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Licht

Licht kann insbesondere nachts während der natürlichen Dunkelstunden für die Wohnnachbarschaft zu Belästigungen führen. Diese Belästigungen können durch künstliche Lichtquellen bzw. Beleuchtungseinrichtungen entstehen. Außer den im Außen- und / oder Innenbereich zu findenden Beleuchtungseinrichtungen, die z. B. mit Leuchtstoffröhren oder Halogendampflampen bestückt sind, sind gewerbliche Beleuchtungsanlagen zur Lichtwerbung oder zur Flutlichtbeleuchtung von Sportanlagen weit verbreitet und können für die Nachbarschaft sehr störend wirken. Eine verstärkte Belästigungssituationen kann bei Einwirkung von zeitlich veränderlichem (z. B. Blinklicht) oder intensiv farbigem Licht vorliegen.

 

Wenn von Lichtimmissionen gesprochen wird, unterscheidet man im Wesentlichen zwei Wirkungsbereiche: die Raumaufhellung und die Blendung.

Künstliche Raumaufhellung durch Fremdlicht aus der Nachbarschaft kann dazu führen, dass bestimmte Wohnbereiche nur eingeschränkt genutzt werden können. Die Raumaufhellung wird durch die mittlere Beleuchtungsstärke E in Fensterebene beschrieben.

Blendung ist eine Störung der visuellen Wahrnehmung, verursacht durch eine sehr helle Lichtquelle im Gesichtsfeld. Man unterscheidet zwischen physiologischer und psychologischer Blendung. Bei der physiologischen Blendung wird das Sehvermögen durch Streulicht innerhalb des Auges reduziert. Dieser Aspekt spielt jedoch bei Immissionssituationen im Wohnbereich meist keine Rolle. Hier wird vorrangig die psychologische Blendung betrachtet, welche als unangenehm oder ablenkend empfunden wird auch wenn sie nicht zu einer Minderung des Sehvermögens führt. Die Belästigung entsteht durch eine ständige ungewollte Ablenkung der Blickrichtung zu einer hellen Lichtquelle. Der große Unterschied zwischen der Leuchtdichte der Lichtquelle und der Leuchtdichte der Umgebung führt ständig zu einer neuen Adaptation des Auges (Anpassung des Auges an die Lichtintensität). Für die Störwirkung durch Blendung ist die Leuchtdichte L der Lichtquelle maßgebend.

Erhebliche Belästigungen können auch durch zeitlich veränderliches (Blinklicht) oder intensiv farbiges Licht entstehen. Einen Spezialfall schädlicher Lichtimmissionen kann auch der periodisch auftretende, bewegliche Schattenwurf von Windenergieanlagen hervorrufen, der durch die Drehbewegung der Rotorblätter verursacht wird.

Bei der Auswahl der Leuchten sind neben dem eigentlichen Bestimmungszweck und den Kosten außerdem mögliche Umwelteinwirkungen und Störungen der unmittelbaren Nachbarschaft zu berücksichtigen:

  • Licht sollte nur dahin strahlen, wo es gebraucht wird.
  • Unerwünschtes Streulicht und Blendung sollten vermieden werden.
  • Die Stärke der Beeinträchtigung der Nachbarschaft hängt unter anderem von der Lichtstärke, vom Abstand, der Neigung und der Höhe der Leuchte ab, das heißt bei all diesen Faktoren kann Einfluss auf die Beeinträchtigung genommen werden.
  • Eine von starken Lichtquellen ausgehende Blendung bei direkter Blickverbindung kann durch das Anbringen zusätzlicher Blenden verhindert werden. Diese reduzieren auch eine unerwünschte diffuse Abstrahlung des Lichtes in die Landschaft.
  • Kritisch aus Sicht des Immissionsschutzes sind oft Flutlichtanlagen von Sportstätten in unmittelbarer Nähe von Wohnbebauung. Hier sind Planflächenstrahler mit asymmetrischer Spiegeloptik vorzuziehen, deren Lichtaustrittsfläche parallel zum Spielfeld ausgerichtet ist. Zum Schutz von Insekten können zusätzlich UV-Filter eingesetzt werden.
  • Alle notwendigen Eingriffe in die natürliche Umwelt müssen bedacht erfolgen, insbesondere in Gebieten mit niedriger Umgebungsleuchtdichte wie im ländlichen Raum, in Parkanlagen und Naturschutzgebieten. Immissionen können auch durch die Anwendung mehrerer räumlich verteilter, niedrig angebrachter Leuchten mit geringer Leuchtstärke anstelle einer zentralen lichtstarken Leuchte mit großer Leuchtpunkthöhe reduziert werden.

Bei der Planung und Nutzung von Außenlichtanlagen müssen sich die Betreiber und auch die Kommunen folgende Fragen immer wieder neu stellen:

  • Wird die Anlage in dem Zeitraum betrieben, wo sie wirklich gebraucht wird? Ist es möglich die Zeitdauer der Nutzung zum Beispiel durch Bewegungsmelder zu reduzieren?
  • Ist die erzeugte Helligkeit der Lichtanlage für den Zweck angemessen? Kann die Leistung im Laufe der Nacht zum Beispiel durch einen zeitgesteuerten Dimmer reduziert werden? Könnten Schaufensterbeleuchtung und Lichtreklame in publikumsschwachen Zeiten reduziert werden, ähnlich wie die Straßenbeleuchtung in verkehrsschwachen Zeiten?
  • Wie kann das gewünschte Beleuchtungsniveau mit möglichst geringen Kosten und Energieaufwand erreicht werden?
  • Die Frage nach der prinzipiellen Notwendigkeit stellt sich zum Beispiel beim Betrieb von extrem hellen so genannten Skybeamern.

Bei Belästigungen durch Lichtemissionen, sollte zuerst ein sachliches Gespräch mit dem Verursacher gesucht werden. Gerade im Nachbarschaftsbereich sind die Ursachen oft leicht und schnell zu beseitigen, da dort die erforderlichen Lichtstärken nicht sehr hoch sind. Hier hilft es oft schon, eine lichtstarke durch eine lichtschwächere Lampe auszutauschen, eine Blende anzubringen oder den Abstrahlwinkel zu ändern, so dass das Nachbargrundstück nicht mitbeleuchtet wird.

Auf Sportplätzen und im Industrie- und Gewerbebereich werden oft sehr lichtstarke Flutlichter verwendet, um einen sicheren Spielablauf zu gewährleisten beziehungsweise die Arbeitsschutzbedingungen einzuhalten. Auch in diesen Fällen ist es günstig, zuerst mit dem Betreiber der jeweiligen Anlage zu sprechen. Oft ist es möglich, gemeinsame Lösungen oder Kompromisse zu finden die beide Seiten zufrieden stellen.

Führt ein Gespräch mit dem Betreiber der Anlage zu keinem akzeptablen Ergebnis, sollte die zuständige Behörde eingeschaltet werden. Diese kann Messungen veranlassen, um die Stärke der Belästigung festzustellen, und bei wesentlichen Überschreitungen der Immissionsrichtwerte die erforderlichen Maßnahmen durch den Betreiber der Anlage veranlassen.

Bei Fragen zu den gesetzlichen Bestimmungen, bei Lichtbelästigungen, sowie allgemein rund um das Thema Emissionen / Immissionen durch Licht, helfen wir Ihnen gerne weiter.

 

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