Datum: 02.04.2026

Ritter-von-Marx-Plakette für vier verdiente Persönlichkeiten

Die Kommunalwahl ist rum, die Parteien und Wählergruppen stellen derzeit die Weichen für die neue Wahlzeit, die am 1. April begonnen hat.

Nun war es jedoch zunächst an der Zeit, gemeinsam zurückzublicken und diejenigen zu ehren, die sich durch ihr langjähriges Engagement im Kreistag um die Lokalpolitik verdient gemacht haben. Vier von ihnen, Beate Denfeld, Thomas Papadopoulos, Dr. Frank Ausbüttel und Hartmut Haibach, erhielten beim Parlamentarischen Abend in Weilrod-Hasselbach die Ritter-von-Marx-Plakette des Hochtaunuskreises, die jetzt zum zweiten Mal überhaupt vergeben wurde.

„Ich freue mich sehr, dass die zu Ehrenden allesamt Persönlichkeiten sind, von denen ich weiß, dass sie diesen Anspruch, für die Menschen, und zwar für alle Menschen im Taunus, da zu sein, immer mit Herzblut und Überzeugung leben. Dafür meinen herzlichen Dank!“, lobte Landrat Ulrich Krebs bei der Verleihung. Und er stellte heraus: „Sie sind Vorbilder, an denen sich auch der neue Kreistag der sich am 4. Mai konstituiert, orientieren kann.

Während Denfeld und Haibach echte Taunus-Gewächse seien, hatten Papadopoulos (Griechenland) und Dr. Ausbüttel (Braunschweig) erst später den Weg in den Taunus gefunden – ebenso übrigens wie einst Landrat Ritter von Marx, der als gebürtiger Wiener heute symbolhaft für den Taunus steht. Krebs erinnerte in diesem Zusammenhang: „Es ist nicht entscheidend, wo jemand herkommt. Entscheidend sind der Bürgersinn, die Tatkraft, das Engagement, mit dem wir unser Lebensumfeld gestalten – ganz egal, wohin es uns im Laufe unseres Lebens verschlägt. Das verbindet uns alle, und das markiert auch unsere Aufgabe: Nicht das in seinen Grenzen fest definierte geographische Territorium ist Gegenstand unserer Arbeit, sondern die Menschen, die heute hier mit uns leben. Wir sind nicht für einen Landkreis da, sondern für die Menschen, die ihn ausmachen.“

Alle vier Geehrten haben mindestens ein Viertel Jahrhundert lang die Kreispolitik im Kreistag oder im Kreisausschuss aktiv mitgestaltet: Denfeld 25 Jahre, Haibach 26 und Papadopoulos sowie Dr. Ausbüttel sogar 29 Jahre.    

Der zweite Gastgeber des Parlamentarischen Abends, Renzo Sechi als amtierender Kreistagsvorsitzender, hob in seiner Rede die Verdienste der vier Geehrten hervor, von denen zwei, Denfeld und Papadopoulos, dem nächsten Kreistag nicht mehr angehören werden. „Ihre Erfahrung, ihr Engagement und ihre klaren Worte werden uns fehlen. Thomas Papadopoulos und Beate Denfeld haben gezeigt, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Dafür sage ich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich: Danke. Es war eine gute, eine produktive Zeit mit Euch.“ Einen besonderen Dank gab es für Haibach. „Ich habe das große Glück, mit ihm einen Mann an meiner Seite zu wissen, den ich nicht umsonst als ,alten Fuchs‘ bezeichne, der mit seiner Lebenserfahrung, seinem Rat und manchmal auch einem Augenzwinkern so manche Situation in die richtigen Bahnen lenkt.“ Dr. Ausbüttel wiederum habe es stets verstanden, vor allem in den Bereichen Kultur und Bildung Brücken zu bauen. Sechi lobte diese „gelebte Verbundenheit über Grenzen hinweg – so wie wir sie hier im Kreis immer wieder pflegen.“

Weitere Parlamentarier bekamen an diesem Abend aufgrund ihrer langjährigen Kreistagszugehörigkeit den Ehrenbrief des Landes Hessen überreicht: Horst Burghardt, Götz Esser, Holger Grupe, Bernhard Schneider und Roland Seel sind alle seit mehr als zwölf Jahren dabei und haben im März vom Wähler erneut ein Mandat erhalten.  

Agnes Gerecht und Dr. Rebecca Schmidt werden dem neuen Kreistag nicht mehr angehören. Norman Dießner, der bereits in der ablaufenden Wahlzeit aus dem Gremium ausgeschieden war, konnte die Ehrung nicht in Empfang nehmen.

Wie groß die Verbundenheit innerhalb der Kreispolitik ist, zeigte die Teilnahme von Astrid Schatta. Die ehemalige stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion hatte ihr Mandat 2024 niedergelegt und kam extra aus ihrer Wahlheimat, der Nordseeinsel Norderney, zum Parlamentarischen Abend, um den Ehrenbrief entgegenzunehmen.  

Zu den Trägern der Ritter-von-Marx-Plakette:

Beate Denfeld ist seit 25 Jahren Mitglied des Kreistages und dort im Ausschuss für Bau, Planung, Verkehr und Umwelt aktiv. Sie war von 2006 bis 2011 Ausschussvorsitzende und blieb anschließend baupolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion und Vorsitzende des entsprechenden Arbeitskreises.

Thomas Papadopoulos gehört dem Kreistag seit 1. April 1997 an und war von 2016 bis 2026 als stellvertretender Kreistagsvorsitzender Mitglied des Ältestenrates. Er war im Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Freizeit sowie im Ausschuss für Jugend, Soziales und Integration aktiv. Seine Initiative, im Hochtaunuskreis einen Integrationspreis einzuführen, wurde 2007 aufgenommen.

Dr. Frank Ausbüttel kann 19 Jahre als Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Freizeit vorweisen. Jahrzehntelang war er schulpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Dem Kreistag gehörte er von 1997 bis 2021 an. Seitdem fungiert er als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter.

Hartmut Haibach war neun Jahre (1997 bis 2006) Mitglied des Kreistages, davon von 2001 bis 2006 Vorsitzender der FWG-Kreistagsfraktion. 2006 wurde er zum ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten ernannt. Dieses Amt nahm er bis zu seinem Antrag auf Entlassung aus dem Ehrenbeamtenverhältnis bis 2023 wahr.

Die Ritter-von-Marx-Plakette

Der Kreistag hat Ende 2021 die Ehrensatzung des Hochtaunuskreises zur Verleihung der Ritter-von-Marx-Plakette beschlossen. Demnach können Personen, die mindestens über einen Zeitraum von vier Wahlzeiten ehrenamtlich dem Kreistag und/oder dem Kreisausschuss des Hochtaunuskreises angehört und sich in dieser Funktion außerordentliche Verdienste um den Hochtaunuskreis erworben haben, ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung soll in jeder Wahlzeit höchstens an zehn Personen vergeben werden.

Erstmals fand die Verleihung der Ritter-von-Marx-Plakette im Jahr des 50-jährigen Bestehens des Hochtaunuskreises 2022 im Rahmen des Parlamentarischen Abends statt. Geehrt wurden seinerzeit die drei ehemaligen Vorsitzenden des Kreistages, Madeleine Funke, Manfred Gönsch und Jürgen Banzer sowie die langjährige stellvertretende Kreistagsvorsitzende Käthe Springer.

Die Plakette wurde in Erinnerung an den ehemaligen Landrat des Obertaunuskreises, Ernst Ritter von Marx, gestiftet. In seiner Amtszeit als Landrat (1904 bis 1921) hinterließ der gelernte Jurist große Fußstapfen. So legte er mit seinem Werk „Auf zum Taunus“ erstmals die Idee einer systematischen Siedlungs- und Regionalplanung für den Obertaunuskreis vor. Er gehörte maßgeblich zu den Gründern der ersten Kreissparkasse, aus der die heutige Taunus Sparkasse hervorging, und engagierte sich stark in der Förderung des Tourismus, dem Bau öffentlicher Einrichtungen und der Verkehrslenkung.



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