kraniche, allerdings nur bei Bedarf, denn sie schaffen es durchaus, an einem Tag eine Entfernung zwischen Ostsee und Südfrankreich zu bewältigen. Rastende Kraniche wurden auch schon in der Nachbarschaft am Streitberg (Rosbach) beobachtet.

 

Die Nähe der Flugrouten zum Flughafen Frankfurt (Kraniche im Tiefflug wurden schon über dem Messegelände Frankfurt/M. gesehen) ist wenger der möglichen Kollisionen wegen hinderlich, sondern weil Kranichzugformationen ggf. durch Flugzeuge aufgelöst werden können und sich die Tiere dann kraftaufwendig neu orientieren müssen. Allerdings wird berichtet, unter Flugexperten sei die Routenplanung über TABUM auch deshalb umstritten gewesen, weil Sicherheitsrisiken durch den jährlichen Zug der Kraniche vernachlässigt worden seien. Hierüber gibt es aber keine neuen Informationen.

 

 

• Kranichschutz-Organisationen

 

ECWG - European Crane Working Group

 

Kranich Datenbank

 

○ KRANICHSCHUTZ HESSEN E.V.

 

○ EURONATUR

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto 1: LOT 2009

 

 

 

 

Kranich-Logo-Bf
 
KRANICHSCHUTZ HESSEN E.V.