Ein Förderverein für das Usinger Prinzenpalais

Es tut sich was für das Prinzenpalais in Usingen: Der Hochtaunuskreis will das historische Gebäude in den kommenden Jahren denkmalgerecht sanieren und einer öffentlichen Nutzung zuführen. Zur finanziellen und ideellen Unterstützung dieses Kraftaktes wurde heute auf Initiative von Landrat Ulrich Krebs der „Förderverein Prinzenpalais Usingen“ ins Leben gerufen.

Etliche Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens aus Kommunalpolitik, Kultur und Bürgerschaft versammelten sich zur Gründungsversammlung im Saal der Bel Etage des Barockpalais und konnten sich bei dieser Gelegenheit gleich einen Eindruck vom baulichen Zustand des Usinger Architekturdenkmals verschaffen. Landrat Ulrich Krebs, der auch zum Vorsitzenden des Fördervereins gewählt wurde, betonte die Bedeutung des neuen Vereins: „Die Sanierung des Prinzenpalais wird ein erheblicher Kraftakt darstellen, der nur gelingen kann, wenn umfangreiche Fördermittel eingeworben werden können, um den Anteil des Hochtaunuskreises so gering wie möglich zu halten. Ebenso wichtig ist es, dass das Projekt einen breiten Rückhalt in der Öffentlichkeit hat. Für beides ist der Förderverein ein wichtiges Mittel, und ich danke allen Gründungsmitgliedern, die sich bereit erklärt haben, dieses Vorhaben von Anfang an zu unterstützen.“
Das Sanierungsvorhaben steht noch ganz am Anfang; erste Kostenprognosen gehen von einem Aufwand in Höhe von einem mittleren bis oberen einstelligen Millionenbetrag aus. Der erste Schritt wird die Suche nach einem Büro mit einschlägiger Erfahrung für die Planung und Kostenermittlung von denkmalgeschützten Gebäuden sein. Parallel dazu laufen bereits Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das seine Unterstützung zugesagt hat. Besondere Herausforderungen bei der denkmalgerechten Sanierung werden voraussichtlich die Erfordernisse hinsichtlich von Barrierefreiheit und Brandschutz darstellen.
Zum aktuellen Zeitpunkt ist angedacht, das Prinzenpalais in einen Ort der Bildung und Kultur zu verwandeln: Als Nutzer sind zum einen die Volkshochschule Hochtaunus, zum anderen der Fachbereich Kultur des Hochtaunuskreises vorgesehen, womit die Tradition der Stadt Usingen als Außenstellen-Sitz der Kreisverwaltung fortgeführt würde.

Das Prinzenpalais geht auf einen mittelalterlichen Adelshof zurück. Seinen Namen hat es von Friedrich August (1738–1816), dem letzten männlichen Vertreter des Hauses Nassau-Usingen. Er erwarb das Anwesen im Jahr 1768, gab ihm sein heutiges Aussehen und nutzte es zunächst für sich und seine wachsende Familie. Im 19. Jahrhundert diente es zunächst als Gaststätte und Posthalterei; als solches gewann es Bedeutung als Gründungs- und Versammlungslokal der bedeutenden frühliberalen „Deutschen Gesellschaft“, in der sich 1814 Vordenker für Freiheitsrechte und Demokratie in Nassau zusammenschlossen. Als 1888 ein eigener Landkreis Usingen gegründet wurde, nahm die Kreisverwaltung ihren Sitz in dem Gebäude; seit 2014 steht es leer.

Als Kulturdenkmal aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen ist das Palais, das durch den Architekten Johann Wilhelm Faber, eventuell nach Plänen von Friedrich Joachim Stengel, errichtet wurde, eines der wenigen erhaltenen prominenten Zeugnisse für Usingen als barocke Residenzstadt.


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