Neue Radverbindung zwischen Usingen und Pfaffenwiesbach eingeweiht
Mit dem feierlichen Durchtrennen des roten Bandes an der neuen Fußgänger- und Radverkehrsbrücke über die Usa bei Usingen wurde am Donnerstag bereits die zweite vom Hochtaunuskreises finanzierte Radverbindung in diesem Jahr eröffnet. Der neue Weg verbindet auf etwa viereinhalb Kilometern die Stadt Usingen mit dem Wehrheimer Ortsteil Pfaffenwiesbach. Im Frühjahr war der Radweg zwischen Usingen-Wilhelmsdorf und Weilrod-Niederlauken der Öffentlichkeit übergeben worden.
Der jetzt fertiggestellte Radweg von Usingen nach Pfaffenwiesbach ist in abgewandelter Form Teil des Radwegekonzeptes des Hochtaunuskreises und führt im Wesentlichen über bereits vorhandene Wege. In der nun ausgeführten Form konnten die Eingriffe in land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen deutlich reduziert werden, auch eine Vielzahl von ursprünglich angedachten Grundstücksankäufen wurde so überflüssig.
Im Januar 2024 waren die Planungen für den Radweg aufgenommen worden. In diesem Zuge wurde auch ein Förderantrag bei Hessen Mobil gestellt. Da jedoch die Auflagen, die im Zuge der Antragsbearbeitung gemacht wurden, zu deutlich höheren Gesamtkosten – selbst abzüglich der Fördermittel – und umfangreicheren ökologischen Eingriffen geführt hätten, hat der Kreis der Förderantrag in Abstimmung mit den beteiligten Kommunen zurückgezogen. Nach aktuellem Stand wird die jetzt realisierte Variante Gesamtkosten von rund 750.000 Euro verursachen.
„Der Hochtaunuskreis und die Kommunen haben im Sinne der Sache entschieden. So kurios es sich anhören mag: Manchmal geht es ohne Fördermittel tatsächlich preiswerter und schneller, Maßnahmen umzusetzen. Somit profitieren nicht nur die Nutzer der neuen Verbindung, sondern über die Entlastung der kommunalen Haushalte wirklich alle Bürger“, freut sich Landrat Ulrich Krebs.
Der Baubeginn für den Streckenanteil in der Pfaffenwiesbacher Gemarkung war Mitte Februar 2026. Einen Monat später konnte bereits die Abnahme erfolgen. In der Usinger Gemarkung wurde Anfang Mai mit dem Wegebau begonnen, das Brückenbauwerk konnte nach „Auszug der Haselmaus“ Anfang Juni angegangen werden.
„Mit der neuen Radverkehrsbrücke über die Usa setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die Verbindung von Usingen nach Pfaffenwiesbach“, sagt Usingens Bürgermeister Steffen Wernard. „Diese Verbindung ist ein Gewinn an Sicherheit, Komfort und Lebensqualität für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. So schaffen wir nicht nur eine neue Brücke, sondern eine durchgängige, sichere und attraktive Route, die den Fuß- und Radverkehr in unserer Region spürbar erleichtert und nachhaltig fördert.“
„Ich bin sehr dankbar, dass die Maßnahme nun so positiv zum Abschluss gebracht werden konnte“, freut sich auch Wehrheims Bürgermeister Gregor Sommer. „Die neue Strecke wird bereits eifrig genutzt, und zwar von Radfahrern, aber auch viele Wanderer und Spaziergänger haben den attraktiven und in weiten Teilen auch sonnengeschützten Weg inzwischen für sich entdeckt. Mein Dank gilt allen Beteiligten für die Mitwirkung bei den Planungen und letztlich der Umsetzung der Baumaßnahme".
Wie schon beim Radwegebau zwischen Usingen-Wilhelmsdorf und Weilrod-Niederlauken haben der Hochtaunuskreis und die Stadt Usingen vertrauensvoll und lösungsorientiert zusammengearbeitet. Auch mit der Gemeinde Wehrheim sowie den beauftragten Planungs- und Baufirmen lief die Zusammenarbeit reibungslos. Beteiligte Firmen waren, wie bereits beim Projekt in Wilhelmsdorf, die Firmen STRABAG (Brückenbau) sowie Jost (Wegebau). Als Planungsbüro und für die Bauüberwachung war wieder das Büro RV-K aus Frankfurt tätig, das auch das Radverkehrskonzept des Hochtaunuskreises erstellt hat.
Die Verbindung führt nach der Usa-Querung in Richtung „Alte Burg“ und weiter parallel zum Kittelbach durch den Wald, bevor es dann nördlich des Erlenbachs in Richtung Ortseingang auf die Wehrheimer Straße geht. Von dem neuen Streckenabschnitt profitieren nicht nur Radfahrer, die zwischen Usingen Pfaffenwiesbach oder auf dem Radfernweg R6 zwischen Taunus und Wetterau unterwegs sind. Sie müssen nun nicht mehr die stark befahrene Kreisstraße nutzen. Auch Spaziergänger haben jetzt die Möglichkeit, losgelöst vom Autoverkehr die Usa zu queren.
Die neue Radverbindung wird sukzessive auf den Online-Kartenwerken eingepflegt und bei Routenvorschlägen berücksichtigt. Im Radroutenplaner Hessen etwa ist er nach dem September-Update zu finden.