Datum: 13.09.2022

Landrat Ulrich Krebs und Erster Kreisbeigeordneter
Thorsten Schorr besuchen landwirtschaftliche Betriebe

Alljährlich nehmen sich Landrat Ulrich Krebs und Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr die Zeit, einige landwirtschaftliche Betriebe im Hochtaunuskreis zu besuchen. Ziel ist es, Wertschätzung gegenüber den Produzenten von regionalen Lebensmitteln zu zeigen, die Herausforderungen der regionalen Landwirtschaft zu verstehen – und gegebenenfalls zu helfen. Wie wichtig dieses Thema ist, verdeutlichte Landrat Krebs: „Die regionale Versorgung mit Lebensmitteln, die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen sowie der Erhalt der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft im Hochtaunuskreis hängt direkt vom Überleben und der Zukunftsfähigkeit seiner landwirtschaftlichen Betriebe ab.“
Die Tour wurde vom Amt für den ländlichen Raum des Hochtaunuskreises organisiert, dessen Leiter, Dr. Klaus Erdle, die Betriebe ausgewählt hatte. Mit dabei war auch Kreislandwirt Christian Staehr.
Erste Station war der Betrieb von Dr. Peter Haug in Königstein. Als Halter von mehr als 400 Schafen, ist er maßgeblich als Landschaftspfleger aktiv. Das heißt, seine Schafe beweiden vornehmlich unter Schutz stehende Wiesen, um seltene Pflanzengesellschaften zu fördern. Diese Aufgabe bedarf eines hohen Aufwandes, da die Schafe weder zu lange noch zu selten auf den Flächen weiden dürfen. Im aktuellen Jahr steht die Tierhaltung vor enormen Herausforderungen. Durch die extreme Trockenheit und Hitze wächst kaum genug Futter für die Schafe. Auch das Wasser zum Tränken muss auf die Flächen gefahren werden. Mutterschafe können kaum ihre Lämmer ernähren und bereits jetzt muss mit Heu zugefüttert werden, das eigentlich für den Winter geplant war.
Der Familienbetrieb Hildmann in Oberhöchstadt war die zweite Station der Tour, die wie im Vorjahr mit dem Fahrrad zurückgelegt wurde. Auch Hildmanns setzen auf Tierhaltung und sind aktuell mit einem Stallbauprojekt beschäftigt. Für die Mutterkuhherde und einige Schweine wird ein neuer Stall mit besten Tierwohlvoraussetzungen gebaut. Auslauf, Frischluft und viel Platz sind hierbei die Maßstäbe. Die Produkte aus der Tierhaltung werden im eigenen Hofladen vermarktet – darunter auch Eier aus einem Hühnermobil. Kurzum: ein regionaler Kreislauf, wie er besser nicht sein könnte. Auch bei diesem Betrieb sind die Trockenheit und die Futterknappheit ein zentrales Thema. Zusätzlich sorgt sich die Familie Hildmann um die Ausdehnung der Siedlungsfläche, die immer näher an den Betrieb heranrückt. Dadurch wird dringend benötigte Fläche versiegelt und die Arbeitsweise auf dem landwirtschaftlichen Betrieb eingeschränkt.
Auf dem Fohlenhof Jäger in Steinbach, der letzten Station der Tour, kennt man diese Problematik ebenfalls. Bis an die Grenzen des Hofes, der noch vor Jahren außerhalb des Ortes lag, rücken nun Neubauten heran. Das birgt Konflikte vor allem während Erntezeiten mit Maschineneinsatz und dem damit einhergehenden Staub und Lärm. Gleichzeitig will Andreas Jäger aber weiter investieren und bietet seine großen Hallendächer als Photovoltaikfläche an. Während der Energiekrise ein vorbildliches Projekt.
Landrat und Erster Kreisbeigeordneter nutzten die Tour, um die Herausforderungen der Landwirtschaft live vor Ort zu sehen und zu erleben. „Das Jahr 2022 ist mit den geopolitischen und klimatischen Auswirkungen ein Extremjahr für Landwirtinnen und Landwirte. Durch diese Tour erhalten wir Informationen aus erster Hand, wir erfahren, welche Sorgen die Betriebe belasten. Diese zu kennen ist wichtig, um passgenaue Hilfen – im Rahmen unserer Möglichkeiten –- anbieten zu können“, so Erster Kreisbeigeordneter Schorr abschließend.

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