Datum: 19.08.2026

„Heimat ist die Kenntnis von Geschichte und Geschichten“

Saalburgpreis an Susanna Kauffels und Förderpreis des Saalburgpreises an Alexander Kraft verliehen


Der Hochtaunuskreis hat am Dienstagabend im Rahmen einer Feierstunde den Saalburgpreis 2026 verliehen.  Die diesjährige Auszeichnung für Verdienste rund um die Heimatgeschichte nahm die langjährige Kronberger Stadtarchivarin Susanna Kauffels aus den Händen von Landrat Ulrich Krebs entgegen. Der Förderpreis ging an den Friedrichsdorfer Alexander Kraft.

„Die Beschäftigung mit Lokalgeschichte ist wichtig und identitätsstiftend“, sagte Landrat Ulrich Krebs in seiner Begrüßungsansprache. Ihre Historie sei von einer enormen Bedeutung für die jeweilige Region. Deshalb würdigt der Hochtaunuskreis seit mehr als 30 Jahren Akteure der Heimatgeschichte, die immer wieder einen neuen Blick darauf vermitteln.

Genau das habe Susanna Kauffels, die erst kürzlich in den Ruhestand ging, mit ihrer lokalgeschichtlichen Forschung stets getan, griff Laudator Gregor Maier den Faden auf. Im Fokus habe dabei stets die Wechselbeziehung zwischen Kollektiv und Individuum gestanden. In ihren Publikationen zu Kronberg, etwa zur Geschichte der Familie Bonn oder zur Eisenbahngeschichte der Burgstadt, habe sie stets aufgezeigt, dass Stadtgeschichte mehr ist als die Summe der Individuen, die in ihr leben, und die der Straßen und Gebäude. Auf diese Weise habe die Historikerin stets neue Einblicke in die Geschichte Kronbergs ermöglicht.

Susanna Kauffels sprach von einer „tollen Ehrung zum Ende meiner Berufslaufbahn“, mit der sie niemals gerechnet habe. Die gebürtige Neusserin berichtete, dass sie, als sie 2001 das Amt der Stadtarchivarin übernommen habe, kritisch beäugt worden sei. Sie habe zwar das wissenschaftliche Know-how besessen, allerdings fehlten ihr die Lokalkenntnisse. „Heimat ist die Kenntnis von Geschichte und Geschichten“, sagte sie. Und die könne man sich aneignen. So sei sie an die Aufgabe herangegangen und habe Kronberg zu ihrer Heimat gemacht.

Zuvor hatte bereits Alexander Kraft den Förderpreis des Saalburgpreises erhalten. Der Kreisausschuss würdigte damit sein bemerkenswertes Erstlingswerk über Landgraf Ferdinand von Hessen-Homburg, das demnächst bereits in zweiter Auflage erscheinen soll. Der Friedrichsdorfer Verwaltungsfachwirt, der über seinen Großvater die Begeisterung zur Lokalgeschichte vermittelt bekam und auch als Homburger Schlossführer tätig war, bedauerte, dass Ortsgeschichte in den schulischen Lehrplänen nur noch eine untergeordnete oder gar keine Rolle mehr spiele. Dabei gehe es doch darum, die große Historie mit der kleinen Geschichte vor Ort zu verknüpfen, um Zusammenhänge zu verstehen. Er warb dafür, das Vergangene aufzuschreiben und so in die Zukunft zu tragen, so dass nichts in Vergessenheit gerate.

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