Hochtaunuskreis startet Projekt zur Förderung von Rebhühnern

Datum: 16.12.2011
„Bis vor wenigen Jahren gehörten die Rebhühner zum ganz alltäglichen Anblick in der Feldgemarkung. Heute dagegen bedarf es schon einer gehörigen Portion Glück einen dieser mittlerweile in bestimmten Bereichen sehr selten gewordenen Vögel anzutreffen“, berichtet Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Uwe Kraft...

Hochtaunuskreis. „Bis vor wenigen Jahren gehörten die Rebhühner zum ganz alltäglichen Anblick in der Feldgemarkung. Heute dagegen bedarf es schon einer gehörigen Portion Glück einen dieser mittlerweile in bestimmten Bereichen sehr selten gewordenen Vögel anzutreffen“, berichtet Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Uwe Kraft. So stelle sich die Situation der Rebhühner, auch speziell in der Feldflur rund um Neu-Anspach, als besorgniserregend dar. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken sei es absolut notwendig, etwas für diese Tierart zu tun, zumal in Hessen für diese Rote Liste Art eine spezielle Verantwortung besteht.

 

In enger Kooperation von Unterer Naturschutzbehörde, dem Amt für ländlichen Raum und den ansässigen Landwirten wurden bereits in diesem Herbst sogenannte Nacherntestreifen für die Rebhühner stehen gelassen. Hierbei wurde auf ausgewählten Getreideäckern im Bereich eines zwei Meter breiten Streifens (Nacherntestreifen) auf die Ernte verzichtet. „Derartige Maßnahmen erleichtern es den Rebhühnern den kommenden Winter unbeschadet zu überstehen. Zudem sind genügend Deckungsmöglichkeiten und ein ausreichendes Nahrungsangebot für diese Tierart immens wichtig“, erklärt der Wildbiologe Dr. Dr. Dieter Selzer von der Unteren Naturschutzbehörde. Überdies gelte es unnötige Stresssituationen für die Rebhühner zu minimieren, da derartige Ereignisse die für den Winter notwendigen Energiereserven der Vögel angreifen. Insbesondere appelliert Selzer dabei an die Hundebesitzer, ihre Vierbeiner nicht unkontrolliert über die Felder laufen zu lassen.

 

Im Rahmen eines ersten Treffens verschafften sich Kraft und Dr. Dr. Selzer jüngst gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter des Amtes für den ländlichen Raum, Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, sowie Hermann Römmelt vom Amt für den ländlichen Raum, dem Ortslandwirt Willy-Wulf Staehr und dem Landwirt Wolfgang Rühl einen ersten Eindruck über die begonnenen Maßnahmen. Einigkeit bestand darüber, dass die bisherigen Bemühungen nur einen ersten Schritt zum Schutz der Rebhühner darstellen können. Nach Kraft und Dr. Dr. Selzer bedarf es eines ganzen Maßnahmenpaketes um die Situation der Rebhühner nachhaltig zu verbessern. „In enger Kooperation von Unterer Naturschutzbehörde, dem Amt für den ländlichen Raum, der Stadt Neu-Anspach und den ortsansässigen Landwirten werden derzeit bereits weitere Artenhilfsmaßnahmen geplant“, so Umweltdezernent Kraft. Die angedachte Anlage von umfangreichen Blühflächen seitens der Landwirte Rühl und Staehr, stelle in diesem Zusammenhang einen vielversprechenden, nächsten Schritt dar. „Vor dem Hintergrund eines anhaltenden und intensiven Engagements, sollte es uns durchaus gelingen, das Rebhuhn als eines der charakteristischen Tiere unserer heimischen Feldflur, auch für zukünftige Generationen erhalten zu können“, geben sich Kraft und Dr. Dr. Selzer optimistisch.

 

Foto (v.l.n.r.): Wolfgang Rühl (Landwirt), Hermann Römmelt (Amt für den Ländlichen Raum), Kreisbeigeordneter Uwe Kraft, Willy-Wulf Staehr (Ortslandwirt), Dr. Dr. Dieter Selzer (stellv. Leiter Untere Naturschutzbehörde), Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann (stellv. Leiter Amt für den Ländlichen Raum)

 

 

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