Datum: 16.06.2026

8 Klassen aus drei Schulformen besuchen Religionsgemeinschaften

Es ist ein Angebot, über den Tellerrand zu schauen, neue Einblicke zu bekommen und sich auszutauschen: Das Projekt, bei dem Schulklassen einen Einblick in Religionsgemeinschaften im Hochtaunuskreis bekommen, wurde 2024 mit zwei Schulen gestartet. Nach der mittlerweile dritten Auflage hat sich das Angebot des Dialogkreises Religionen im Hochtaunuskreis etabliert. Dabei haben sich in diesem Jahr erfreulicherweise auch weitere Schulformen an dem Projekt beteiligt.

Neben den Hauptschulklassen der 8. Jahrgangsstufe der Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) Bad Homburg, die auch in den vergangenen Jahren bereits an dem Projekt teilgenommen haben, nahmen diesmal erstmals Kinder der 4. Jahrgangsstufe der Kirdorfer Ketteler-Francke-Schule sowie 16- bis 18-jährige Schülerinnen und Schüler der InteA-Klassen der Feldbergschule Oberursel an dem Austausch teil.

Die Idee dieses Projekts ist es, über den Besuch verschiedener Gotteshäuser als außerschulischem Lernort die Möglichkeit zu eröffnen, Religion mit allen Sinnen zu erfahren. Dabei wird das Projekt von den teilnehmenden Religionsgemeinschaften zum Teil ehrenamtlich getragen. Einige Personen aus dem Dialogkreis nehmen sich für diesen Tag extra Urlaub.

Das Konzept für die unterschiedlichen Schulformen ist ähnlich und wird den pädagogischen Bedarfen angepasst. An jeweils zwei Vormittagen bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in verschiedene religiöse Gemeinden in Bad Homburg. Beteiligt sind dabei Gemeinden, die im Dialogkreis Religionen des Hochtaunuskreises vertreten sind. Bisher waren das die islamische DITIB-Gemeinde/Moschee, die katholische Kirche St. Marien, die evangelische Waldenserkirche sowie das jüdische Gemeindezentrum. Neu dabei waren dieses Jahr die evangelische Gedächtniskirche und die katholische St. Johannes-Kirche, weil sie für die Kinder der Ketteler-Francke Schule fußläufig erreichbar sind.

In den Gemeinden treffen die Klassen auf Mitglieder des Dialogkreises, wie Vorstände oder religiöse Oberhäupter der jeweiligen Glaubensgemeinschaften, Imame, Rabbiner, Pfarrer oder Pastoralreferenten. Anders als bei einer klassischen Führung liegt der Schwerpunkt darauf, dass die Schülerinnen und Schüler die Gotteshäuser selbst erkunden und Fragen zu dem stellen, was sie dort sehen. Auch Fragen zur religiösen Praxis sind erlaubt und erwünscht. Im Idealfall ergibt sich daraus ein Austausch auf Augenhöhe mit den Religionsvertreterinnen und -vertretern. Hierüber werden die Religionen in besonderer Weise erlebbar und mit realen Glaubensvertreterinnen und -vertretern verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler erleben unterschiedliche Religionen sehr nah und bekommen Zugänge, die sich ihnen sonst wahrscheinlich nicht eröffnen würden.

„Gerade in einer Zeit, in der ein Bewusstsein für Vielfalt, andere Kulturen und auch andere Werte und Überzeugungen von Menschen für unser friedliches, respektvolles und wertschätzendes Zusammenleben enorm an Bedeutung gewinnt, sind solche Angebote für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen enorm wichtig“, ist Kreisbeigeordnete Antje van der Heide überzeugt. „Hier zeigen wir nicht nur, dass wir im Hochtaunuskreis einen religionsübergreifenden Austausch leben. Denn an diesen Tagen werden Fragen beantwortet, Vorurteile abgebaut und das Miteinander gestärkt. Diese Erfahrungen können die Schüler auch an ihre Familien und Freunde weitergeben.“

Im Feedback der Kinder und Jugendlichen zeigte sich, welche Einblicke sie dabei für sich gewinnen konnten: Mehrheitlich sahen sie das friedliche und respektvolle Miteinander der Menschen im Mittelpunkt aller ihnen vorgestellten Religionen. Zwar stehe die Verehrung Gottes an erster Stelle, diese aber in der religiösen Gemeinschaft zu erleben und zu teilen, sei allen besuchten Religionen wichtig.

Der Dialogkreis Religionen wird seit mehr als 10 Jahren vom WIR-Vielfaltszentrum der Leitstelle Integration des Hochtaunuskreises geleitet. In ihm treffen sich Vertreterinnen und Vertreter von Religionen und Glaubensrichtungen wie Christen, Juden, Muslime, Aleviten, Sikh und Bahai, um in einem toleranten und respektvollen Miteinander, Austausch und Verständigung zu ermöglichen und religiösen Vorbehalten zu begegnen. Über die Schulprojekte mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen und ihnen Religion und religiöse Vielfalt näher zu bringen ist für die Mitglieder eine Herzensangelegenheit.

Kontakt:
Leitstelle Integration, WIR-Vielfaltszentrum, E-Mail: leitstelle-integration@hochtaunuskeis.de


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