Großes Interesse beim Geschichtstag für Taunus und Main

Datum: 08.09.2020

Hochtaunuskreis Erstmals war am vergangenen Wochenende der Geschichtstag für Taunus und Main in Bad Homburg zu Gast. Thema des Tages war „Hölderlins Zeit – Taunus und Main um 1800“. Es drehte sich also alles um den Jubilar Friedrich Hölderlin, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Wolfgang Ettig, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Geschichts- und Heimatvereine des Hochtaunuskreises, konnte als Ehrengäste Landrat Ulrich Krebs, Kreisbeigeordnete Brigitte Wagner-Christmann für den Main-Taunus-Kreis und Karin Wolff, die Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main, willkommen heißen. Landrat Krebs betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Zusammenarbeit über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg, um das historische Erbe des Taunus gemeinsam zu erforschen und zu pflegen.

Aus Gründen des Infektionsschutzes war die Teilnehmerzahl auf 60 Personen beschränkt. Wer so glücklich war, einen Platz in der Aula des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums zu ergattern, bekam in fünf Vorträgen ein breites Panorama der Lebensumstände Hölderlins in Bad Homburg präsentiert. Professor Dr. Wolfgang Bunzel, der Leiter der Brentano-Abteilung am Freien Deutschen Hochstift, unternahm in seinem Einführungsvortrag eine Standortbestimmung von Frankfurt und der Rhein-Main-Region in der Epoche der Romantik. Dr. Wolfgang Metternich beleuchtete eindringlich die Belastungen durch die Revolutions- und Napoleonischen Kriege, denen die Region nahezu permanent ausgesetzt war, die aber erstaunlicherweise im Werk Hölderlins kaum Niederschlag finden. Und Dr. Konrad Schneider warf Schlaglichter auf den Wandel im alltäglichen wirtschaftlichen Leben, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts einsetzte. Den Dichter selbst nahmen die zwei abschließenden Vorträge ins Visier: Professorin Dr. Barbara Dölemeyer, die Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe, begab sich auf die Suche nach authentischen Hölderlin-Orten in Frankfurt und Bad Homburg. Und die Bad Homburger Stadtarchivarin Dr. Astrid Krüger stellte in Ihrem Vortrag, der abwesenheitsbedingt von Gregor Maier verlesen wurde, das spannende Schicksal der Homburger Hölderlin-Handschriften vor.

Zum Abschluss des Tages gab es eine künstlerische Annäherung an Friedrich Hölderlin. Im passenden Ambiente der Schlosskirche gestalteten der Komponist Boris Bergmann und die Schauspielerin Silvina Buchbauer einen Abend zu Hölderlins rätselhaften „Turmgedichten“, die er als Geisteskranker in seiner zweiten Lebenshälfte verfasst hat. Die Musik Bergmanns, die er am Klavier vortrug, und die Rezitation Buchbauers verwoben sich zu einem atmosphärisch dichten Gesamtkunstwerk, das gleich zwei Mal hintereinander aufgeführt wurde, um immerhin 80 Zuhörerinnen und Zuhörern dieses Erlebnis zu ermöglichen.

 

Der Geschichtstag für Taunus und Main ist eine jährliche Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Geschichts- und Heimatvereine des Hochtaunuskreises und des Historischen Vereins Rhein-Main-Taunus gemeinsam mit dem Hochtaunus- und dem Main-Taunus-Kreis. Jedes Jahr wird ein wichtiges Thema der Regionalgeschichte an wechselnden Tagungsorten der interessierten Öffentlichkeit in Vorträgen, Führungen und Begleitveranstaltungen vorgestellt.

 

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