Saalburgpreis für Geschichts- und Heimatpflege 2016 geht an Dr. Konrad Schneider

Datum: 21.06.2016
Seite 12 Saalburg_4334

Dr. Konrad Schneider erhält in diesem Jahr den Saalburgpreis des Hochtaunuskreises für Geschichts- und Heimatpflege. Die Verleihung des Preises findet im Rahmen des Jahresempfangs des Landkreises am 28. August im Römerkastell Saalburg statt. „Der diesjährige Preisträger hat sich außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit als Archivar in seiner Freizeit intensiv mit landes-, regional- und ortsgeschichtlichen Forschungen befasst. Seine Arbeitsschwerpunkte dabei bildeten zu einen die Geld- und Währungsgeschichte, zum anderen die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, besonders Mineralbrunnen und keramische Produktion. Seine Arbeitsweise zeichnet sich durch konsequent hohe Wissenschaftlichkeit und auch durch die enge Zusammenarbeit mit Heimatforschern und historischen Laien vor Ort aus. Damit gehört Konrad Schneider zu den wenigen wissenschaftlichen Historikern, denen es gelingt, die Sphären der akademischen Geschichtswissenschaft und der von Laien betriebenen Heimatkunde zu verbinden“, begründete Landrat Ulrich Krebs die Entscheidung des Kreisausschusses mit seinen Worten.

Herausragende Beispiele dafür seien die zusammen mit Hanspeter Borsch verfassten und durch den Hochtaunuskreis herausgegebenen Publikationen „Ziegel für den Taunus“, „Geschirr aus dem Taunus“, „Mineralwasser aus dem Taunus“ und „Oberhöchstadt“.

 

Veröffentlichungen in Auswahl:

Projekte zur Ausprägung von Münzen mit hessen-homburgischem Stempel 1822–1832. Zugleich ein Beitrag zur regionalen Geldgeschichte des Vormärz, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe 44 (1995), S. 91–103.

Geld im Taunus. Münzprägung und Geldumlauf, Höhr-Grenzhausen 2002.

Der Kronthaler Mineralbrunnen als Betrieb der Stadt Frankfurt am Main (1924–1958), in: Nassauische Annalen 114 (2003), S. 353–370.

Hg.: Gewerbe im Kronthal. Mineralwasser und Ziegel aus dem Taunus, Darmstadt 2007 (Beiträge zur hessischen Wirtschaftsgeschichte 2).

-darin: Brunnen- und Badebetriebe im Kronthal, S. 23–78.

zus. m. Hanspeter Borsch: Ziegel für den Taunus. Geformt und gebrannt in Oberhöchstadt. Begleitpublikation zur Ausstellung in der Taunus-Galerie im Kreishaus Bad Homburg v. d. H., Bad Homburg v. d. Höhe 2008.

Der Schatz von Seulberg – ein wichtiger Baustein zur Geldgeschichte des 14. Jahrhunderts, in: Friedrichsdorfer Schriften 8 (2008), S. 80–94.

zus. m. Hanspeter Borsch: Geschirr aus dem Taunus. Töpfer zwischen Hofheim und Burgholzhausen. Begleitpublikation zur Ausstellung in der Taunus-Galerie im Kreishaus des Hochtaunuskreises, Bad Homburg v. d. H., Bad Homburg v. d. Höhe 2009.

zus. m. Hanspeter Borsch/Gunther Krauskopf: Mineralwasser aus dem Taunus. Brunnen und Bäder zwischen Weilbach und Rosbach. Begleitpublikation zur Ausstellung in der Taunus-Galerie im Kreishaus des Hochtaunuskreises, Bad Homburg v. d. H., 2010 und im Stadtmuseum Bad Soden, 2011, Bad Homburg v. d. Höhe 2010.

Dienstsiegel, Protokollbücher und Ortschronik. Unerwarteter Fund im alten Dienstzimmer des letzten Bürgermeisters von Kalbach, in: Jahrbuch Hochtaunuskreis 19 (2011), S. 252–255.

zus. m. Hanspeter Borsch: Oberhöchstadt – ein Taunusdorf im 19. Jahrhundert, Bad Homburg v. d. Höhe 2012.

Baumaterial für eine wachsende Kurstadt – frühe Ziegeleien in Homburg vor der Höhe, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe 61 (2012), S. 77–112.

Mord, Raub und Diebstahl. Königstein und Umgebung als Tatort, in: Jahrbuch Hochtaunuskreis 21 (2013), S. 78–83.

 

Dr. Konrad Schneider wurde 1950 in Bogotá geboren, studierte 1969–75 Geschichte, Anglistik und Sprachwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und wurde 1976 zum Dr. phil. promoviert. 1977–79 absolvierte er das Referendariat für den höheren Archivdienst am Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und an der Archivschule Marburg. 1979–87 war er wissenschaftlicher Archivar am Staatsarchiv Hamburg, 1991–2015 am Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, zuletzt als stellvertretender Institutsleiter und Leiter der Abteilung „Städtisches Archiv“.

„Wir wollen mit dieser Preisverleihung der ehrenamtlich betriebenen Orts- und Regionalgeschichte Aufmerksamkeit verschaffen und die Bedeutung der Geschichte für unsere Kulturlandschaft unterstreichen. Der Saalburgpreis, der bereits zum 25. Mal verliehen wird, zeigt beeindruckend, welch große Kraft in unserer Gesellschaft steckt, explizit dort, wo das Ehrenamt Zusammenhalt gibt“, hebt Ulrich Krebs würdigend die Bedeutung der Auszeichnung hervor.

zurück