RMV feiert 25 Jahre Nahverkehrsrevolution

Datum: 27.05.2020

RMV feiert 25 Jahre Nahverkehrsrevolution


Fahrgastaufkommen um 52 Prozent gesteigert / „Ein Fahrplan, ein Fahrschein,
ein Fahrpreis“ / Nahverkehr aus der Region für die Region / Deutschlandweiter
Vorreiter bei Digitalisierung
Am 28. Mai feiert der Rhein-Main-Verkehrsverbund seinen 25. Geburtstag. Mit
97 Prozent Bekanntheit in Umfragen und im Schnitt 2,5 Millionen Fahrgästen am
Tag ist er aus der Region nicht mehr wegzudenken. „Was die RMV-Gründung
bedeutet, lässt sich am besten im Blick zurück verstehen“, so Hessens
Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Vor 25 Jahren brauchte man drei Fahrkarten
aus der Marburger Innenstadt zur Frankfurter Zeil. Zwischen Frankfurt und
Offenbach fuhr zwar eine Straßenbahn, aber an der Stadtgrenze musste eine
neue Fahrkarte erworben und entwertet werden. Heute sind die durchgehenden
Verbundtarife und abgestimmten Fahrpläne ebenso selbstverständlich wie das
Schüler- und das Seniorenticket als Flatrate-Angebote, die bundesweit Maßstäbe
setzen.“
Bis zur RMV-Gründung wurde der Schienennahverkehr deutschlandweit von der
damaligen Deutschen Bundesbahn organisiert und eine Koordination mit dem
Busverkehr war kaum vorhanden. Die Fahrpläne und dutzende verschiedene
Tarife glichen einem Flickenteppich. Dies änderte sich mit dem RMV, der als
Zusammenschluss aus dem Land Hessen, 15 Landkreisen und 11 Städten auf
rund zwei Drittel der Fläche des Bundeslandes für rund fünf Millionen Menschen
das Prinzip „Ein Fahrplan, ein Fahrschein, ein Fahrpreis“ umsetzte.
Erfolg des RMV basiert auf hervorragender interkommunaler
Zusammenarbeit.


„Der Erfolg des RMV basiert auf hervorragender interkommunaler
Zusammenarbeit. Grundlage des Erfolgs ist, dass mit dem RMV die Region über
die Mobilität mit Bus und Bahn entscheidet. In einer in dieser Form hessenweit
einmaligen interkommunalen Zusammenarbeit können wir so passgenaue
Lösungen für unsere Region wie das Nachbarschaftsangebot oder den
umfangreichen Nachtverkehr anbieten“, so RMV-Aufsichtsratsvorsitzender und
Frankfurters Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Damit trägt der RMV
maßgeblich zur Entwicklung von Frankfurt RheinMain als pulsierende
Metropolregion bei.“
Die Verbundgründung fiel zusammen mit der Verlängerung der S8 nach Hanau.
Es folgten die Verlängerungen der S-Bahnlinien S1 und S2 in den Rodgau und
mehrere Streckenausbauten und -reaktivierungen. „Die RMV-Gründung war eine
Revolution für den Nahverkehr. Statt Streckenstilllegungen und
Fahrgastrückgängen erlebt der Nahverkehr in unserer Region seitdem eine
Renaissance. Auf Strecken wie der Taunusbahn durchs Usinger Land hat sich
die Fahrgastnachfrage vervielfacht. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass es mit
dem RMV gelungen ist, Nahverkehr in den Städten ebenso wie in ländlicheren
Regionen attraktiver zu machen“, so Ulrich Krebs, stellvertretender
Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat des Hochtaunuskreises.


„Letztlich entscheiden unsere Fahrgäste, ob wir unsere Sache richtig machen.
Seit Verbundgründung ist die jährliche Fahrgastzahl von 530 auf 805 Millionen im
Jahr 2019 gestiegen“, so Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV. „Das ist
ein Zuwachs von 52 Prozent. Besonders stolz bin ich, dass es uns auch in Zeiten
von Finanzkrise und Mittelkürzungen jedes Jahr gelungen ist, das Vorjahr zu
übertreffen. Die aktuelle Landesregierung ermöglicht uns mit höheren Mitteln
wichtige Angebotsausweitungen wie den Nachtverkehr am Wochenende oder für
die Fahrgäste kostenfreies WLAN in den S-Bahnen umzusetzen.“
Vorreiter bei Digitalisierung und Vernetzung


Einen besonderen Schwerpunkt setzt der RMV auf die Digitalisierung seiner
Angebote. Zu Beginn des Jubiläumsjahres konnte der RMV den Meilenstein von
25 Millionen verkauften HandyTickets feiern. Auch sind im RMV mehr als
600.000 Menschen mit elektronischen Fahrkarten auf der Chipkarte des eTicket
Rhein-Main unterwegs. Das Besondere: Die digitalen Services ermöglichen auch
den Zugang zu Sharing-Angeboten. Hiermit entspricht der RMV dem Trend zur
Vernetzung von Verkehrsmitteln und untermauert seinen Anspruch, als
Mobilitätsverbund die Menschen nicht nur von Haltestelle zu Haltestelle, sondern
von Tür zu Tür zu bringen.
Entsprechend baut der RMV seine erfolgreiche App zu einer
Vernetzungsplattform aus, wo Kundinnen und Kunden künftig alle Angebote aus
einer Hand informieren sowie sie buchen und bezahlen können. Das Know-how
bringt der RMV auch deutschlandweit über seine Enkeltochter mobilligence im
Branchenvernetzungsprojekt Mobility inside ein, dessen Gesellschafter
federführend Ende 2019 mitgegründet hat und deren Gesellschaftssitz nicht
zufällig Frankfurt ist.
Weitere Fahrgastrekorde nur mit Corona-Finanzspritze und mehr Gleisen
Insgesamt wurde das Fahrtenangebot auf der Schiene seit Verbundgründung um
rund ein Drittel ausgeweitet. Die Zahl der Personenkilometer konnte durch mehr
Fahrgäste in längeren Zügen und Doppelstockwaggons sogar nahezu verdoppelt
werden. Die Effizienzen im bestehenden Schienennetz sind damit allerdings
ausgereizt. Der RMV setzt sich daher für Streckenneu- und -ausbauten wie einen
Schienenring um Frankfurt, den Ausbau der S6 oder einen Fernbahntunnel ein,
der im bestehenden Frankfurter Hauptbahnhof mehr Platz für den Nahverkehr
schafft.
„All diese Projekte laufen zwar wie geplant weiter, aber insgesamt hat Corona in
den vergangenen Wochen für radikal neue Rahmenbedingungen gesorgt“, so
Ringat. „Die finanziellen Auswirkungen dieser Krise werden uns – und damit
meine ich die gesamte Branche – noch Jahre verfolgen. Der deutsche ÖPNV
braucht staatliche Hilfe, um dauerhaft ein gutes Angebot aufrecht zu erhalten und
zu verhindern, dass solide Verkehrsunternehmen in die Insolvenz rutschen.
Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Die Klimaziele sind auch nach Corona
noch gültig. Wenn wir sie erreichen wollen, dann brauchen wir einen
leistungsstarken öffentlichen Nahverkehr.“

Anhang:

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