Polizei und Kreis stellen Verkehrsunfallzahlen vor

Datum: 14.09.2018
Vorstellung der Verkehrsunfallzahlen 14.9.

Hochtaunuskreis. Zusammen mit Landrat Ulrich Krebs, Verkehrsdezernent Uwe Kraft und Usingens Bürgermeister Steffen Wernard hat die Polizeidirektion Hochtaunus bei einem Ortstermin an einem häufigen Unfallpunkt an der Usinger Südtangente die Zahlen der aktuellen Verkehrsstatistik vorgestellt. Thema waren die gestiegenen Unfallzahlen und die verstärkten Kontrollen im Feldberggebiet.

In den beiden zurückliegenden Kalenderjahren registrierte die Polizei neue Höchststände bei der Zahl der Verkehrsunfälle. Im Jahr 2017 wurden 5440 Unfälle auf den Straßen des Kreises registriert, bei denen 893 Menschen verletzt wurden. Eindeutige Ursachen für den Anstieg seien jedoch nicht zu erkennen, sagte die Leiterin der Polizeidirektion Hochtaunus, Kriminaldirektorin Antje van der Heide.

Die Ursachen seien vielfältig und manches Mal nicht offensichtlich, erklärte van der Heide. Am Beispiel der Einmündung B 275 / Südtangente (Usingen) zeige sich, wie objektive und subjektive Ursachen voneinander abwichen. Die Einmündung war und ist unfallauffällig, immer wieder geschehen dort Unfälle mit teils schweren Folgen. Objektiv wird dabei von der Polizei meist eine Missachtung der Vorfahrt angenommen. Subjektiv sind die Unfälle jedoch oft durch überhöhte Geschwindigkeit der Vorfahrtsberechtigten mitverursacht. Bei regelmäßigen Messungen der Polizei werden zum Teil erhebliche Überschreitungen festgestellt. Trauriger Spitzenreiter ist ein Fahrer, der in diesem Jahr (2018) mit 163 km/h anstelle der erlaubten 70 km/h erwischt wurde.    

Die Polizei geht davon aus, dass eine Vielzahl der aufgenommenen Verkehrsunfälle auch darauf zurückzuführen ist, dass die Fahrer abgelenkt waren. Regelmäßige Kontrollen und die täglichen Beobachtungen der Polizei lassen erkennen, dass immer noch sehr viele Verkehrsteilnehmer das Handy während der Fahrt aufnehmen oder sie sind durch die Bedienmenüs ihrer Fahrzeuge abgelenkt. „Jeder Blick weg von der Straße erhöht das Unfallrisiko“, sagt Antje van der Heide.  

Eindeutiger ist die Unfallursachenbetrachtung im Bereich der Motorradunfälle im Feldberggebiet. Die stark witterungsabhängige Zahl sank zwar 2016 und 2017 leicht von 35 auf 30 Unfälle. Im langen und sehr trockenen Sommer 2018 wurden aber bereits mit Stand 1.9. mehr Unfälle aufgenommen als im Vorjahr. Die Polizei hat auf diesen Anstieg reagiert und den Kontrolldruck erheblich erhöht. Die täglichen Kontrollen im Gebiet führen dazu, dass sich die zu schnell fahrenden Motorradfahrer kurzzeitig an andere Stellen begeben. „Die Szene ist offenbar gut vernetzt“, erklärt Kriminaldirektorin van der Heide, „und reagiert sehr rasch auf die Einrichtung von Kontrollen.“

An der „Applauskurve“ passieren nach wie vor gehäuft Unfälle. Die bereits getroffenen Maßnahmen wie die Sperrung des Parkplatzes und neu auch die Sperrung des gegenüberliegenden Waldwegs haben zu einer Verdrängung der Szene geführt. Die Unfallzahlen bewegten sich 2016 und 2017 auf dem Niveau der Vorjahre. Im laufenden Jahr wurde die Zahl allerdings bereits deutlich überschritten. „Die Polizei tut alles, um diese Gefährdung auf der Straße einzudämmen“, lobt Landrat Ulrich Krebs den vermehrten Einsatz der Sicherheitskräfte. Er kenne die Beschwerden der Anwohner und anderer Verkehrsteilnehmer, doch die Polizei könne leider nicht überall zugleich sein. 

Die Beschwerden der Anwohner über rasende Motorradfahrer decken sich mit den Feststellungen der Polizei bei den Kontrollen. Der Motorradlärm nimmt weiter zu, in den allermeisten Fällen ist dies jedoch technisch nicht zu beanstanden. Der Begriff „Soundmanagement“ fasst zusammen, was die Hersteller der Motorräder und der Auspuffanlagen ihren Kunden anbieten: Die elektronische Steuerung in den Auspuffanlagen regelt die Lautstärke. Die polizeilichen Kontrollmessungen haben in einem präzise festgelegten Drehzahlbereich zu erfolgen, in denen die meisten Maschinen die Grenzen auch einhalten. Die deutlich höheren Lautstärken unter- und oberhalb dieser Werte sind deshalb rechtlich nicht zu beanstanden.

Diejenigen Motorradfahrer, die mit tatsächlich manipulierten Auspuffanlagen unterwegs sind, werden mit allen rechtlichen Möglichkeiten verfolgt. Neben einem Bußgeld untersagt die Polizei auch die Weiterfahrt und das Fahrzeug muss ordnungsgemäß von einem Kfz-Sachverständigen abgenommen werden. Auch Hochtaunuskreis-Verkehrsdezernent Uwe Kraft dankte der Polizei für ihre konsequente Verfolgung der „Feldberg-Raser“. „Wir müssen alles tun, um Anwohner vor dem Lärm und andere Verkehrsteilnehmer vor diesen gefährlichen Fahrern zu schützen.“

Das Bild zeigt Verkehrsdezernent Uwe Kraft, Usingens Bürgermeister Steffen Wernard, Landrat Ulrich Krebs udn Polizei hauptkommissar Thomas Dietrich von der Poliziedirektion Hochtaunus.

BIldquelle: Hochtaunuskreis

 

 

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