Archivalie des Monats

April 2018

Schlacht bei Höchst 2 

„Die Schlacht bei Höchst“ von Hans Hogenberg (1627)

 

Zu den ältesten und imposantesten Stücken der Grafiksammlung des Kreisarchivs des Hochtaunuskreises gehört eine Druckgrafik der „Schlacht bei Höchst“ (Signatur: KrA Hg, Slg. 1, Nr. 7).

Als der dreißigjährige Krieg bereits vier Jahre andauerte, durchstreiften 1622 erstmals größere Heere das Rhein-Main-Gebiet. Einer der protestantischen Heerführer, Christian von Braunschweig, sah im Frühsommer die Gelegenheit, in die Rheinpfalz einzufallen.

Am 15. Juni erreichte seine Vorhut den Main bei Höchst. In der Stadt lagerte eine kaiserliche Garnison, die überraschend starken Widerstand leistete. Erst am 18. Juni 1622 konnte das Heer Christians mit Hilfe einer Schiffsbrücke flussabwärts von Höchst den Mainübergang beginnen. Am 20. Juni war jedoch ein kaiserliches Heer unter Führung von Graf Johann Tserclaes von Tilly angerückt. Die kaiserlichen Truppen, mit kroatischen und spanischen Kontingenten, waren Christians‘ Heer zahlenmäßig weit überlegen. Sie stießen hart in die Flanke der abmarschierenden Armee. Die Kaiserlichen töteten 2000 Soldaten von Christians Armee bei geringen eigenen Verlusten, und eroberten den Tross und seine Geschütze. Trotzdem gelang es der Masse der braunschweigischen Armee, nach Süden abzuziehen und sich in Baden mit einem anderen protestantischen Heer zu vereinigen.

Hans Hogenberg verewigte die Schlacht 1627, also relativ zeitnah, in dieser Grafik. Er wählte ein ungewöhnliches, comicartiges Format, bei der aufeinanderfolgende Ereignisse zusammen  auf einem Blatt dargestellt sind: vom geordneten Marsch der kaiserlichen Armee von Osten her über die Hauptkämpfe auf der Linie Schwalbach am Taunus - Sossenheim bis zum Ende der Schlacht, bei dem zahlreiche protestantische Soldaten beim Mainübergang ertranken und den Fluss hinuntertrieben.

Lange bevor Christian Höchst erreichte, hatte er bereits unzählige Städte und Dörfer geplündert – in Hogenbergs Grafik steigen Rauchwolken etwa aus Oberursel und Kalbach auf. Die Soldaten der Liga standen ihm in nichts nach und plünderten etwa Schwanheim bei der Verfolgung der Protestanten. Tatsächlich bildete dieser Feldzug den Auftakt zu zahlreichen weiteren Plünderungszügen in Hessen, die furchtbare Zerstörungen und eine regelrechte Entvölkerung der Landschaft zur Folge hatten.

 

Die Schlacht bei Höchst ist auch Thema des „8. Geschichtstags für Taunus und Main“ am 17.04.2018 in Oberursel.

Archivalie des Monats

 

Um die Archivalien des Kreisarchivs Hochtaunuskreises bekannter zu machen und auf bedeutsame historische Dokumente aus unserem Bestand hinzuweisen, stellen wir Ihnen in dieser neuen Reihe auf unserer Internetseite monatlich ein besonderes Stück des Kreisarchivs vor.

 

In der Familie der Archive in Deutschland stellt das 1990 gegründete Kreisarchiv des Hochtaunuskreises noch eine jüngere Einrichtung dar. Die meisten in den Magazinen aufbewahrten Stücke stammen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, doch einzelne reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück.

 

Frühere Archivalien des Monats aus dem Jahr 2018 finden Sie hier

 

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