Sorge über steigende Infektionszahlen: Hochtaunuskreis erreicht Stufe 3 des Eskalationskonzeptes

Datum: 14.10.2020

Hochtaunuskreis Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus steigt seit Ende Juli mit zunehmender Geschwindigkeit in Deutschland wieder an. In Anbetracht sinkender Temperaturen und der Verlagerung von Gruppenaktivitäten in Innenräumen wächst die Gefahr, dass es zu einer schwer kontrollierbaren Entwicklung der Pandemie kommt. Mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Landkreis in den letzten sieben aufeinanderfolgenden Tagen befindet sich der Hochtaunuskreis kurz vor der 3. Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes Hessen.

Im Juni 2020 hat das Land Hessen ein fünfstufiges Schutz- und Eskalationskonzept zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus erlassen. Das Konzept soll ermöglichen, lokal begrenzte und damit zielgenaue Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Stufe drei des Konzeptes sieht u.a. vor:

- Der Verwaltungsstab COVID-19 des Landkreises, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung (Gesundheitsamt, Personalabteilung, Kreisordnungsbehörden, Gefahrenabwehr, Hochtaunus-Kliniken, Polizei und der Öffentlichkeitsarbeit), der zu Beginn der Pandemie von Seiten des Kreises gebildet wurde und regelmäßig tagt, steht in einem engen Austausch mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

- unverzügliche Informationen des Hessisches Ministerium für Soziales und Integration sowie das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen durch das Gesundheitsamt. Durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration erfolgt eine Alarmmeldung an das Robert Koch-Institut.

- Öffentlichkeitsarbeit und Informationen für die Bürger werden intensiviert.

- Vorbereitungen für die nächsten Stufen sind zu treffen.

- Verstärkung und Ausweitung der bisherigen Maßnahmen. Insbesondere sind kontaktbeschränkende Maßnahmen sowie die weitergehende Schließung von Einrichtungen und Betrieben, die im Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen stehen, zu erwägen.

 Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung arbeitet seit Beginn der Pandemie mit Hochdruck und von Montag bis Sonntag daran, insbesondere durch Kontaktpersonennachverfolgung und das Anordnen von Quarantänemaßnahmen, das Ausbruchgeschehen einzudämmen. Bislang wurden 627 Personen im Kreis mit dem Virus infiziert. Der Inzidenzwert liegt bei 34,2. Derzeit ist kein konkreter Infektionsherd/Hotspot für das erhöhte Infektionsgeschehen und die Auslösung der Stufe drei verantwortlich. Das Gesundheitsamt wird punktuell reagieren, wenn es Ansatzpunkte für ein Entgegenwirken gibt.
Schulen und Kindergärten bleiben weiterhin geöffnet und der Unterricht findet statt. Dazu hatte der Hochtaunuskreis nach den Sommerferien den Schulleiter*innen zum ersten Schultag überarbeitete Hygienerichtlinien an die Hand gegeben, die auf den Hygieneplan des Hessischen Kultusministeriums abgestimmt sind. Kommt es zu Infektionsherden in Schulen bzw. einzelnen Klassen, wird das Gesundheitsamt weiterhin individuelle und der Situation angemessene Quarantäneverordnungen entscheiden.

 Vor diesem Hintergrund ruft Gesundheitsdezernent Thorsten Schorr die Bevölkerung auf, von nicht notwendigen Fahrten in die Nachbarländer und insbesondere in Risikogebiete abzusehen. Zudem erinnert er angesichts steigender Fallzahlen erneut daran, sich auf jeden Fall weiterhin an die "AHA+L"-Regel "Abstand, Hygiene, Alltagmaske und Lüften" zu halten.

 Die Altersverteilung der Infizierten hat sich verändert, laut Robert-Koch-Institut tauchen in den Statistiken zurzeit mehr jüngere als ältere Menschen auf. Dies erkläre auch die allgemeine Entwicklung, dass es zurzeit weniger schwere Krankheitsverläufe gebe. Dieses Phänomen kann sich jederzeit mit steigenden Infektionszahlen ändern.

 „Normalität und ein Leben ohne Corona-Regeln wird mit Geduld wieder möglich sein. Worauf es jetzt ankommt ist Achtsamkeit und Zusammenhalt“ appelliert Gesundheitsdezernent Thorsten Schorr an die Bürger*innen des Hochtaunuskreises. „Dies dient dem Schutz aller Bürger*innen und wir schützen so die Risikogruppen, die einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sind.“

 

Der Landkreis hat für die Bürgerinnen und Bürger ein Bürgertelefon für alle Fragen rund um das Corona-Virus eingerichtet. Das Bürgertelefon ist montags bis sonntags in der Zeit von 8 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer unter 06172/999-4799 zu erreichen.

 

Das Eskalationskonzept kann jederzeit auf der Homepage der Hessischen  Landesregierung https://www.hessen.de/sites/default/files/media/hsm/eskalationskonzept.pdf eingesehen werden.

 

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