Datum: 23.03.2026

Von der Schulbank aufs Dach – Schülerinnen und Schüler werden zu Solar-Experten


Die Nutzung erneuerbarer Energien kommt gut voran. Die Installation von Photovoltaik-Anlagen ist ein beliebter Weg, auf dem eigenen Dach Strom zu produzieren und diesen für den persönlichen Verbrauch zu nutzen. Doch auch große Solar-Standorte werden in ganz Deutschland projektiert. Damit einher geht ein steigender Bedarf an Fachkräften, die die Installation der Anlagen übernehmen können.

Um den vergleichsweisen jungen Beruf des Solateurs bereits unter Schülerinnen und Schülern bekannter zu machen, hatte der Kreistag im vergangenen Herbst beschlossen, an der Hochtaunusschule in Oberursel testweise ein Solarcamp auszurichten. Jetzt war es soweit.

„Die Anlagen müssen geplant und installiert werden. Dabei geht es darum, Wissen und Vorgaben aus ganz verschiedenen Gewerken anzuwenden beziehungsweise umzusetzen“, beschreibt Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr beim Ortstermin eine der in der Öffentlichkeit weniger bekannte Herausforderungen der Energiewende.     

Eine Woche Theorie und Praxis kennengelernt

Rund 20 Fachoberschülerinnen und -Schüler konnten nun eine Woche in Theorie und Praxis die Grundlagen dieser Arbeit kennenlernen. Dafür hatte die Initiative „Solarcamp for Future“ eine Projektwoche mit Lehrinhalten erarbeitet und durchgeführt. Während der Projektwoche wurde außerdem ein umfangreiches Portfolio von weiteren Berufsbildern vorgestellt, die mit der Installation von Photovoltaik-Anlagen in Verbindung stehen.

So standen unter anderem das Decken von Dächern und die Verkabelung der Elektronik auf dem Lehrplan. Damit neben der Theorie auch die Praxis zu kurz kam, wurden zunächst Übungsdachstühle gefertigt, die dann gedämmt und mit Dachziegeln bestückt wurden, bevor dann die Solarpaneele angebracht wurden. Eines der Dächer war außerdem mit einem Wechselrichter ausgestattet, also ein elektrisches Gerät, das Gleichspannung in Wechselspannung umwandelt, um ein möglichst reales Szenario nachstellen zu können. Neben der Arbeit am Dach, waren außerdem verschiedene Experimente zur Stromgewinnung Teil der Projektwoche.

Die Mischung aus Theorie und Praxis erlaubte es, wichtige Themen wie Arbeitssicherheit oder die Erstellung eines Angebots für Privatpersonen zu erlernen und gleichzeitig ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, auf einem Dach zu stehen.

Für Kreisbeigeordneten Schorr war das Solarcamp an der Hochtaunusschule ein gelungenes Experiment. „Durch diesen frühen Einblick in dieses gleichzeitig breite, in einigen Bereiche aber sehr spezialisierte Tätigkeitsfeld, kann das Interesse für das Berufsfeld geweckt werden, so dass interessierte Schülerinnen und Schüler auf ihrem späteren Ausbildungsweg die Weichen stellen können, sich in diese Richtung fortzubilden.“

Schulleiter Dr. Markus Büchele lobt: „Ich war wirklich beeindruckt vom gesellschaftlichen Engagement des Teams von ‚Solarcamp for Future‘. Sie haben sich für diese Woche teilweise Urlaub genommen und den beteiligten Handwerksbetrieben geht das ja von ihrer Arbeitszeit ab. Natürlich konnte das an der Hochtaunusschule auch deswegen so super klappen, weil bei unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Grundlagen im technischen Bereich schon gelegt sind.“

Zum Hintergrund:

Solarcamp for Future ist eine Initiative, die von Ehrenamtlichen initiiert und durchgeführt wird. Das Ziel ist es dabei, den Einstieg in das Photovoltaik-Handwerk für Interessierte zu erleichtern und mit einem niederschwelligen Bildungsangebot denjenigen zugänglich zu machen, die sich eine Zukunft in diesem Beruf vorstellen können. Dafür werden seit 2022 deutschlandweit „Solarcamps“ angeboten, in welchen die Teilnehmenden in kurzer Zeit wichtige Kenntnisse und einen praktischen Einblick in diese Arbeit erwerben können. Mit dem Abschluss eines Solarcamps können die Teilnehmenden dann Photovoltaik-Unternehmen als Assistenzkräfte zur Verfügung stehen und somit die Energiewende aktiv mitgestalten und unterstützen.

Um das Angebot zu erweitern, wurde das Projekt „Solarcamp macht Schule“, gefördert von der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V., ins Leben gerufen.

Die Hochtaunusschule war eine der ersten Schulen, die dieses Angebot nutzen durften. Unterstützt wird die Projektwoche dabei von lokalen und überregionalen Akteuren, wie Handwerksbetriebe und Klimaschutzinitiativen, die bei den Lehrinhalten unterstützen und vor Ort ihre Arbeit vorgestellt haben. An der Hochtaunusschule war die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK) am Start.

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