Trauer um Josef Zalud
Der Hochtaunuskreis trauert um Josef Zalud. Der Usinger ist am 12. Oktober 2026 im Alter von 93 Jahren verstorben. „Josef Zalud war ein außergewöhnlich engagierter Bürger, ein leidenschaftlicher Kommunalpolitiker und vor allem ein wunderbarer Mensch, der uns allen als äußerst freundlich, höflich und angenehm in Erinnerung bleiben wird“, so Landrat Ulrich Krebs.
Sein politisches Engagement begann 1959 mit der Gründung der Jungen Union im Altkreis Usingen und seinem Eintritt in die CDU. Die Kommunalpolitik blieb seine Leidenschaft: Von 1964 bis 1967 führte er den Stadtverband der CDU Usingen als Vorsitzender, von 1967 bis 1970 die CDU im Altkreis Usingen als Kreisvorsitzender.
Er war Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Usingen (1960–1970 und 1975–1977), ehrenamtlicher Stadtrat (1980–1986 und 1997–2001) sowie Mitglied des Kreistages des Altkreises Usingen (1960–1972) und des Hochtaunuskreises (1972–1977 und 1981–1997).
Josef Zalud gestaltete 1972 die Gebietsreform mit der Fusion des Kreises Usingen und des Obertaunuskreises maßgeblich mit. So nahm er 1972 an den ersten Sitzungen als Staatsbeauftragter zur Wahrnehmung der Aufgaben des Kreistags des Hochtaunuskreises teil und bereitete die erste Kreistagssitzung des Gremiums vor. Später war er von 1981 bis 1997 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und wirkte in zahlreichen weiteren Gremien mit – etwa im Verwaltungsrat der Kreissparkasse, in den Betriebskommissionen der Hessenklinik Usingen und des Kreiskrankenhauses Bad Homburg. Im Jahr 2001 wurde er zum ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten gewählt.
Was man bei diesem Engagement für den Taunus kaum glauben mag: Josef Zalud war kein gebürtiger Usinger. Geboren wurde er am 5. September 1933 in Chiesch im Sudetenland. Von dort wurde er 1946 vertrieben und gelangte so nach Usingen, das zu seiner neuen Heimat wurde. Er erlernte zunächst den Beruf des Schreiners, bildete sich durch Abendkurse weiter und studierte am Polytechnikum in Friedberg, das er als Diplom-Ingenieur für Hochbau abschloss. Als Architekt prägte er über viele Jahre das Bild der Region mit.
Im Jahr 2018 verdankte das Kreisarchiv Josef Zalud eine bedeutende Schenkung: Damals übergab der Usinger sein umfangreiches Archiv dem „Gedächtnis des Kreises“. Die Schenkung füllte eine wichtige Lücke im Bestand des Archivs, denn viele Akten sind nach der Kreisfusion verschwunden. Die von Zalud überlassenen Dokumente zeugen eindrucksvoll von der Tätigkeit eines Politikers im Usinger Land der 1960er Jahre – vom Kampf gegen Trinkwassernot, ärztliche Versorgungsengpässe und Wohnungsnot.
„Wer ihn kannte, erinnert sich vor allem an den Menschen Josef Zalud – nicht an den Politiker. Er war herzlich, verfügte über eine gewinnende Ausstrahlung, und das respektvolle Miteinander war ihm immer ein besonderes Anliegen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, so Landrat Ulrich Krebs.