Usinger Schulzentrum mit großer Feier eröffnet

Datum: 08.09.2017
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Hochtaunuskreis. Mit mehreren Hundert Gästen aus Politik, der Usinger Stadtgesellschaft und vielen, auch ehemaligen Lehrerkollegen aus dem gesamten Hochtaunuskreis haben die Schulgemeinden der Helmut-Schmidt-Schule und der Paula Fürst-Schule am Freitagvormittag die Einweihung des gemeinsamen Hauses für zwei Schulen und das Betreuungszentrum REBUS gefeiert. Aus Wiesbaden kam in Vertretung von Kultusminister Professor Alexander Lorz dessen Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel.

Das neue Schulzentrum, sagte Dr. Lösel, biete Kindern und Jugendlichen der Region sehr vielfältige Möglichkeiten, einen für sie bestmöglichen Abschluss zu erzielen. „Zwei ganz verschiedene Schulformen haben hier ein gemeinsames Zuhause gefunden, die Helmut-Schmidt-Schule, eine Kooperative Gesamtschule mit eben neu gestartetem Gymnasialzweig, und die Paula-Fürst-Schule, die Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen und Behinderungen gezielt fördert.“

„Inklusion ist eine Querschnittsaufgabe in unserer Gesellschaft und in unseren Schulen“, sagte Lösel. In diesem Schulzentrum werde das besonders deutlich. „Hier kann es nicht passieren, dass sich Schülerinnen und Schüler aus den Augen verlieren.“

Er freue sich ganz außerordentlich, sagte Landrat Ulrich Krebs, dass er nun als Schuldezernent die Eröffnung dieses Schulzentrums feiern könne. Es stärke den Schulstandort Usingen und sei ein gutes Angebot für die Bürger jenseits des Taunuskammes. „Wir investieren viel in unser Schulbauprogramm“, sagte Krebs, „aber wir investieren genau an der richtigen Stelle, nämlich in die Bildung unserer Kinder und damit in die Zukunft von uns allen“. Außerdem, so der Landrat, seien gute Schulen längst ein wichtiger Standortfaktor für die Region geworden.

Der Umzug der Schule in ein neues Gebäude sei der richtige Zeitpunkt gewesen, sich von dem früheren Namensgeber Konrad Lorenz zu verabschieden, sagte der Landrat. Helmut Schmidt stehe für eine im Nachkriegsdeutschland sehr präsente Persönlichkeit. Der Hamburger Innensenator, der 1962 entschlossen gegen die Sturmflut kämpfte, habe das Bild von Schmidts Person geprägt.

Helmut Schmidts Namen sei eng mit dem Deutschen Herbst verbunden, dessen Beginn sich gerade zum 40. Mal jähre. „Er zog eine klare Grenze gegen den Extremismus. Er war ein kantiger Mensch und ein durchaus kontroverser Politiker, Respekt fand er in allen politischen Lagern. Auf der Grundlage des realistisch Machbaren wollte er immer sein Leben gestalten. Ich wünsche mir, dass Helmut Schmidt nicht nur Namenspatron, sondern auch Vorbild für viele an dieser Schule sein kann“, sagte der Landrat.

Usingens Bürgermeister Steffen Wernard ging auf die lange Baugeschichte des Schulzentrums ein. „Als ehemaliger Schüler der Konrad-Lorenz-Schule bin ich hocherfreut, dass das neue Schulzentrum endlich fertig ist. Ich bin sehr zufrieden, da die Politik ihr Versprechen gehalten hat und der Neubau so möglich war.“

Wernard beschäftigte sich auch mit der zweiten Namensgeberin des Schulzentrums: Paula Fürst. „Sie muss eine beeindruckende Person gewesen sein“, sagte Wernard. Als jüdische Reformpädagogin habe sie unter den schwierigsten Umständen alles getan, um ihre Schülerinnen und Schüler zu schützen und ihnen einen Freiraum in einer schrecklichen Zeit zu verschaffen.

Paula Fürst hätte sich selbst in England in Sicherheit bringen können, aber sie sei nach Deutschland zu ihren Schülern zurückgekommen, erinnerte Wernard. Sie habe nie aufgegeben. „Diese Grundhaltung macht sie zu einem großen Vorbild, ich kann mir keine bessere Namenspatronin für unsere Paula-Fürst-Schule vorstellen.“

Hintergrund

Bis Schüler und Lehrer in das neue Schulzentrum ziehen konnten, vergingen viele Jahre. Erste Pläne für einen Neubau der Konrad-Lorenz-Schule gab es bereits Ende der 1990er Jahre. 2004 wollte man ursprünglich mit dem Bau beginnen, die Planungen wurden aber wieder gestoppt. 2007 gab es konkrete Pläne für einen Neubau und die Zusage, dass 2010 gebaut werde. Die Finanzkrise kam dazwischen. Vor gut zweieinhalb Jahren begann der Hochtaunuskreis dann mit den ersten Arbeiten auf dem Gelände. Gekostet hat das Gebäude einschließlich der Freianlagen und der Planung rund 36 Millionen Euro. Für die Innenausstattung wurden für beide Schulen zusammen 2,5 Mio. Euro veranschlagt.

Im Rahmen seines Schulbauprogramms „Schulen für das 21. Jahrhundert“ hat der Hochtaunuskreis seit 2006 rund 800 Millionen Euro für die Sanierung und den Neubau von Schulgebäuden investiert.

Die ehemalige Konrad-Lorenz-Schule und jetzige Helmut-Schmidt-Schule zog aus der Pestalozzistraße in Usingen an den neuen Standort „In den Muckenäckern“. Die ehemalige Heinrich-Kielhorn und jetzige Paula-Fürst Schule ist aus Wehrheim nach Usingen umgezogen. Die Förderschule wurde ab 2010 zum Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrum REBUS umgebaut. Sie ist weiterhin Förderschule für den Förderschwerpunkt Lernen.

 

Anbei auch ein Foto, es zeigt von links: Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel, Landrat Ulrich Krebs, Lorraine Schmidt, Schulleiterin der Helmut-Schmidt-Schule, Christa Kröger, stellvertretende Leiterin der Paula-Fürst-Schule, Bürgermeister Steffen Wernard aus Usingen, Architektin Gerti Leitenbacher und Architekt Jochen Spiegelberger. Bildquelle: Hochtaunuskreis.

 

 

 

 

 

 

 

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