Corona-Schwerpunktpraxis für den Hochtaunuskreis öffnet am Montag in Bad Homburg

Datum: 24.04.2020
pk corona Schwerpunktpraxis 7 pk corona Schwerpunktpraxis 8

Hochtaunuskreis. Am kommenden Montag, 27. April, öffnet im Bad Homburger Stadtteil Kirdorf eine Corona-Schwerpunktpraxis für den gesamten Hochtaunuskreis. In den Räumen des ehemaligen katholischen Gemeindezentrums St. Franziskus im Gluckensteinweg 101 werden niedergelassene Ärzte aus dem Kreis von Montag bis Freitag Patienten mit Symptomen einer Infektionskrankheit behandeln. Die neue Schwerpunkt-Praxis ist jedoch kein Corona-Testzentrum, sondern als reines Behandlungszentrum vorgesehen.

Betrieben wird die Praxis in Kooperation von den beteiligten Allgemein- und Fachärzten des Hochtaunuskreises, vorläufig bis zum Herbst 2020, wenn nötig auch länger. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) hat das Konzept genehmigt. Das Gebäude gehört einer kirchlichen Stiftung, der Hochtaunuskreis hat Haus und Gelände für rund 80 000 Euro für die Nutzung als Praxis hergerichtet und kommt für die laufenden Kosten auf.

Die Schwerpunktpraxis helfe den Bürgerinnen und Bürgern und auch den Hausärzten, sagt Gesundheitsdezernent Thorsten Schorr. „Hier können unter sehr guten Hygiene-Bedingungen Patienten untersucht werden. Ich danke den Ärztinnen und Ärzten, die hier praktizieren werden, ausdrücklich für Ihr Engagement und ihre vielen guten Ideen zur Umsetzung dieses Projekts. Mein Dank gilt auch der Stadt Bad Homburg, die mitgeholfen hat, die Liegenschaft zu finden und den Handwerkern, die hier über den Feierabend hinaus eine schnelle Umsetzung möglich gemacht haben.

Das Zentrum entlaste die Haus- und Fachärzte, deren normale Patienten sich zum Teil nicht mehr trauten, mit ihren Beschwerden in die Praxis zu gehen, erklärt der Bad Homburger Allgemeinmediziner Christian Müller, der das Projekt federführend organisiert hat. Viele Patienten hätten Angst, sich in den Praxen mit dem Corona-Virus anzustecken. Müller und seine derzeit elf Kollegen öffnen werktags um 10 Uhr und behandeln bis etwa 14 Uhr. Diese Zeiten können sich aber noch ändern, wenn sich ein anderer Bedarf zeigen sollte, sagt Müller. Er geht davon aus, dass sich in Kürze weitere Ärzte aus dem Kreis an dem Modell beteiligen.

Zum einen sollen Patienten, die sich mit typischen Infektionssymptomen wie Husten, Fieber oder Durchfall bei den Hausärzten melden, gleich an die Schwerpunktpraxis verwiesen werden, die per Telefon und Mail ( /Telefon 06172/80 39 982) erreichbar ist. Menschen, die sich mit entsprechenden Symptomen krank fühlen, können sich aber auch eigenständig im Gluckensteinweg melden.

Die Mediziner sind jeweils mit einer Sprechstundenhilfe ihrer eigenen Praxis vor Ort. Gestartet wird mit einem Arzt pro Behandlungsschicht, sollte der Bedarf größer werden, können auch mehrere Ärzte in der Schwerpunktpraxis arbeiten, es gibt vier Behandlungs- und weitere Ausweichräume. Die Ärzte rechnen wie sonst auch per Krankenkassenkärtchen ab.

Die Patienten warten vor der Tür, erklärt Müller, und werden dann nacheinander von der Sprechstundenhilfe in einem großen Empfangsraum registriert wie in jeder normalen Praxis auch. Die Sprechstundenhilfe arbeitet hinter einem sogenannten Spuckschutz. Im über 200 Quadratmeter großen, ehemaligen Gemeindesaa­l können die Patienten warten. Es stehen Stühle bereit in Abständen von gut zwei Metern, so kann Distanz gewahrt werden.   

Die behandelnden Ärzte arbeiten in Schutzkleidung, die von der KV Hessen zur Verfügung gestellt wird. In der Corona-Praxis kann Blut abgenommen werden, es stehen ein Ultraschallgerät, ein EKG, ein Gerät zur Sauerstoffmessung und Notfallequipment bereit. Es kann, wenn die ärztliche Indikation gestellt wird, auch ein Corona-Abstrich gemacht werden. Die Geräte wurden von den Ärzten des Hochtaunuskreises aus deren Fundus zur Verfügung gestellt.

Der Kreis hat in dem Gebäude Versorgungsleitungen wieder gangbar gemacht, die Heizung instandgesetzt, einige neue Heizkörper installiert, die sanitären Einrichtungen hergerichtet und den Brandschutz geprüft. Es gibt separate Toiletten für Patienten und Personal, eine Küche und einen Pausenraum.

Um genügend Räume für Behandlungen zur Verfügung zu haben, wurden einige Wände eingezogen. In den Behandlungsräumen liegt jetzt ein gut zu reinigender PVC-Boden, die Wände bekamen einen abwaschbaren Anstrich. Mobiliar hat der Hochtaunuskreis zur Verfügung gestellt, er übernimmt auch die Reinigung. Liegen und Behandlungsstühle haben die Ärzte gestiftet.

Das ganze Gebäude ist weiträumig, die Gänge breit und deshalb ideal für den Zweck einer Corona-Schwerpunktpraxis geeignet. Die Abstandsregeln können gut eingehalten werden.

 

Die Bilder zeigen den Arzt Christian Müller (rechts), Thorsten Schorr (Mitte) und Katrin Hechler (links) bei der Vorstellung des Konzepts und den großen Warteraum im Gemeindesaal des ehemaligen Gemeindezentrums. 

Bildquelle: Hochtaunuskreis

 

 

zurück