Rücksicht auf die Landwirtschaft: Der Feld- und Flurknigge

Datum: 17.03.2017
Kirdorfer Feld

Hochtaunuskreis. Rechtzeitig zum Frühjahrsbeginn hat das Amt für den landwirtschaftlichen Raum seinen „Feld- und Flur-Knigge“ neu aufgelegt. Den Flyer gibt es seit sechs Jahren, er wirbt für den sorgsamen Umgang mit der Landschaft und ein gegenseitiges Verständnis von Erholungssuchenden und kultur(land)landwirtschaftlichen Bedürfnissen. Projekt und Idee haben in Hessen und darüber hinaus viele Nachahmer gefunden. Mit dem Knigge identifizieren sich landwirtschaftliche Betriebe und auch die anderen Partner in der Kulturlandschaft wie die Jagd-, und die Naturschutzverbände, die Kommunen oder die Obst- und Gartenbauvereine.

 

Der Feld- und Flur-Knigge setzt nicht auf Verbote, sondern erklärt Zusammenhänge und bittet um Verständnis. Wer weiß, welche Folgen das eigene Handeln hat, oder warum andere etwas tun, kann Konflikte vermeiden. Der Radfahrer oder Spaziergänger sieht den als Radweg ausgewiesenen Wirtschaftsweg als „seinen“ Weg an. Der Radweg wird ihm ja von der Stadt oder der Tourismusorganisation angeboten. Ein entgegenkommender Traktor wird als Störenfried empfunden. Wer hingegen weiß, dass Radrouten zum großen Teil auf Wirtschaftswegen entlangführen, der ärgert sich nicht über einen Traktor.

 

Der Titel „Zu Gast bei Hofe“ folgt der Einladung vieler Landwirte, die regelmäßig ihre Hof- und Stalltore für Besucher öffnen. Das Projekt steht unter dem Motto: „Wir machen Ihnen den Hof“.

 

Der Knigge-Flyer erklärt, warum Hunde nicht immer überall frei laufen können, warum Dosen und Glas nichts in der Landschaft verloren haben oder warum es für einen Radfahrer einfacher ist, einem Traktor auszuweichen als umgekehrt. Die Zusammenhänge zwischen Landschaft und Landwirtschaft werden erläutert und auch die Grenze, wo der Salatteller aufhört und die Hundetoilette anfängt.

 

Im Frühjahr rückt das Problem mit dem Hundekot besonders ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Natürlich sollen Hunde nicht verteufelt werden. Jeder Hundebesitzer kennt den Spruch, dass das Problem am anderen Ende der Leine zu finden ist. Einen Kotbeutel mitzunehmen und ihn richtig zu entsorgen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dafür ein Verständnis zu schaffen, ist Ziel des Knigges.

 

Weit über 120.000 Flyer wurden inzwischen verteilt. Manche Städte und Gemeinden versenden sie mit den Neubürger-Informationen oder den Hundesteuerbescheiden. Landwirte geben bei ihren Begegnungen in Feld und Flur die Broschüre gerne weiter und natürlich wird sie auch beim Laurentiusmarkt in Usingen, beim Erntefest in Frankfurt, auf dem Grundschultag im Landkreis Offenbach, auf dem Hochheimer Markt, in den Portalen des Regionalparks RheinMain oder im Taunus-Informationszentrum an der Hohemark in Oberursel verteilt.

 

Neben dem Knigge gibt es fünf unterschiedliche Schilder, die von den Landkreisen rund um Frankfurt finanziert wurden. Sie sind an wichtigen Punkten in Feld und Flur im Umland aufgestellt und greifen die wichtigsten Konfliktfelder in kompakten, deutlichen Botschaften auf:

 

• Der tut doch nichts?

• Ohne Zaun … klaun?

• Ab durch die Mitte …..

• Reiche Ernte?

• Wege Recht: Wer fährt vor?

 

Die Broschüre wird vom Hochtaunuskreis und seinem Amt für den ländlichen Raum herausgegeben und kann kostenfrei bestellt werden, auch in größeren Stückzahlen zum Verteilen. Kontakt: Amt für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis:

 

 

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