Dialogkreis Religionen
Der Dialogkreis Religionen nimmt sich aktueller Themen aus Gesellschaft, Kultur und Religion an und geht damit in die Öffentlichkeit. Ein Ziel ist es, mit jungen Menschen ins Gespräch über Religion, Ethik, Moral und Werte zu kommen. Der Dialogkreis steht dafür, dass alle Menschen gleich sind, egal welcher Religion sie angehören und bekennt sich vollumfänglich zu den Werten unserer Verfassung und der freiheitlich demokratischen Grundordnung.
Der Dialogkreis Religionen besteht überwiegend aus Vorständen beziehungsweise religiösen Oberhäuptern christlichen, jüdischen, muslimischen Glaubens und weiterer Glaubensgemeinschaften. Er trifft sich seit über zehn Jahren unter der Leitung der Leitstelle Integration zum interreligiösen Dialog in unserem Landkreis.
Frühjahr 2026
Vorurteile abbauen: Acht Schulklassen erleben religiöse Vielfalt im Hochtaunuskreis
Das erfolgreiche Projekt des „Dialogkreises Religionen“ hat sich fest etabliert und wächst weiter: In seiner dritten Auflage öffnete das Programm erstmals Türen für acht Klassen aus drei verschiedenen Schulformen. Neben der Gesamtschule am Gluckenstein entdeckten diesmal auch Grundschüler der Ketteler-Francke-Schule sowie Jugendliche der Feldbergschule Oberursel lokale Gotteshäuser von Christentum, Judentum und Islam. Statt klassischer Führungen stand das selbstständige Erkunden und der Dialog auf Augenhöhe mit Imamen, Rabbinern und Pfarrern im Mittelpunkt. Das vom WIR-Vielfaltszentrum koordinierte Projekt setzt damit ein starkes Zeichen für ein friedliches, vorurteilsfreies Miteinander im Hochtaunuskreis.
Den vollständigen Bericht mit allen Details und Stimmen der Beteiligten lesen Sie in der originalen Pressemitteilung.
Sommer 2025
Religionen ganz nah erleben: Schüler der Gesamtschule am Gluckenstein auf Erkundungstour
Zum Auftakt ihrer Projektwoche besuchten zwei Hauptschulklassen der Bad Homburger Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) vier lokale Religionsgemeinschaften. Begleitet vom „Dialogkreis Religionen im Hochtaunuskreis“ erhielten die Jugendlichen tiefere Einblicke in das interkulturelle Zusammenleben. In der DITIB-Moschee lernten sie die Bedeutung des Gebetsrufs kennen, während in der katholischen Kirche St. Marien Symbole wie das Osterlamm und die beeindruckende neue Orgel im Mittelpunkt standen. Der Dialog half dabei, Berührungsängste abzubauen und das gegenseitige Verständnis zu stärken.
Den vollständigen Bericht zu den weiteren Stationen lesen Sie in der originalen Pressemitteilung.
Sommer 2024
Der Dialogkreis Religionen wirbt in Schulen für mehr Toleranz
In Zusammenarbeit mit der Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg hatten Schülerinnen und Schüler des Hauptschulzweiges zum Auftakt der Projektwoche die Gelegenheit, Religionen ganz nah zu erleben. Sie besuchten vier religiöse Gemeinden in Bad Homburg: die DITIB Moschee, die römisch-katholische Sankt Marienkirche, die Synagoge und die evangelische Waldenser-Kirche. Erwartet wurden sie dort jeweils von Vertretern der Glaubensgemeinschaften und Mitgliedern des Dialogkreises Religionen im Hochtaunuskreis.
Im Gymnasium in Usingen, der Christian-Wirth-Schule, fand der Aktionstag nach den Sommerferien statt. Diesmal besuchten die Mitglieder des Dialogkreises Religionen im Hochtaunuskreis die Schule, um mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen.
Das besondere an den beiden Aktionstagen war die Möglichkeit für die Jugendlichen, religiöse Menschen vor Ort zu treffen, ins offene Gespräch zu kommen und sie ganz persönlich zu ihrem Glauben zu befragen. Sie konnten nachspüren, wie diese Menschen ihre Religion leben und was sie berührt. So konnten die einzelnen Religionen fassbarer werden, ein Gesicht bekommen, die Jugendlichen konnten die Menschen dahinter erleben. Die Religionsvertreterinnen und -vertreter zeigten, dass alle denselben Gott anbeten, nur auf eine andere Weise: ein Aha-Effekt für viele Jugendliche.
An den Aktionstagen haben sich aktiv beteiligt: DITIB Bad Homburg, Ahmadiyya Gemeinde, Jüdisches Zentrum Bad Homburg, Jüdische Gemeinde Bad Nauheim/Usinger Land, katholische Pfarrei St. Marien Bad Homburg/St. Bonifatius Friedrichsdorf, evangelisches Dekanat Hochtaunus.
Beide Aktionstage zum Thema Religionen waren auf ihre Weise intensiv, lebendig und für alle beeindruckend.
Frühjahr 2024
Zeichen der Hoffnung
Auszug aus dem Osterpfarrbrief 2024
Seit 2011 trifft sich im Hochtaunuskreis eine Gruppe, die sich aus den verschiedenen Religionen des Hochtaunus zusammenfindet, der „Dialogkreis Religionen im Hochtaunuskreis“. Der Dialogkreis bildet die religiöse Vielfalt des Kreises ab, es treffen sich z.B. Vertreter*innen der katholischen, evangelischen, orthodoxen und neuapostolischen Kirchen sowie des jüdischen und muslimischen Glaubens ebenso wie Angehörige der Sikh und des Buddhismus. Begleitet, organisiert und moderiert wird er von der Leitstelle Integration des Hochtaunuskreises.
Der Dialogkreis Religionen des Hochtaunuskreises hat sich zur Aufgabe gemacht, den Austausch innerhalb der Bevölkerung, aber auch zwischen den im Hochtaunuskreis vertretenen Religionen und den Menschen der Region zu fördern, zur Transparenz beizutragen und damit zu helfen, das Miteinander vorurteilsfrei und offen zu gestalten. „Religion“ hat einerseits in den letzten Jahren verstärkt an Aufmerksamkeit gewonnen, gleichzeitig ist aber das Wissen um Religion oft bruchstückhaft. Deshalb will der Dialogkreis den im Hochtaunuskreis vertretenen Religionen eine Stimme geben und Gelegenheit zum Dialog zu schaffen.
Die Mitglieder des Kreises haben sich verstärkt mit Fragen zur eigenen Identität auseinandergesetzt und gehen, religionswissenschaftlich begleitet, den Fragen nach, wie Toleranz in der Differenz gelingen kann und welche Perspektiven es für den interreligiösen Dialog gibt.
Der Weg ist nicht immer einfach gewesen in den letzten Jahren. Die Konflikte unserer gesellschaftlichen und religiösen Gruppen spiegeln sich auch hier. Es gab Zeiten, da war der Kreis sehr ausgedünnt, manche Religionsgruppen waren zeitweilig gar nicht mehr vertreten. Man konnte fast die Hoffnung aufgeben.
Aber der Hochtaunuskreis mit der Leitstelle für Integration ist drangeblieben, hat nicht aufgegeben, hat weiter eingeladen. So ist die Gruppe lebendig geblieben.
In den letzten beiden Jahren ist es dann tatsächlich gelungen, die Menschen aller Religionsgruppen wieder an einen Tisch zu bekommen. Ein Zeichen dafür war das gemeinsame Pflanzen eines Baums im Bad Homburger Kurpark im Jahr 2021.
Als am 7. Oktober 2023 durch den Überfall der Hamas auf Israel eine weitere Spirale der Gewalt ausgelöst wurde und Antisemitismus und auch Islamophobie weltweit und auch in unserem Land auflodern, haben sich die Mitglieder des Kreises in großer Menschlichkeit zusammengefunden und sich ihrer gegenseitigen Wertschätzung versichert. In der gemeinsamen Erschütterung angesichts der friedensgefährdenden Entwicklungen denken die Mitglieder des Kreises über Wege nach, wie dem menschenverachtenden Hass auch hier im Hochtaunuskreis begegnet werden kann. So sind u.a. gemeinsame Projekttage an verschiedenen Schulen des Hochtaunuskreises geplant.
Dieser Kreis durchkreuzt im besten Sinne die bittere Logik der Feindschaft, setzt sich an einen Tisch und findet immer wieder zusammen. Die einzelnen Mitglieder leben den Friedensaufruf ihrer Religionen.
Dr. Anne Kossatz, Pastorale Mitarbeiterin, Pfarrei St. Marien Bad Homburg - Friedrichsdorf, Gemeinde St. Bonifatius