Schülerinnen und Schüler bringen "Ewige Flamme der Erinnerung" in den Taunus
Der Erste Weltkrieg hat kaum einen Ort so gezeichnet wie die Schlachtfelder rund um Verdun. Bis heute steht der Name Verdun sinnbildlich für das unermessliche Leid von Krieg und Gewalt. Die dort brennende „Ewige Flamme der Erinnerung“ ist Mahnmal und Symbol für Frieden, Versöhnung und das Wachhalten der Erinnerung an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.
Eine Delegation aus dem Hochtaunuskreis hat nun Verdun besucht. Hierbei handelte es sich um eine Delegations- bzw. Projektfahrt, die im Rahmen des Schulprojektes „Geschichte.Gemeinsam.Gestalten." der Feldbergschule Oberursel stattfindet und seit 2023 in Kooperation mit der Stadt Oberursel durchgeführt wird. Mit dabei waren der Erste Kreisbeigeordnete Thorsten Schorr, Stadtrat Frank Kothe als Vertreter der Stadt Oberursel, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler der Oberurseler Feldbergschule und Vertreter des Landeskommandos Hessen – Kreisverbindungskommando Hochtaunuskreis.
Höhepunkt der Fahrt war eine feierliche Zeremonie, bei der die Ewige Flamme geteilt wurde und die dann von den Schülerinnen und Schülern in Empfang genommen wurde. Die Ewige Flamme der Erinnerung wurde 1923 am Grab des unbekannten Soldaten in Paris entzündet und später nach Verdun gebracht. „Es ist uns eine besondere Ehre und ein wichtiges Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft und Versöhnung, als Vertretung einer deutschen Gemeinde die Ewige Flamme der Erinnerung in Verdun anvertraut zu bekommen“, erklärte Thorsten Schorr. „Die Ewige Flamme steht als Symbol für die Unvergänglichkeit der Erinnerung, für Zusammenhalt, für Versöhnung und den beständigen Einsatz für den Frieden.“
Die Schülergruppe nahm nicht nur die Flamme in Verdun in Empfang, sondern brachte sie in den Hochtaunuskreis. Für die Jugendlichen ist dies eine Verpflichtung, die Erinnerung an die Geschichte und an das Leid von Verdun weiterzutragen Am Volkstrauertag wurde die Flamme deshalb in einer Laterne zum Bommersheimer Friedhof gebracht und dort inmitten der Gedenkgrabstellen niedergestellt.
Begleitet wurde die Delegation zudem von Nachkommen des Oberurselers Anton Hieronymi, der bei Verdun gefallen ist. Für ihn fand auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Dannevoux eine eigene Gedenkzeremonie statt.
Während der Fahrt besuchte die Gruppe zentrale Schauplätze der Schlacht um Verdun und nahm an mehreren Gedenkfeiern teil. Dazu gehörten eine Führung über das Schlachtfeld „Le Mort Homme“ (Toter Mann), der Besuch des französischen Nationalfriedhofs und des Beinhauses von Douaumont sowie die Teilnahme an der zentralen Zeremonie der Teilung der Ewigen Flamme am Siegesdenkmal. Mit einem Besuch des Fort Douaumont und einer Führung durch das zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont endete die Delegationsreise.
„Ich möchte mich bei den beiden Lehrerinnen Katarzyna Glowalla und Magdalena Naumann, den Schülerinnen und Schülern sowie den Projektpaten der Feldbergschule bedanken“, so der Erste Kreisbeigeordnete Thorsten Schorr abschließend.“ Besonders beeindruckt zeigte sich Schorr davon, dass die Schülerinnen und Schüler ebenso wie das Kreisverbindungskommando selbst aktiv zur Gestaltung des Programms beigetragen hatten. „Sie haben die Fahrt hervorragend organisatorisch und inhaltlich vorbereitet, so dass sie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch lange in sehr eindrücklicher Erinnerung bleiben wird.“