Mehr Platz in den Bussen durch freigestellten Schülerverkehr des Hochtaunuskreises

Datum: 18.11.2020

Ab dem 23. November wird der Linienverkehr im Hochtaunuskreis durch freigestellten Schülerverkehr ergänzt, um die Linienbusse im Schülerverkehr zu entlasten. In enger Zusammenarbeit zwischen Schulträger und dem Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) wurden zehn neue Strecken erarbeitet, die vorerst bis zu den Osterferien bedient werden.

Der freigestellte Schülerverkehr reiht sich in ein Bündel von Maßnahmen ein, das die Kreisspitze zum Schutz der Kinder und Jugendlichen auf dem Schulweg getroffen hat. Zu Beginn der Pandemie wurden die Schüler*innen mit einem Wettbewerb zum Radfahren und Zufußgehen aufgerufen. Auf Plakaten an den Bushaltestellen sowie Aufklebern in Bussen wirbt die Symbolfigur „Leo“ für das Einhalten der Hygieneregeln und vor allem für das Abstandhalten. Darüber hinaus wurde schon früh nach weiteren Entlastungsmöglichkeiten in Bussen und Bahnen gesucht.

Landrat Ulrich Krebs appellierte in einem offenen Brief an das Kultusministerium, die Schulanfangszeiten freizugeben, um so einen gestaffelten Schulbeginn zu ermöglichen. Runde Tische mit allen Schulen wurden seitens der Kreisverwaltung organisiert, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Auch der Kreiselternbeirat und das staatliche Schulamt wurden in die Lösungsfindung mit einbezogen. „Die Sicherheit und Gesundheit der Schüler*innen ist uns sehr wichtig. Deshalb haben wir seit Beginn der Pandemie eng mit allen Beteiligten zusammengearbeitet, um Lösungen zu finden. Zwar sind öffentliche Verkehrsmittel von dem vorgegebenen Mindestabstand ausgenommen, trotzdem möchten wir die Besetzung der Busse so weit wie möglich verringern um die Infektionsgefahr einzudämmen,“ fasst Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs die Situation zusammen. „Deshalb freue ich mich, dass wir zusätzlich zu den gestaffelten Unterrichtszeiten und zur Fahrplanausweitung des VHT jetzt auch den freigestellten Schülerverkehr anbieten können“.

Durch die Verschiebungen der Unterrichtszeiten in Neu-Anspach und Usingen konnte schon eine merkliche Entzerrung in den Bussen und an den Haltestellen erreicht werden. Der VHT hat sein reguläres Angebot seit Ende der Herbstferien ausgebaut, um die Schüler zu den angepassten Schulzeiten pünktlich zur Schule und nach Hause bringen zu können. Auf den Linien 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 69, 80 und 82 werden zusätzliche Fahrten angeboten. Die Stadtverkehre Bad Homburg bzw. Oberursel haben ihr Angebot auf den Linien 31, 33, 48 und 49 erweitert und der RMV das Angebot auf der Linie 91.

Alle Fahrpläne sind unter Linienfahrplan abrufbar und in die RMV-Verbindungsauskunft eingearbeitet. Zum Fahrplanwechsel wird es auf den Linien des VHT zu weiteren Anpassungen kommen. Auch wenn die Situation sich schon merklich verbessert hat, gibt es immer noch einzelne Verbindungen, auf welchen der Hochtaunuskreis als Schulträger die Notwendigkeit von Anpassungen sieht. Diese sollen in Form des freigestellten Schülerverkehrs geschehen. Anders als für den regulären Linienverkehr ist für den freigestellten Schülerverkehr nicht der örtliche Aufgabenträger, der VHT, zuständig, sondern der Schulträger selbst.

Dieser hat nun fünf Unternehmen aus der Region beauftragt, ab dem 23. November den Linienverkehr auf neuen Strecken zu ergänzen. Die Verträge mit den entsprechenden Busunternehmen sind unterzeichnet und sehen vorerst ein Fahrtenangebot bis zu den Osterferien 2021 vor. Bis dahin wird die Situation in den Bussen kontinuierlich evaluiert, sodass bei Bedarf nachgesteuert werden kann. Da es sich hierbei um reine Schülerbusse handelt, stehen diese auch ausschließlich den Schülern zur Verfügung.

Entsprechend wird das Angebot nicht in die RMV-Verbindungsauskunft eingearbeitet. Informationen zu den neuen Strecken und Fahrzeiten werden stattdessen über die Schulen kommuniziert.

Die Mittel des Landes Hessen für zusätzliche Busverbindungen und Kontrollen der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht werden für die bereits in Umsetzung befindlichen Maßnahmen des Verkehrsverbandes verwendet, reichen aber bei weitem nicht um alle Kosten im Landkreis zu decken. Der Schulträger investiert nun weitere 130.000 € in die neue Maßnahme. „An dieser Stelle spielen die Kosten ausnahmsweise eine untergeordnete Rolle. Hier geht es um die Gesundheit der Schüler und darum, das Infektionsgeschehen im Kreis so weit wie möglich einzudämmen. Daher werden wir auch weiterhin prüfen, welche Maßnahmen wir als Schulträger ergreifen können um die Situation in den Bussen zu verbessern“ so Landrat Ulrich Krebs.

 

 

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