Fit für den Ganztag
Für den Hochtaunuskreis war es ein immenser Kraftakt: Die Umsetzung der Vorgabe des Landes, ab dem kommenden Schuljahr eine pädagogische Ganztagsbetreuung für alle Abc-Schützen an den 39 staatlichen Grundschulen des Hochtaunuskreises anzubieten. Doch der Kraftakt ist gelungen - und noch viel mehr: An den meisten Schulen ist schon jetzt eine Ganztagsbetreuung für alle vier Grundschuljahrgänge möglich.
Nicht teilnehmen am Pakt für den Ganztag werden die Grundschule im Eschbachtal (Bad Homburg), die Peter-Härtling-Schule (Friedrichsdorf), die Grundschule am Sommerberg (Weilrod) und die Paul-Maar-Schule (Bad Homburg). Bei der Ober-Eschbacher und Friedrichsdorfer Grundschule lassen die räumlichen Gegebenheiten einen Wechsel in den Pakt nicht zu. Bis die Raumfragen geklärt sind, erhalten die Eltern jedoch ein alternatives Betreuungsangebot für ihre Kinder. Die Grundschule am Sommerberg ist bereits seit 2014 im Ganztagsprofil 2. Hier ist die Umstellung für das Schuljahr 2027/28 geplant. Lediglich die Paul-Maar-Schule hat den Wechsel in den Pakt für den Ganztag abgelehnt.
Die pädagogische Ganztagsbetreuung bedeutet, dass jede Schule ein eigenes, maßgeschneidertes Konzept entworfen hat. Dieses wurde von der Schulkonferenz, in der auch Eltern vertreten sind, bestätigt und vom Kultusministerium genehmigt. Ansprechpartner zu diesem Konzept sind daher auch die Schulen selbst und nicht der Kreis als Schulträger.
„Ich möchte mich bei allen bedanken, die es ermöglicht haben, diese Mammutaufgabe zu bewältigen“, sagt Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung hätten zur Durchführung des Pakts für den Ganztag immerhin 5.000 Betreuungsverträge mit den Eltern abzuschießen gehabt, hinzu kommen unzählige Gespräche mit den Städten und Gemeinden als Jugendhilfeträger. Das alles habe dazu geführt, dass es keine Verträge von der Stange gibt, sondern individuelle Vertragswerke zu fixieren gewesen sind.
„Ich bin mir bewusst, dass es eine große Unsicherheit auf Seiten von Eltern gegeben hat und auch noch immer gibt“, so Landrat Krebs. Er sei aber auch überzeugt, dass vieles, was derzeit als problematisch angesehen werde, im Alltag rasch ausgeräumt werden könne.
Ein Kritikpunkt der vergangenen Wochen waren in erster Linie die als zu starr empfundenen Abholzeiten. „Hier muss ich um Verständnis bitten“, so Landrat Krebs, „wir setzen Vorgaben des Landes um, die eine pädagogische Betreuung verlangen. Diese Art der Betreuung ist aber nur möglich, wenn Schulen Planungssicherheit über die Anwesenheit von Schülerinnen und Schüler haben.“ Krebs weiter: „Es ergibt keinen Sinn, nachmittags eine Ballsport-AG anzubieten und dafür einen Trainer zu bezahlen, wenn von den angemeldeten 12 Kindern nur noch zwei Kinder anwesend sind. Dann ist das pädagogische Konzept hinter diesem Angebot nicht umsetzbar, und wir kommen unserer Verpflichtung nicht nach“, verdeutlicht der Landrat.
Den Eltern, versichert der Landrat, komme man soweit entgegen, wie es möglich ist. Daher hat der Kreis bereits eine über die Vorgaben des Lands hinausgehende Lockerung der Abholzeiten angeboten. Sieht das Land nur Abholzeiten um 15 und um 17 Uhr vor, hat der Kreis eine weitere Abholzeit um 16 Uhr eingeführt - wohl wissend, dass dies für viele Schulen eine große Herausforderung bei der Umsetzung ihres pädagogischen Konzepts bedeutet.
Falls Eltern Fragen zu ihren Betreuungsverträgen haben, können Sie sich direkt an Ihren Sachbearbeiter wenden. Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind auf den Betreuungsverträgen angegeben. Zudem hat der Kreis ein Postfach mit der E-Mail-Adresse ganztag@hochtaunuskreis.de eingerichtet. Dorthin können sich ebenfalls Eltern wenden, die Fragen zu der Vertragsausgestaltung haben. Der Hochtaunuskreis verspricht eine zeitnahe Antwort. Zur pädagogischen Ausgestaltung der Ganztagsbetreuung ist der Kreis nicht zuständig und kann deshalb auch keine Auskünfte geben. Hier ist die jeweilige Schule der richtige Ansprechpartner. Weitere Informationen rund um das Thema Ganztag gibt es auf der Homepage des Hochtaunuskreises. Eine entsprechende Verlinkung befindet sich auf der Startseite der Homepage auf www.hochtaunuskreis.de.
„In acht Schulen des Hochtaunuskreises wird schon seit Jahren der Pakt für den Ganztag praktiziert. Hier läuft der Betrieb ruhig und reibungslos – auch mit Einbindung von Vereinen und Musikschulen. Und ich bin mir sicher, wir werden das auch bei den anderen Schulen hinbekommen“, so Landrat Krebs abschließend.