Neubau der Astrid-Lindgren-Schule Usingen offiziell eingeweiht
Nach und nach ist im Laufe des Schuljahres Leben in das Neubau-Ensemble der Astrid-Lindgren-Schule (ALS) in Usingen eingezogen. Jetzt konnte der Komplex aus modernem Klassengebäude, heller Mensa, Sporthalle und schön gestaltetem Außenbereich einen Tag vor dem großen Schulfest offiziell eingeweiht werden.
„Ich freue mich, dass die ALS nun die Räume hat, die einen zukunftsfähigen Lehrbetrieb ermöglichen“, betonte Landrat Ulrich Krebs, der bei der Einweihung die Bedeutung der Grundschulen unterstrich: „Astrid Lindgren hat in ihren Werken viele wunderbare Figuren und Fantasiewelten geschaffen, die Generationen begeistern. Aber sie mahnte auch, den Kindern nicht nur Dinge vorzusetzen und zu dozieren, sondern sie die Welt selbst entdecken und gestalten zu lassen. Von ihr stammt das Zitat: ‚Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.‘ Hier an der ALS haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass Kinder in einem schönen Umfeld ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.“
In seiner Rede ging Krebs auch auf die Widrigkeiten ein, mit denen im Zusammenhang mit dem Bau zu kämpfen war. „Die Verzögerungen waren für uns alle nervenaufreibend. Ich möchte daher vor allem der Schulgemeinde für die Geduld danken, aber auch unserem Fachdienst Hochbau – und dafür, dass Sie allen Problemen zum Trotz mit viel Tatkraft zum Gelingen dieses Bauvorhabens beigetragen haben.“
Es hatte während der kompletten Bauphase Verzögerungen gegeben, unter anderem durch Lieferengpässe infolge des Ukraine-Krieges, wegen des Facharbeitermangels und wegen Mängelbeseitigung. So konnte die Küche der Mensa erst im Januar in Betrieb genommen werden, auch mussten sich Schülerschaft und Vereine länger als geplant gedulden, bis die Sporthalle eröffnet werden konnte. Der Zaun, der das Schulgelände vom öffentlichen Fußweg abgrenzen wird, soll in den kommenden Wochen gebaut werden.
„Der Neubau der Astrid-Lindgren-Schule ist weit mehr als eine bauliche Erweiterung: Er schafft einen lebendigen Ort für Begegnung, gemeinschaftliches Lernen sowie die persönliche Entwicklung der Kinder – sie können sich hier frei entfalten, gemeinsam lachen und wachsen“, freut sich Usingens Bürgermeister Steffen Wernard über die offizielle Einweihung des Gebäudekomplexes und seine Bedeutung für die Schulgemeinde. „Der heutige Tag ist ein besonderer Tag für die Astrid-Lindgren-Schule, aber auch ein wichtiger und erfreulicher Moment für ganz Usingen“, ist sich Wernard sicher.
Schulleiter Sebastian Wauch zog bei der Einweihung, die musikalisch vom Schulchor unter der Leitung von Lehrerin Jessica Büttel begleitet wurde, ebenfalls ein positives Fazit: „Wir sind im Sommer 2025 in dieses tolle Gebäude eingezogen. Es war schön zu sehen, wie unsere Schülerinnen und Schüler das Gebäude und das Gelände mit dem neuen Klettergerüst mit Leben erfüllt haben. Nach Fertigstellung der Mensa und der Sporthalle konnten wir zum Jahreswechsel 25/26 die nächsten Teile des Neubaus in Betreib nehmen. Mein Dank gilt dem Hochtaunuskreis und Landrat Herr Krebs, sowie der Stadt Usingen mit Bürgermeister Wernard, die mit einem erheblichen finanziellen Aufwand den Schülerinnen und Schülern unserer Schule tolle Lernbedingungen sowie allen Lehrkräften beste Unterrichtsbedingungen bieten.“ Besonders freue ihn, dass mit dem Neubau die Betreuung der Schülerinnen und Schüler im Pakt für den Ganztag in einem Gebäude hier auf dem Schulcampus ein neues Heim habe.
Die fünfzügige Grundschule wird derzeit von rund 500 Kindern besucht. 203 davon nehmen am Pakt für den Ganztag teil, der zum neuen Schuljahr an der ALS aus der hortähnlichen Betreuung Rasselbande heraus startet. Die baulichen Voraussetzungen für ein umfangreiches und vielfältiges Nachmittagsprogramm wurden mit dem Neubau geschaffen.
Der Neubau selbst ist, wie Architekt Jochen Spiegelberger erläuterte, in zwei Baukörper gegliedert. Bei dem zur Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße gelegenen Bauteil handelt es sich um die Sporthalle mit den Maßen 22 mal 45 Meter. An die Sporthalle gliedert sich ein zweigeschossiger Umkleidebereich an. Im zweiten Baukörper wird das Betreuungszentrum mit Mensa sowie Betreuungs- und Ganztagesräumen, Klassenräumen sowie Bibliothek und Musikraum untergebracht sein. Insgesamt investierte der Kreis in den Neubau rund 28,8 Millionen Euro. Rund 17,1 Millionen Euro entfallen dabei auf das Erweiterungsgebäude und rund 10,7 Millionen auf die Sporthalle. Die Ausstattung der Gebäude schlägt gerundet mit einer Million Euro zu Buche.
Das neue Gebäude wird mittels einer Wärmepumpe mit einer Leistung von 171 kW beheizt. Auf dem Dach der Sporthalle ist eine Photovoltaikanlage mit 216 Modulen und einer Leistung von 86,4 Kilowatt-Peak sowie auf dem Dach des Betreuungsgebäudes eine Anlage mit 80 Modulen und einer Leistung von 32 Kilowatt-Peak montiert.
Das Geschenk des Hochtaunuskreises zur Einweihung des Ensembles wird die Schule später im Jahr erhalten. „Beim Richtfest konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Wünsche für das neue Gebäude an einem kleinen Wunschbaum befestigen. Diese Idee wollen wir aufgreifen und der Schule einen echten (Wunsch-)Baum für den Außenbereich schenken“, so Landrat Krebs. Dieser sollte jedoch nicht im Sommer gepflanzt werden, sondern dann, wenn die Bedingungen fürs Anwachsen optimal sind. Bürgermeister Wernard schloss sich spontan an und kündigte an, seitens der Stadt ebenfalls einen Baum beizusteuern.